So (un)attraktiv ist die Versicherungsbranche für Studierende

24.4.2019 – Kaum eine Branche ist unter Studierenden der Wirtschafts-wissenschaftlichen Fachrichtung so unbeliebt wie die Versicherungsbranche. Hier reichte es nur zum drittletzten Platz, wie das aktuelle „Absolventenbarometer 2019“ für den Bereich Wirtschafts-Wissenschaften ergab. Noch schlechter sieht es bei den stark nachgefragten High Potentials aus: Hier landete die Assekuranz abgeschlagen auf dem letzten Platz.

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Lediglich die Allianz-Gruppe und die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG (Munich Re) gehören zu den 100 Top-Arbeitgebern, die Studierende der Wirtschafts-Wissenschaften als besonders attraktiv einstufen beziehungsweise bei denen sie sich am ehesten bewerben würden.

Dies zeigt das aktuelle Absolventenbarometer für diese Fachrichtung der Trendence Institut GmbH. Datenbasis der Untersuchung sind Onlinefragebögen, die von über 16.400 Studierenden der Wirtschafts-wissenschaftlichen Fächer an 115 Hochschulen ausgefüllt worden sind.

Allianz immerhin an 28. Stelle

Die Allianz konnte immerhin einen Anteil von 2,8 Prozent an den Nennungen als Wunscharbeitgeber unter den angehenden Ökonomen auf sich vereinen (Mehrfachnennungen waren möglich). Das reichte für Position 28. Dieselbe Platzierung hatte Deutschlands größter Versicherer auch im Vorjahr erreicht – mit einem um 0,2 Prozentpunkte niedrigeren Anteil (VersicherungsJournal 28.4.2018).

Die Munich Re landete an 98. Stelle. Nur 0,6 Prozent der Studierenden nannte den Rückversicherer als einen ihrer Wunscharbeitgeber. Im Vorjahr lag die Gesellschaft mit einem Anteil von 0,7 Prozent immerhin noch auf Rang 90.

Jeweils jeder 500. Befragte gab an, bei der Ergo-Gruppe oder der Hannover Rück SE arbeiten zu wollen. Dies entspricht dem 118. Platz. Weitere Versicherer sucht man in der Rangliste vergeblich.

Abgeschlagen bei den High Potentials

Aus dem (Investment-) Banking-Sektor tauchen hingegen fast ein Dutzend Gesellschaften unter den Top 100 auf. Allerdings hält sich die Attraktivität in Grenzen: Am besten schnitten die Europäische Zentralbank und Goldmann Sachs ab (geteilte 30. Position mit jeweils 2,7 Prozent Anteil). Damit reihen sich die beiden Institute erst hinter der Allianz ein.

Beliebteste Finanz-Arbeitgeber (Bild: Wichert)

Weitere Ergebnisse des Barometers: Bei den männlichen Studierenden kommt die Allianz mit 3,8 Prozent auf einen deutlich höheren Anteil als insgesamt. Bei den sogenannten High Potentials reichte es mit 2,4 Prozent hingegen nur zu Rang 32. Letztere sind definiert als Studierenden, die zu den besten 25 Prozent ihres Jahrgangs gehören, Auslands- sowie Praxiserfahrung haben und sich außeruniversitär engagieren – sei es sozial, politisch oder kulturell.

Schlechtes Abschneiden im Branchenvergleich

Ein für die Assekuranz wenig schmeichelhaftes Bild zeigt sich beim Blick auf die Beliebtheit auf Branchenebene. Als attraktiv für einen Studierenden gilt ein Wirtschaftszweig für Trendence dann, wenn mindestens zwei der drei gewählten Top-Arbeitgeber des Befragten dieser Branche angehören.

Dem Absolventenbarometer zufolge sind nur die beiden Wirtschaftszweige Telekommunikation (0,1 Prozent) sowie Energie/ Versorgung/ Umwelt (0,4 Prozent) unattraktiver als die Versicherungsbranche. Für Letztere wird ein Wert von 0,7 Prozent ausgewiesen. Spitzenreiter sind die Automobilhersteller (19,0 Prozent) mit hauchdünnem Vorsprung vor der Consultingbranche (18,7 Prozent).

Hinsichtlich des Geschlechts sind bei den Bewertungen für die Assekuranz keine Unterschiede zu beobachten. Auch hier landeten die Versicherer jeweils auf dem drittletzten Platz.

Allerdings haben nur 0,1 Prozent der High Potentials der Wirtschafts-Wissenschaften eine klare Präferenz für die Versicherungsbranche. Damit ist die Assekuranz abgeschlagenes Schlusslicht unter den Wirtschaftszweigen. An der Spitze liegt die Consultingbranche, die fast jeder High Potential attraktiv findet.

Hintergründe zur Untersuchung

Das Absolventenbarometer ist nach Unternehmensangaben eine repräsentative Studie unter 55.000 abschlussnahen Studierenden verschiedener Fachrichtungen von knapp 200 Hochschulen in Deutschland über ihre Wunscharbeitgeber und Karrierepläne.

Die Rankings sind „ein Indikator dafür, welche Arbeitgeber und Branchen mit zunehmendem Fachkräftemangel zu kämpfen haben und welche Branchen aus einem vollen Pool an Bewerbern schöpfen und die für sie passenden Talente herausfiltern können“, so Trendence.

Leserbriefe zum Artikel:

+Dietmar Neuleuf - Verschnarchtes Image trifft längst nicht mehr zu. mehr ...

Thomas Oelmann - Über Jahre hinweg kein Widerspruch aus der Versicherungswirtschaft. mehr ...

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