„Betriebstreue” kann zum echten Problem werden

3.7.2019 – Was hat die Dauer der Betriebszugehörigkeit mit der Treue zum Arbeitgeber zu tun? Wer vor drei Jahren als Berufsanfänger angestellt wurde, ist deswegen, weil er erst drei Jahre dem Betrieb angehört, doch nicht unterdurchschnittlich treu.

Diejenigen, die ihre Beschäftigung beendet haben, müssen deshalb auch nicht zu einem anderen Arbeitgeber gewechselt sein. Sie können auch berufsunfähig geworden oder schlicht in Altersrente gegangen sein, gestorben sein oder den Beruf ganz oder vorübergehend aufgegeben haben, so wegen Kindererziehung.

Aufgrund doch zahlreicher später Quereinsteiger in die Versicherungsbranche können Abgänge von Altersrentnern auch schon nach 20 bis 25 Jahren erfolgen. Dies mit „Betriebstreue” in Verbindung zu bringen, ist weit hergeholt. Der Anstieg der Zugehörigkeitsdauer ist bereits durch abnehmende Neueinstellungen erklärbar, die anfangs zu einer geringeren Dauer beitragen würden.

Die wohl noch weit geringere Bereitschaft zum Wechsel des Arbeitgebers in der Versicherungsbranche mag auch daraus resultieren, dass Versicherungs-Angestellte sich meist gar nicht mehr für einen Beruf außerhalb dieser Branche geeignet halten. Innerhalb der Versicherungsbranche aber erwartet man nicht unbedingt, dass es woanders besser ist.

Die „Betriebstreue” aber wird selbst zum echten Problem, wenn zahlreiche Arbeitnehmer innerlich gekündigt haben. Sie bleiben, mangels Alternative, aufgrund guter Bezahlung, und nachdem ihre innerliche Kündigung auch gar nicht auffällt.

Peter Schramm

info@pkv-gutachter.de

zum Artikel: „So lange sind die Assekuranzmitarbeiter ihrem Versicherer treu”.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Gewerbeordnung · Private Krankenversicherung · Rente
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