Eindeutiger Beratungsfehler des Anwalts

5.9.2018 – Die Klammerabdrücke und Knicke hätte man auch ganz einfach durch ein gutes Kopiergerät in einem Copyshop für einen Euro unkenntlich machen können, wenn man schon keine persönliche Abholung wünscht.

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Es stehen einem wirklich die Haare zu Berge, wenn man das so liest. Dass man inhaltliche Korrekturen auch auf dem Wege eines Rechtsstreits einfordert, ist ja durchaus nachvollziehbr und sicher nichts Außergewöhnliches. Nur wegen Klamerabdrücken und Eselsohren die ohnehin schon überlasteten Arbeitsgerichte zu bemühen, ist dreist.

Es kann einem nur der Kläger leid tun, die die Kosten des Verfahrens zur Hälfte tragen muss und auf Geschäftemacherei seines Anwalts hereingefallen ist. Im Gesetz fehlt immer noch eine Vorschrift wonach der Anwalt die Auslagen und Kosten seines Mandanten aus eigener Tasche zu tragen hat, wenn er mutwillig und wider besseren Wissens Klage einreicht. Und dieser Fall ist ein perfektes Beispiel dafür.

Der Anwalt hätte wissen müssen, dass diese Klage keine Aussicht auf Erfolg hat, weil sein Mandant diesen Mangel ohne weiteres selbst hätte beseitigen können. Hier liegt ein eindeutiger Beratungsfehler des Anwalts vor. Es kann nicht sein, dass Anwälte für jeden Unsinn bezahlt werden müssen und wir als Versicherungsvermittler für professionelle Beratung leer ausgehen, wenn wir nicht abschließen.

Welche ein unsinniges Verfahren und welch ein richtiges Urteil. Und wie gesagt, der Kläger als Leidtragender kann einem leid tun.

Nicola Kerler

kerlerversmakler@t-online.de

zum Artikel: „Von vermeintlichen Geheimzeichen in Zeugnissen”.

Leserbriefe zum Leserbrief:

Peter Schramm - Es bestand eine Vielzahl an Beanstandungen anderer inhaltlicher Art. mehr ...

Schlagwörter zu diesem Artikel
Arbeitsrecht · Versicherungsvermittler
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