„Moderate Steigerungen“ sind regelmäßig nicht nachvollziehbar

19.12.2019 – Bei den Erhöhungen der PKV-Beiträge wäre es im Sinne der Transparenz und damit auch der besseren Kundenberatung wünschenswert, wenn in den diesbezüglichen Studien klar unterschieden würde zwischen Neugeschäfts-Tarifbeiträgen und Erhöhung der Beiträge im Bestand.

Auch ich kann die Analysen, die von „moderaten Steigerungen“ berichten, regelmäßig nicht nachvollziehen. In den Tarifen MAX2 und PVN (zusammengerechnet) betrug die durchschnittliche Erhöhung bei der Gothaer Krankenversicherung zum Beispiel 12,1 Prozent in den letzten zwölf Jahren und auch dieses Jahr wieder. Die Erhöhung der jährlichen Selbstbeteiligung und die Gewährung eines Tarifbonus, der von der Gothaer jederzeit gestrichen werden kann, ist dabei noch gar nicht berücksichtigt.

Wenn dann auch noch berücksichtigt wird, dass einige Gesellschaften schwache Bilanzen vorweisen: Welche durchschnittliche Prämienerhöhung soll man bei einer überschlägigen Lebensphasenbetrachtung, die dem Kunden vor Augen führt, wie er als Rentner dasteht, zu Grunde legen?

Eine Erhöhungsrate wie die oben oder auch die von Herrn Ginsberg genannte kann jedenfalls von keiner Rentenerhöhung kompensiert werden und die Schere, die sich bei einer Hochrechnung über zum Beispiel 20 Jahre ergibt, ist immer wieder beeindruckend.

Interessant wäre auch, durch eine Studie zu erfahren, wie hoch der Anteil der PKV-Versicherten ist, die tatsächlich vom Tarifwechsel profitieren. Wie hoch sind die Hürden durch eine Gesundheitsprüfung?

Dr. Wilhelm Sälter

saelter.wilhelm@t-online.de

zum Artikel: „PKV-Beiträge steigen vergleichsweise moderat”.

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Leserbriefe zum Leserbrief:

+Peter Schramm - Tarifwechsel tragen zur Beitragsstabilität bei . mehr ...

Dr. Wilhelm Sälter - Erhöhungen pro Kopf nicht mit den individuellen verwechseln. mehr ...

Peter Schramm - Pro-Kopf-Beitragsentwicklung liefert eine belastbare Aussage. mehr ...

Wilhelm Dr. Sälter - „Pro Kopf“ steigen Beiträge moderat, individuell aber stärker. mehr ...

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Geschäftsbericht · Gesundheitsreform · Private Krankenversicherung · Rente · Senioren
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