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Modernisierte Berufsausbildung gestartet

2.8.2022 – Die neuen Auszubildenden zu Kaufleuten für Versicherungen und Finanzanlagen starten ab August mit einer modernisierten Ausbildungsverordnung und dem Bedingungswerk Proximus 5. Wesentliche inhaltliche Änderungen sind Kundenbedarfsfelder statt Produkt-/ Spartenorientierung und die Einbindung digitaler Kompetenzen. Im neuen Rahmenlehrplan werden sieben Bedarfsfelder unterschieden, die jeweils Einzelbedarfe der Lebenssituation der Kunden bündeln.

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Der „Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzanlagen“ ist mit mehr als 12.500 Ausbildungsverträgen im Jahr 2021 einer der am stärksten nachgefragten kaufmännischen Ausbildungsberufe in Deutschland. Die neuen Auszubildenden (Azubis) starten ab August mit einer modernisierten Ausbildungsverordnung.

Das Berufsbildungswerk der Versicherungswirtschaft (BWV) e.V. hatte in 18 Monaten als Sozialpartner der Arbeitgeberseite mit seinen Partnern im Neuordnungsverfahren die neue Ausbildungsverordnung erarbeitet. Diese wurde am 8. März 2022 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

Neue Ausbildungsverordnung und neuer Rahmenlehrplan

Die Ausbildungsordnung für den betrieblichen Teil sowie der darauf abgestimmte Rahmenlehrplan für den schulischen Teil der Ausbildung lösen die bestehende Verordnung beziehungsweise den bisherigen Rahmenlehrplan ab. Im direkten Anschluss an die Neuordnungsarbeit hat der BWV mit zahlreichen Infoveranstaltungen mehr als 1.000 Ausbildungsbeteiligte auf die Neuerungen vorbereitet.

Der Bildungsverband stellt auch die neue Internetplattform www.kvf-guide.bwv.de ins Netz. Sie erläutert den neuen Ausbildungsrahmenplan als Online-Nachschlagewerk. Auch die Unternehmens-übergreifenden Bedingungen der fiktiven Proximus-Versicherung wurden neu aufgelegt, nun gilt das Bedingungswerk Proximus 5 (VersicherungsJournal 14.7.2022).

Digitale Kompetenzen sind eingebunden

„Mit dieser Ausbildung können sich junge Menschen zu Katalysatoren des Wandels entwickeln: Sie erwerben versicherungs-technisches Know-how und ein fundiertes IT-Verständnis, und sie lernen, agil und eigenverantwortlich in Projekten zu arbeiten. Genau das benötigen sie für ihr zukünftiges Berufsleben“, kommentierte Katharina Höhn, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des BWV.

Inhaltliche Änderungen sind:

  • Kundenbedarfsfelder statt Produkt-/ Spartenorientierung,
  • Verortung Nachhaltigkeit,
  • Finanzanlage als ein Element der Kernqualifikation,
  • Einbindung digitaler Kompetenzen,
  • agile Projektmethoden und agiles Projektmanagement,
  • in einer der fünf Wahl-Qualifikationseinheiten (WQE) Mischung von kaufmännischen und IT-Inhalten,
  • neue Standardberufsbild-Positionen.

Ab sofort gibt es keine Fachrichtungen mehr. Dagegen werden die Wahlqualifikationen gestärkt. Eine aus fünf muss, eine weitere kann gewählt werden. Die angehenden Fachkräfte sollen durch eine verpflichtende Kernqualifikation eine breite Basis-Kompetenz und durch die Auswahl einer Spezialisierung vertiefende Kompetenzen für ihr späteres konkretes Tätigkeitsfeld erwerben.

Strukturmodell (Bild: BWV)
Ausbildung zu Kaufleuten Versicherungen und Finanzanlagen, Strukturmodell (Bild: BWV)

Kundenbedarfsfelder lösen Sparten- und Produktorientierung ab

Im neuen Rahmenlehrplan werden sieben Bedarfsfelder unterschieden: „Wohnen“, „Rechtsstreitigkeiten und Ansprüche Dritter“, „Mobilität und Reisen“, „Arbeitskraft“, „Gesundheit“, „Finanzanlagen“ und „Alters- und Hinterbliebenen-Versorgung“. Ein Bedarfsfeld ist eine Bündelung von Einzelbedarfen der Lebenssituation der Kunden, zu dem Versicherungen zielgerichtete Lösungen anbieten.

Im ersten Ausbildungsjahr ist beispielsweise das Lernfeld 2 „Kundenberatungs-Gespräche zu Versicherungsverträgen vorbereiten“ das übergeordnetes Lernfeld. Es soll auf die einzelnen Bedarfsfelder vorbereiten, insbesondere auf die Lernfelder 4 „Kunden im Bedarfsfeld Wohnen beraten“ und 5 „Kunden im Bedarfsfeld Rechtstreitigkeiten und Ansprüche Dritter beraten“.

Im zweiten Ausbildungsjahr ist beim Lernfeld 6 „Kunden im Bedarfsfeld Mobilität und Reisen beraten“ eine Verknüpfung der Reisegepäckversicherung mit der Außenversicherung aus Lernfeld 4 „Kunden im Bedarfsfeld Wohnen beraten“ zu bilden. Im dritten Ausbildungsjahr wird empfohlen, die Lernfelder 10 „Kunden im Bedarfsfeld Finanzanlagen“ und 11 „Kunden im Bedarfsfeld Alters- und Hinterbliebenen-Versorgung beraten“ parallel zu unterrichten.

 
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