Zu den Rechten und Pflichten von Azubis und Ausbildern

5.7.2018 – Angehenden Versicherungsfachwirten werden in ihrer Abschlussprüfung nicht nur Fragen zu ihrem Versicherungswissen vorgelegt. Als zukünftige potenzielle Führungskräfte müssen sie auch das Thema Mitarbeiterausbildung beherrschen. Eine Aufgabe hierzu stellt Folge 118 der Serie „Testen Sie Ihr Versicherungswissen“ vor.

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(Bild: Nikolae/Fotolia.com, Pieloth)
(Bild: Nikolae/Fotolia.com, Pieloth)

Rund 11.100 Personen absolvieren bei den Versicherungs-Unternehmen derzeit ihre Berufsausbildung (VersicherungsJournal 13.3.2018). Hinzu kommen noch Auszubildende bei Maklern und anderen selbstständigen Vermittlern, die in den Zahlen des Arbeitgeberverbands der Versicherungs-Unternehmen in Deutschland e.V. (AGV) nicht mit erfasst sind.

Damit angehende Versicherungsfachwirte in ihrer zukünftigen Beschäftigung auch als Ausbilder fungieren können, umfasst ihre Prüfung im Fach „Personalführung, Qualifizierung und Kommunikation“ stets eine Frage aus diesem Bereich.

In dieser Folge des VersicherungsJournal-Wissensquiz stehen die Rechte und Pflichten der Beteiligten im Mittelpunkt. Die vorgestellte Prüfungsaufgabe entstammt dem Fundus des Deutschen Industrie- und Handelskammertags e.V. (DIHK) aus dem Herbst 2014.

Ausgangssituation – Mehr Ausbildungsplätze anbieten

Bedingt durch den immer stärkeren Wettbewerb um qualifizierte Nachwuchskräfte hat der Vorstand der Proximus Versicherung AG beschlossen, die Anzahl der Ausbildungsplätze zu erhöhen. Zudem sollen Personalentwicklungs-Programme zur Förderung von Führungs-Nachwuchskräften intensiviert werden.

Als Personalreferent sind Sie als Ansprechpartner von Führungskräften und Ausbildern sowie für Auszubildende und Teilnehmer der Personalentwicklungs-Programme eingesetzt.

Aufgabe – Rechte und Pflichten von Azubis und Ausbildern kennen

Zur Vorbereitung auf die Ausbildertätigkeit führen Sie mit neuen Ausbildern verschiedene Workshops beziehungsweise Informations-Veranstaltungen durch. Dabei informieren Sie in einem kurzen Vortrag über Pflichten von Auszubildenden und des Ausbildenden während der Ausbildung.

a) Nennen Sie je drei Pflichten von

  • Auszubildenden und
  • Ausbildenden.

b) Stellen Sie zwei rechtliche Aspekte dar, die bei der Ausbildung von Jugendlichen berücksichtigt werden müssen.

c) Ein Ausbilder berichtet, dass er in seiner Abteilung einen Auszubildenden mit erheblichem Fehlverhalten hat, welches bei den Mitarbeitern bereits zu Diskussionen über eine mögliche Trennung von dem Auszubildenden geführt hat. Stellen Sie vier grundsätzliche Möglichkeiten zur Beendigung eines Ausbildungs-Verhältnisses dar.

Lösungshinweise

Fachwissen aus dem Handlungsbereich „Personalführung, Qualifizierung und Kommunikation“

Aufgabe

Lösung

a)

Die Pflichten der Auszubildenden sind in § 13 BBiG beschrieben, zum Beispiel:

  • die im Rahmen ihrer Berufsausbildung aufgetragenen Aufgaben sorgfältig auszuführen,
  • den Weisungen zu folgen, die ihnen im Rahmen der Berufsausbildung von Ausbildenden und Ausbildern oder weisungsberechtigten Personen erteilt werden,
  • Werkzeuge, Maschinen und sonstige Einrichtungen pfleglich zu behandeln,
  • über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse Stillschweigen zu bewahren.

