MLP bekräftigt Wachstumsprognose trotz erneuten Gewinnrückgangs

8.3.2024 (€) – Die Gesamterlöse der MLP-Gruppe stiegen im Geschäftsjahr 2023 um drei Prozent auf 973 Millionen Euro. Der größte Bereich „Vermögen“ wuchs um zehn auf 408 Millionen Euro. Beim zweitgrößten Bereich „Vorsorge“ addieren sich „Altersvorsorge“ mit 234 Millionen Euro und „Krankenversicherung“ mit 60 Millionen Euro auf 294 Millionen Euro. Die Sachversicherung legte um 15 Prozent auf 201 Millionen Euro zu. MLP sieht einen Trend zu zunehmendem hochqualifizierten Beratungsbedarf durch steigende Fälle von Vermögensübertragungen. Ebit und Konzernüberschuss sinken als Folge einer Firmenwertabschreibung im Immobilienbereich. Bis Ende des Jahres 2025 ist unverändert ein Ebit-Anstieg auf 100 bis 110 Millionen Euro geplant.

„Die MLP-Gruppe blickt auf ein sehr solides Geschäftsjahr 2023 zurück. In einer Zeit mit gravierenden externen Belastungen hat sie ihre ausgeprägte Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt“, fasste Uwe Schroeder-Wildberg, Vorstandsvorsitzender der MLP SE, die vorläufigen Ergebnisse am Donnerstag auf der virtuellen Bilanz-Pressekonferenz zusammen.

Uwe Schröder-Wildberg (Bild: MLP SE)
Uwe Schroeder-Wildberg (Bild: MLP)

Sachversicherung wächst um 15 Prozent

Die Gesamterlöse stiegen um drei Prozent auf 973 Millionen Euro. In der Berichterstattung wurden die bisherigen Beratungsfelder sowie das Zinsgeschäft in drei Leistungsbereiche überführt: Vermögen, Vorsorge und Absicherung.

Größter Bereich ist „Vermögen“. Hier stiegen die Erlöse von 398 auf 408 Millionen Euro. Der Bereich umfasst das Vermögensmanagement, das 308 (Vorjahr: 317) Millionen Euro beisteuerte, das Zinsgeschäft mit 66 (21) Millionen Euro, sowie die Immobilienvermittlung mit 51 (88) Millionen Euro und die Immobilienfinanzierung mit 14 (22) Millionen Euro.

Beim zweitgrößten Bereich „Vorsorge“ addieren sich „Altersvorsorge“ mit 234 (229) Millionen Euro und „Krankenversicherung“ mit 60 (56) Millionen Euro auf 294 Millionen Euro. Der ehemalige Bereich „Sachversicherung“, nun „Absicherung“, legte um 15 Prozent auf 201 (174) Millionen Euro zu. Er umfasst sowohl Privatkunden- als auch Gewerbe- und Industriegeschäft.

Wachsende Zahl von Vermögensübertragungen

MLP betreut ein Vermögen von 57,0 (54,3) Milliarden Euro. Der Bestand in der Sachversicherung stieg von 632 auf 687 Millionen Euro. Er hat sich damit seit dem Jahr 2016 mehr als verdoppelt.

Dazu haben die Zukäufe von Industriemaklern wie der RVM Versicherungsmakler GmbH & Co. KG beigetragen (VersicherungsJournal 5.4.2022). Die Zahl der sogenannten „Familienkunden“ stieg von knapp 570.000 auf 580.000.

Neben diesen für das zukünftige Wachstum wichtigen Bestandskennziffern sieht Schroeder-Wildberg einen Trend zu zunehmendem hochqualifizierten Beratungsbedarf durch steigende Fälle von Vermögensübertragungen. Davon sollten alle MLP-Bereiche profitieren.

„Bis Ende 2027 dürften allein in Deutschland bis zu 400 Milliarden Euro an die nächste Generation übertragen werden“, stellte der Vorstandsvorsitzende fest. Hinzu kommen die Auswirkungen der Demografie: „Unsere Kundschaft erkennt, dass die Leistungsfähigkeit des gesetzlichen Rentensystems in seiner heutigen Ausgestaltung immer schwieriger aufrecht zu erhalten sein wird.“

Ebit und Konzernüberschuss sinken erneut

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging auch im Geschäftsjahr 2023 zurück. Entgegen den prognostizierten rund 100 Millionen Euro sank es um sechs Prozent auf 70,7 Millionen Euro. Auch der Konzernüberschuss reduzierte sich: Nach 62,8 Millionen Euro im Jahr 2021 (11.3.2022) und 48,6 Millionen Euro im Jahr 2022 (10.3.2023) liegt er jetzt bei 44,1 Milliarden Euro.

Finanzvorstand Reinhard Loose begründete den Rückgang mit einem Sondereffekt. Es wurde eine Firmenwertabschreibung im Bereich Deutschland-Immobilien vorgenommen. „In allen anderen operativen Segmenten des MLP Konzerns war hingegen ein solider Geschäftsverlauf zu verzeichnen.“ Vorgeschlagen wird eine unveränderte Dividende von 30 Cent pro Aktie.

Ausblick: Umsatz soll auf über eine Milliarde Euro steigen

Unter nochmals schwieriger gewordenen Rahmenbedingungen rechnet MLP für das laufende Geschäftsjahr mit einem Ebit von 75 bis 85 Millionen Euro. Dabei wird in den Bereichen „Vermögen“ und „Vorsorge“ von Wachstum ausgegangen.

MLP bekräftigte die Planung, bis Ende des Jahres 2025 einem Ebit-Anstieg auf 100 bis 110 Millionen Euro zu erreichen. Das im Konzern betreute Vermögen soll weiter ansteigen, die Bestände in der Sachversicherung auf bis zu 810 Millionen Euro ausgebaut werden und alle Teile der MLP Gruppe nachhaltig wachsen.

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