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Eher eine Mogelpackung

4.8.2020 – Das in meinen Augen eigentliche Problem liegt darin, dass auf der einen Seite suggeriert wird, man vertrete die Interessen der unabhängigen Finanzdienstleister (Homepage „Wir über uns”) während auf der anderen Seite laut Satzung „Selbstständige, Freiberufler, Arbeitgeber (natürliche und juristische Personen) und Verbände von Arbeitgebern, welche einen Bezug zur Finanzdienstleistung haben” Mitglied werden können. Versicherer und sogar der GDV können also auch ordentliches Mitglied werden und über den AfW ihre wirtschaftlichen Interessen fördern lassen.

Unabhängig von seinen Mitgliedern muss und kann ein Verein selbstredend nicht sein. Wenn nun aber jeder Mitglied werden kann, der mit Finanzdienstleistungen Geld verdient, ist der AfW definitionsgemäß zwingend „unabhängig”, genauso zwingend sind aber auch Interessenskonflikte innerhalb der Mitgliederschaft.

Vielleicht mag dies ein Grund sein, weshalb konkrete Kritikpunkte in der Regel eher nicht-öffentlich angesprochen werden, wie Norman Wirth in seinem Leserbrief ausführt. Man kann Herrn Wirth und dem AfW zur geschickten PR und Außendarstellung nur gratulieren – als Verband für unabhängige Finanzdienstleister ist das Ganze eher eine Mogelpackung oder, schärfer formuliert, ein Instrument, um in Sachen Lobbyismus auch einmal über Bande spielen zu können.

Frank Golfels

kanzlei@golfels.com

zum Leserbrief: „Unabhängigkeit und finanzielle Unterstützung schließen sich aus”.

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