Nicht zur Denunziation aufrufen

30.10.2017 – Der Aufruf zur wettbewerbsrechtlichen Abmahnung unter Kollegen befremdet mich. Wäre es nicht sinnvoller, einen Kollegen zunächst persönlich auf etwaige Versäumnisse anzusprechen? Zumal die allermeisten Versäumnisse eher auf Unwissen, denn auf Bösartigkeit zurückzuführen sein dürften.

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Der hier unverhohlene Aufruf zur Denunziation kann dann – wenn jemand es für richtig hält – immer noch folgen. Persönlich bin ich aber dagegen, weil der schlechte Ruf der Versicherungsbranche eben auch zum Teil auf das gegenseitige Schlechtmachen zurückzuführen ist. Ein Umstand, der in anderen Berufen (Ärzte, Handwerker, Lehrer) völlig undenkbar wäre. Während dort eher gilt „eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus”, wird bei uns, wie man hier sehen kann, die wechselseitige Denunzierung empfohlen. Das kann nicht unwidersprochen bleiben.

Dr. Daniel Sodenkamp

daniel.sodenkamp@web.de

zum Leserbrief: „Streit unter Marktteilnehmern stärkt am Ende den fairen Wettbewerb”.

Leserbriefe zum Leserbrief:

+Peter Schramm - Mit Denunziation hat eine Abmahnung gar nichts zu tun. mehr ...

Dr. Daniel Sodenkamp - Die persönliche Ansprache wäre hier vorzuziehen. mehr ...

Peter Schramm - Wechselseitige Selbstkontrolle kann die Situation weiter verbessern. mehr ...

Reinhard Durchholz - Wer unlauter handelt, ist kein Kollege. mehr ...

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