Man sollte die Aktuare nicht unterschätzen

9.2.2018 – „Für nicht mehr gesunde WWK-Kunden sieht es dadurch leider noch bitterer aus.” Keinesfalls, denn gegen den Abgang gesunder Kunden ist kalkulatorisch vorgesorgt. Die hohen Bruttobeiträge haben auch zu entsprechend hohen Rückstellungen geführt.

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Von diesen werden zum Ausgleich der Entmischung wegen des Abgangs vornehmlich Gesunder – die Antiselektion – aktuariell begründete Stornoabzüge vorgenommen. Wie das funktioniert, hat die deutsche Aktuarvereinigung für die unterschiedlichen Versicherungsformen in der Lebensversicherung für ihre Mitglieder veröffentlicht. Durch diese Abzüge wird das im Durchschnitt dann erhöhte Risiko der verbleibenden Versicherten aufgefangen.

In der Berufsunfähigkeits-Versicherung sind diese Stornoabzüge meist so hoch, dass von den vorhandenen Rückstellungen letztlich nichts mehr als Rückkaufswert ausgezahlt wird. Die Aktuare haben also längst mehr als ausreichend vorgesorgt, damit die Verschlechterung des Risikos der treuen Kunden durch die kündigenden tendenziell gesünderen Kunden selbst finanziert wird.

Man sollte sie nicht unterschätzen: mit Risiken jeder Art haben sie kein Problem, damit umzugehen. Und wenn sie dabei nach üblichen aktuariellen Grundsätzen vorsichtig waren, macht das Unternehmen sogar noch an den Abgängen einen Gewinn. Und sogar sofort und nicht erst im Laufe der Jahre der weiteren Vertragsabwicklung. Ähnlich wie wenn eine Bank für die Kündigung des hochverzinslichen Darlehens eine Vorfälligkeits-Entschädigung berechnet.

Peter Schramm

info@pkv-gutachter.de

zum Leserbrief: „Das hat nichts mit einem gierigen Vertrieb zu tun”.

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