Versicherungswirtschaft verliert Spitzenplatz als Branche mit dem höchsten Durchschnittsgehalt

13.1.2026 – Welches Gewerbe sich im aktuellen Kununu-Gehaltscheck vor die Assekuranz schieben kann – und wie sich die Versicherer und Versicherungsdienstleister im Vergleich zu anderen Branchen schlagen. (Bild: Wenig)

Die Kununu GmbH hat mit ihrem „Gehaltscheck 2026“ einen umfangreichen Vergleich von Gehältern in verschiedenen Berufen und Branchen veröffentlicht. Die Auswertung beruht auf 1,13 Millionen Gehaltsangaben, die auf der Plattform für Arbeitgeberbewertungen abgegeben wurden – davon stammen rund 615.000 Angaben aus dem Jahr 2025.

Berücksichtigt für die Studie wurden alle Gehaltsangaben von Vollzeitbeschäftigten, wie Kununu mitteilt. Das heißt, die Gehälter von Mitarbeitern in Teilzeit, Azubis und Praktikanten finden sich nicht in den Daten wieder.

Durchschnittliche Jahresbruttogehälter berücksichtigt

Die dargestellten Werte sind zudem die durchschnittlichen Jahresbruttogehälter. Damit unterscheidet sich die Studie vom kürzlich vorgelegten Gehaltsvergleich, den die The Stepstone Group Deutschland GmbH vorgelegt hat (VersicherungsJournal 7.1.2026). Dort werden die Mediangehälter ausgewiesen. Der Unterschied:

  • Durchschnittliches Gehalt: Hier werden alle Gehälter addiert und dann durch die Anzahl der Personen geteilt. Das kann durch extrem hohe oder niedrige Gehälter beeinflusst werden.
  • Mediangehalt: Hier wird das mittlere Gehalt genommen – also der Betrag, bei dem genau die Hälfte der Gehälter darüber und die andere Hälfte darunter liegt. Dadurch wird der Einfluss extremer Werte (sehr hohe oder sehr niedrige Gehälter) ausgeglichen.
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Gehälter oberhalb des definierten Gehaltsbandes aussortiert

Allerdings wendet auch Kununu ein Verfahren an, um Verzerrungen durch besonders hohe oder niedrige Gehaltsangaben zu vermeiden. So werden Gehälter, die außerhalb eines zuvor definierten Gehaltsbandes liegen, aussortiert, sofern sie nicht durch eine ausreichend große Zahl weiterer Angaben bestätigt werden.

Sowohl der allgemeine branchenübergreifende Überblick der Gehälter als auch die Auswertung einzelner Branchen beruhen auf Daten aus dem Jahr 2025. Für die gesonderte Auswertung einzelner Berufe wurde auch auf Daten zugegriffen, die bis ins Jahr 2024 zurückreichen.

Was die Deutschen im Durchschnitt verdienen

Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt der Deutschen lag 2025 bei 51.272 Euro. Das entspricht einer Steigerung um rund 2,1 Prozent gegenüber 2024, als es noch bei 50.239 Euro gelegen hatte (VersicherungsJournal 13.1.2025).

Frauen verdienten auch in Vollzeit weiterhin weniger als Männer. Ihr durchschnittliches Bruttojahresgehalt betrug 47.028 Euro, das der Männer 53.856 Euro. Dies entspricht einem Unterschied von rund 13 Prozent. Ein Grund dafür ist, dass weibliche Beschäftigte tendenziell häufiger in schlechter bezahlten Gewerben wie Fürsorge- und Pflegeberufen arbeiten.

Besonders deutlich fällt der Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern aus, sobald Personalverantwortung hinzukommt. Führungskräfte verdienen im Schnitt 61.062 Euro jährlich. Männer mit Leitungsfunktion kommen dabei auf 64.182 Euro, während Frauen mit Personalverantwortung durchschnittlich nur 53.793 Euro erzielen.