Die Pflichten der Ausbildenden sind in § 14 ff. BBiG beschrieben, zum Beispiel:

  • Ausbildende haben dafür zu sorgen, dass den Auszubildenden die berufliche Handlungsfähigkeit vermittelt wird. Sie müssen die Berufsausbildung planmäßig, zeitlich und sachlich gegliedert durchführen.
  • Sie müssen kostenlos die Ausbildungsmittel zur Verfügung stellen. Ausbildende müssen die Auszubildenden zum Besuch der Berufsschule und zum Führen von Ausbildungsnachweisen anhalten.
  • Nach § 15 BBiG haben Ausbildende die Auszubildenden für den Besuch der Berufsschule und zur Teilnahme an Prüfungen freizustellen.
  • Gemäß § 16 BBiG haben Ausbildende nach Beendigung des Berufsausbildungs-Verhältnisses ein schriftliches Zeugnis auszustellen.

b)

Zum Beispiel:

  • § 8 JArbSchG, tägliche Arbeitszeit: nicht mehr als acht Stunden täglich – höchstens 8,5 Stunden; nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich.
  • § 9 JArbSchG, Berufsschule: Der Arbeitgeber hat den Jugendlichen für die Teilnahme am Berufsschulunterricht freizustellen. Er darf den Jugendlichen nicht beschäftigen:
  1. vor einem vor 9.00 Uhr beginnenden Unterricht,
  2. an einem Berufsschultag mit mehr als fünf Unterrichtsstunden von mindestens je 45 Minuten, einmal in der Woche,
  3. in Berufsschulwochen mit einem planmäßigen Blockunterricht von mindestens 25 Stunden an mindestens fünf Tagen; zusätzliche betriebliche Ausbildungs-Veranstaltungen bis zu zwei Stunden wöchentlich sind zulässig.
  • § 11 JarbSchG, Pausenregelung: 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als viereinhalb Stunden bis sechs Stunden; 60 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden.
  • § 14 JArbSchG: Beschäftigungszeit in der Zeit von 6.00 Uhr bis 20.00 Uhr
  • § 32 JArbSchG: Ein Jugendlicher kann nur dann beschäftigt werden, wenn er innerhalb der letzten vierzehn Monate von einem Arzt untersucht worden ist (Erstuntersuchung) und dem Arbeitgeber eine von diesem Arzt ausgestellte Bescheinigung vorliegt.

Zu c)

Möglichkeiten zur Beendigung des Ausbildungs-Verhältnisses können sein:

  • Während der Probezeit (§ 22 Absatz 1 BBiG) kann das Berufsausbildungs-Verhältnis schriftlich, ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist, gekündigt werden.
  • Nach der Probezeit (§ 22 Absatz 2 BBiG) kann das Berufsausbildungs-Verhältnis von beiden Seiten nur aus einem wichtigen Grund (zum Beispiel Diebstahl) ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist beendet werden.
  • Nach der Probezeit kann vom Auszubildenden das Berufsausbildungs-Verhältnis mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen gekündigt werden, wenn er die Berufsausbildung aufgeben oder sich für eine andere Berufstätigkeit ausbilden lassen will.
  • Das Ausbildungsverhältnis kann jederzeit im beiderseitigen Einvernehmen schriftlich aufgehoben werden. Ausbildende und Auszubildende schließen dazu einen Aufhebungsvertrag.
  • Beendigung durch Zeitablauf: Hierbei liegt der konkret vereinbarte Termin aus dem Ausbildungsvertrag zugrunde.
  • Beendigung durch Bestehen der Abschlussprüfung: Bei Bestehen der Abschlussprüfung endet das Berufsausbildungs-Verhältnis mit Bekanntgabe des Ergebnisses durch den Prüfungsausschuss.

Frühere Beiträge aus dieser Artikelserie finden sich im Archiv des VersicherungsJournals unter diesem Link.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Ausbildung · Diebstahl · Mitarbeiter · Versicherungsfachwirt
 
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