Hat nur wenig mit der realen Armutsgefährdung zu tun

30.8.2017 – Die so nach bundesweiten Durchschnittseinkommen ermittelten Armutsgefährdungsquoten in den einzelnen Bundesländern dürften mit der realen Armutsgefährdung wenig zu tun haben.

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Bei der Grenze von 1.060 Euro für einen Einpersonenhaushalt im Jahr 2016 wird ja per Definition unterstellt, dass eine Person mit 1.000 Euro monatlichem Einkommen in Sachsen-Anhalt wie auch in München oder Stuttgart genau gleich armutsgefährdet ist und mit 1.100 Euro nicht mehr. Hingegen dürfte es jemandem mit 1.200 Euro in München oder Stuttgart wohl schlechter gehen als mit 950 Euro in Sachsen-Anhalt, da ja Lebenshaltungskosten inklusive Mieten in München und Stuttgart weit höher liegen.

Zieht ein gutverdienender Angestellter von Sachsen-Anhalt nach München, so ändert sich die Zahl der Armutsgefährdeten in Sachsen-Anhalt nicht. Weil aber ein Besserverdienender weggezogen ist, steigt dort die statistische Armutsgefährdungsquote, wohingegen sie in Bayern sinkt. Je mehr junge Besserverdiener aus anderen Bundesländern nach München ziehen, umso mehr steigen dort die Mieten und umso ärmer sind diejenigen mit weniger Einkommen dran.

Indes sinkt damit in Bayern die Armutsgefährdungsquote, weil den Armen immer mehr Besserverdiener gegenüberstehen. Die Armutsgefährdungsquote sinkt aber auch mit jedem Kleinrentner, der, um besser überleben zu können, nach Kambodscha zieht. Und auch die rund zehn Jahre geringere Lebenserwartung bei geringem gegenüber hohem Einkommen senkt mit jedem Gestorbenen die Armutsgefährdungsquote.

Peter Schramm

info@pkv-gutachter.de

zum Artikel: „Gewaltige Unterschiede bei der Armutsgefährdung in Deutschland”.

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Lebenserwartung · Private Krankenversicherung
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