Unternehmensgröße hat Einfluss auf das Gehalt

Darüber hinaus hängt das erzielte Gehalt stark von der Größe des Arbeitgebers ab. Beschäftigte in Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern kamen im Schnitt auf 49.470 Euro. In Betrieben mit 501 bis 1.000 Mitarbeitern lag das Durchschnittsgehalt bei 54.118 Euro, in Unternehmen mit mehr als 10.000 Beschäftigten sogar bei 58.767 Euro. Weitere Faktoren, die Einfluss auf das Gehalt haben, sind:

  • Das Gehalt variiert deutlich nach Region und Bundesland. Am meisten verdienen Beschäftigte in Hessen mit einem durchschnittlichen Jahresbrutto von 55.064 Euro. In Mecklenburg-Vorpommern als Schlusslicht liegt das Einkommen mit 42.660 Euro rund 22,5 Prozent niedriger.
  • Auch die Berufserfahrung wirkt sich auf das Durchschnittsgehalt aus. Berufseinsteiger mit bis zu drei Jahren Erfahrung erhalten im Schnitt 44.876 Euro. Beschäftigte mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung kommen dagegen bereits auf 59.023 Euro – eine Gehaltsentwicklung von mehr als 31 Prozent.
  • Führungskräfte verdienen im Schnitt 61.062 Euro jährlich und damit im Mittel fast 12.500 Euro mehr als Beschäftigte ohne Führungsverantwortung, die auf ein Durchschnittsgehalt von 48.565 Euro kommen.

Versicherungsbranche verliert Spitzenplatz an Bankgewerbe

Bei der Frage, welche Branchen im Durchschnitt die höchsten Gehälter zahlen, gab es einen Wechsel an der Spitze: Die Bankenbranche eroberte mit einem Durchschnittsgehalt von 63.013 Euro den ersten Rang, während sie im Vorjahr noch auf dem zweiten Platz lag. Das Durchschnittsgehalt stieg um rund 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Damit rutscht die Versicherungsbranche mit einem Durchschnittsgehalt von 62.636 Euro auf den zweiten Rang ab. Binnen zwölf Monaten legten die Gehälter um rund 1,5 Prozent zu (Vorjahr: 61.724 Euro).

Unter „Versicherungen“ wurden hierbei nicht allein die Erst- und Rückversicherer als Arbeitgeber erfasst. Die Liste auf der Kununu-Webseite weist zum Beispiel auch gesetzliche Krankenversicherer, große Maklerhäuser oder Verbände wie den Verband der Ersatzkassen e.V. (VDEK) aus.

Jahresgehalt nach Branchen (Bild: Wenig)

Energiebranche schiebt sich vor IT

Auch auf den folgenden Plätzen gibt es einen Wechsel: Die Energiebranche schiebt sich mit einem Durchschnittsgehalt von 61.817 Euro auf Rang drei vor und verzeichnet damit ein Plus von rund 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die IT-Branche folgt mit 61.527 Euro auf Rang vier; hier stiegen die Gehälter um rund 1,4 Prozent binnen Jahresfrist.

Auf den Plätzen fünf bis sieben folgen die Branchen Beratung/Consulting, Medizin und Pharma sowie Forschung und Entwicklung. Die durchschnittlichen Jahresgehälter bewegen sich dabei zwischen 59.410 Euro und 57.261 Euro.

Ebenfalls in den Top Ten der bestbezahlten Branchen liegen Chemie, Maschinenbau und die Internetbranche. Auf Kununu wird dabei zwischen IT- und Internet-Branche unterschieden: IT umfasst klassische Software-, Hardware- und Systemdienstleister, während Internet Online-Plattformen, E-Commerce und digitale Services abbildet.

Einen detaillierten Einblick in die Studie und die Gehaltsübersichten der Branchen bietet die Kununu-Webseite unter diesem Link.

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