Nicht nur einen Höchstrechnungszins festlegen

30.4.2020 – Auch bei 0,5 Prozent Höchstrechnungszins – erst recht bei 0,25 Prozent – statt zuletzt noch 0,9 Prozent wird es für zunehmend viele Lebensversicherer kaum noch möglich sein, die gesetzlich erforderliche Beitragsgarantie zum Rentenbeginn in Riester-Rentenverträgen sicherzustellen. Daher gibt es ja Vorschläge, dass der Gesetzgeber diese Beitragsgarantie aufweichen soll. Dies aber würde der Attraktivität der Riester-Rente weiteren schweren Schaden zufügen.

Indes wird doch im Versicherungsaufsichts-Gesetz nicht gesagt, dass das Bundesministerium der Finanzen (nur) einen Höchstrechnungszins festlegen darf – vielmehr können es ausdrücklich auch mehrere sein. Es wäre also ein leichtes, für Riester-Rentenversicherungen einen höheren Rechnungszins zu erlauben, also es etwa auch ab 2021 bei 0,9 Prozent zu belassen, im Übrigen aber den Höchstsatz auf 0,25 Prozent abzusenken. Dies mit der Begründung, dass es aus sozialpolitischen Gründen erwünscht ist, dass bei Riester-Renten realistischer und mit geringeren Vorsichtsmargen gerechnet werden soll.

Damit würde die Riester-Rente im Vergleich gegenüber anderen Produkten sogar gestärkt. Da es nur um die Beitragsgarantie zu Rentenbeginn geht, muss auch nur der bis dahin wirkende Höchstrechnungszins gegenüber dem sonst geltenden höher festgesetzt werden. Ab Rentenbeginn – also zur Verrentung des dann vorhandenen Kapitals von mindestens der gezahlten Beiträge zuzüglich Zulagen – kann daher auch bei Riester-Renten einheitlich wieder mit 0,25 Prozent Höchstrechnungszins kalkuliert werden.

Peter Schramm

info@pkv-gutachter.de

zum Artikel: „Aktuare verteidigen Vorschlag für den Höchstrechnungszins”.

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