Egebnisse sind alles, aber nicht repräsentativ

2.2.2021 – Für mich fällt diese „Untersuchung” in die Kategorie unnützes Wissen. Wenn Kunden die Schadenregulierung eines Versicherers bewerten sollen, dann können sie das nur unter der Vorraussetzung, dass sie selbst bei eben diesem Versicherer einen Vertrag in der gefragten Sparte haben und darüber hinaus auch (mindestens) einen Schaden zu regulieren hatten.

Schon allein aus diesen Voraussetzungen ergibt sich, dass die Ergebnisse alles, aber niemals repräsentativ sein können. Weder hat der Kunde Vergleichsmöglichkeiten, noch hat er den Überblick über die allgemeine Schadenregulierungs-Praxis seines Versicherers.

So habe ich selbst zum Beispiel schon erlebt, dass die Schadenregulierung eines großen Versicherers nach einer lokalen Überschwemmung aufgrund Starkregen von mehreren Kunden als sehr gut bewertet wurde. Meiner Meinung nach wurden diese Kunden reihenweise über den Tisch gezogen, weil der Versicherer sehr schnell vor Ort aktiv war. Noch bevor die tatsächliche Schadenhöhe ermittelt werden konnte, haben sich die Kunden über die großzügig verteilten Schecks in fünfstelliger Höhe gefreut und gern unterschrieben, dass damit alle Ansprüche abgegolten sind.

Der Kunde fühlt sich dabei so gut betreut, dass er – wenn überhaupt – erst viel später mitbekommt, dass er sein Haus nicht für zum Beispiel 15.000 Euro trocknen und sanieren kann. Doch auch diese Art von Schadenregulierung wird als fair und kundenfreundlich wahrgenommen. Der Maklerkunde zwei Häuser weiter hatte einen Schaden in zehnfacher Höhe.

Michael Jahn

jahn@gmx.net

zum Artikel: „Diese Gebäude- und Hausratversicherer regulieren besonders fair”.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Schadenregulierung · Starkregen
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