Arbeitnehmer vermehrt ungerecht belastet

14.12.2017 – Da Selbstständige sich aussuchen können, ob sie privat oder gesetzlich versichert sein wollen, können sich gutverdienende Selbstständige der Solidarität mit den geringverdienenden Selbstständigen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) entziehen. Damit müssen diese von den pflichtversicherten abhängig Beschäftigten „solidarisch” subventioniert werden.

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Es führt dann zu weiteren großen Ungerechtigkeiten, wenn zur Beitragsbemessung beim Selbstständigen auf das zu versteuernde Einkommen abgestellt werden soll. So mindert zum Beispiel der tatsächliche volle Aufwand für Fahrten mit dem Kfz zum Betrieb beim Selbstständigen das zu versteuernde Einkommen – beim Arbeitnehmer nur geringe Kilometerpauschalen, die aber das sozialversicherungs-pflichtige Einkommen gerade nicht vermindern.

Ebenso mindert der Aufwand für ein häusliches Arbeitszimmer beim Angestellten zwar die Steuer, nicht aber sein sozialversicherungs-pflichtiges Einkommen. Der GmbH-Geschäftsführer kann seine Altersversorgung steuerfrei über eine Pensionszusage gestalten, so dass auch kein Krankenkassenbeitrag auf den Aufwand fällig wird.

Der abhängig Beschäftigte aber muss auch auf die von ihm gezahlten Arbeitnehmeranteile zur Rentenversicherung Sozialabgaben zahlen. Und bei Entgeltumwandlung gibt es für ihn enge Höchstgrenzen, bis zu denen diese sozialabgabenfrei bleibt.

Solange Selbstständige sich aussuchen können, ob sie lieber das Solidarsystem der GKV beanspruchen oder sich dem entziehen wollen, werden die Arbeitnehmer künftig noch vermehrt ungerecht belastet.

Peter Schramm

info@pkv-gutachter.de

zum Artikel: „Was sich 2018 in der GKV ändert”.

Leserbriefe zum Leserbrief:

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