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Homeoffice: Und wann kommt die Normalität zurück?

24.6.2021 – Seit März 2020 arbeiten die meisten Mitarbeiter der Versicherungswirtschaft notgedrungen in den heimischen vier Wänden. Ab 1. Juli entfällt jetzt die strikte Homeoffice-Vorgabe. Die Assekuranz wird das Comeback des Büroalltags sehr unterschiedlich organisieren. Das zeigen Aussagen von Allianz, Axa, DEVK, Gothaer, HDI und Huk-Coburg.

Im April hat der Gesetzgeber die Regelungen zu Homeoffice und Prävention in den Unternehmen in das Infektionsschutzgesetz übernommen. Arbeitgeber waren verpflichtet, bis zum 30. Juni ihren Beschäftigten das Arbeiten in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen beziehungsweise Heimarbeit zu forcieren (VersicherungsJournal 26.4.2021, 15.4.2021).

In der Versicherungswirtschaft betrug die durchschnittliche Quote der Mitarbeiter, die zu Hause arbeiteten und immer noch arbeiten, laut Arbeitgeberverband der Versicherungs-Unternehmen in Deutschland e.V. (AGV) 90 Prozent (15.1.2021).

Homeoffice-Pflicht ist aufgehoben

Am Mittwoch hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) die Corona-Arbeitsschutzverordnung bis zum 10. September verlängert und angepasst. Mit dem Auslaufen der Bundesnotbremse entfällt ab dem 1. Juli die strikte Vorgabe von Homeoffice für Unternehmen.

Arbeitgeber bleiben aber verpflichtet, in ihren Betrieben mindestens zweimal pro Woche für alle in Präsenz Arbeitenden die Möglichkeit für Schnell- oder Selbsttests anzubieten. Zusätzlich müssen die Firmen mindestens dort medizinische Gesichtsmasken zur Verfügung stellen, wo andere Maßnahmen keinen ausreichenden Schutz gewähren.

Büroalltag noch nicht in Sicht

Was bedeuten die Lockerungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Versicherungswirtschaft? Wie werden die Unternehmen damit umgehen und wie wollen sie die Rückkehr der Beschäftigten in die Büros organisieren?

Ob Mitarbeiter ab dem 1. Juli sofort an ihren Arbeitsplatz zurückkehren müssen, hängt vom jeweiligen Brötchengeber ab. Bereits jetzt steht fest, dass es bei vielen Firmen auch nach dem Stichtag keine Rückkehr zur typischen Fünf-Tage-Woche im Büro geben wird.

Erste Pläne gaben auf Nachfrage der Redaktion folgende Gesellschaften bekannt: die Allianz SE, die Arag SE, die DEVK Versicherungen, die Huk-Coburg-Gruppe, die Axa Konzern AG, die Gothaer Versicherungen und die Talanx AG für die HDI Versicherungen.

Eine allgemeine Kontrolle des Impfstatus durch den Arbeitgeber ist nicht zulässig.

Gothaer Versicherungen

Keine Impfpflicht für Büro-Rückkehrer

Die befragten Gesellschaften betonen einhellig, dass die firmeneigenen Impfkampagnen sowie der Impfstatus der Beschäftigten bei den strategischen Überlegungen zur Rückkehr ins Büro keine Rolle spielen. Bei einigen Unternehmen sind die Planungen derzeit noch gar nicht abgeschlossen. Die Diskussionen über die künftige Organisation laufen noch.

Keine Bedeutung bei der internen Richtungsfindung hat, ob Mitarbeiter für den Krankenversicherer der jeweiligen Versicherungsgruppe arbeiten oder nicht. Die künftigen, internen Regelungen werden für alle Arbeitnehmer gleichermaßen ohne Ausnahmen gelten, wie die befragten Gesellschaften betonen.

Es spielt auch keine Rolle, welchen Status (geimpft, genesen oder getestet) der jeweilige Angestellte hat. „Eine allgemeine Kontrolle des Impfstatus durch den Arbeitgeber ist nicht zulässig. Für den Zutritt zu den Bürogebäuden kann und darf der Arbeitgeber dies auch nicht abfragen“, wie die Gothaer erklärt.

Das heißt, geimpfte Mitarbeiter, die zum Beispiel im Innendienst tätig sind, werden bei der künftigen Planung keine Privilegien genießen. Die Impfangebote der Gesellschaften an die eigene Belegschaft (23.6.2021) sind unabhängig von den jeweiligen Überlegungen, wie ein normalerer Alltag in den Firmen aussehen kann.

Wir empfehlen allen […] Mitarbeitern, die ins Büro kommen, […] einen Schnell-/Selbsttest durchzuführen.

Allianz SE

Allianz rechnet ab 1. Juli wieder mit Präsenz

Die Allianz in Deutschland peilt für die Rückkehr zu mehr Normalität vorerst den 1. Juli an. Dann könnten nach Angaben des Versicherers wieder bis zu 50 Prozent der Arbeitsplätze genutzt werden, in den Großraumbüros („Open-Space-Bereich“) bis zu 30 Prozent.

„Wir empfehlen allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die ins Büro kommen, dringend vorab einen Schnell-/Selbsttest durchzuführen. Für Geimpfte/Genesene gibt es dabei keine Privilegien“, betont ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage.

Der HDI ist noch zurückhaltend und erklärt: „Ab 1. Juli werden wir die gültigen Regelungen der aktualisierten Sars-Cov-2-Arbeitsschutzverordnung als auch die jeweils gültigen Länderverordnungen berücksichtigen. Da diese noch nicht final vorliegen, sind einige Details der Planungen noch offen.“

Derzeit entwickle man noch Pläne, wie die Rückkehr der Mitarbeiter in die Firmenräume umzusetzen sei, im Abgleich mit den aktuellen gesetzlichen Vorgaben.

Huk-Coburg und Axa planen vorsichtig

Die Huk-Coburg will sich, wie bisher auch, an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) orientieren. „Wir haben bereits seit Beginn der Pandemie umfassende Sicherheitsmaßnahmen im Büroumfeld geschaffen, diese werden wir aufrechterhalten. Dazu gehören unter anderem Maskenpflicht, Abstand, Selbsttests, Spuckschutz“, teilt das Unternehmen mit.

Die Coburger planen in den nächsten Wochen eine vorsichtige Rückkehr der Mitarbeiter aufs Firmengelände. „Wie diese genau aussehen wird, erarbeiten wir gerade.“

Auch die Axa in Köln will ihren Beschäftigten ab Juli „auf freiwilliger Basis“ wieder erlauben, im Büro zu arbeiten. Das Angebot gelte „für alle Axa-Mitarbeitenden und ist nicht an einen ‚3G-Status‘ [Anmerkung der Redaktion: geimpft, genesen oder getestet] geknüpft“, so der Konzern.

Die Möglichkeit, an bis zu fünf Tagen die Woche in der eigenen Wohnung zu arbeiten, bleibe zunächst für die Beschäftigten bestehen, so die Axa.

Unsere neue Betriebsvereinbarung sieht Homeoffice als gleichwertiges Arbeitsmodell vor.

DEVK Versicherungen

DEVK und Gothaer warten Ende der Sommerferien ab

Die beiden Kölner Versicherer DEVK und Gothaer gehen das Thema ebenfalls vorsichtig an und haben dabei das Ende der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen im Blick (17. August).

„Sobald die Arbeitsschutz-Verordnung nicht mehr gilt, wird die Anwesenheit voraussichtlich auf 50 Prozent ansteigen. […] Die Quote wird langsam erhöht, Schritt für Schritt. Grundsätzlich schließen wir niemanden aus, der gerne im Büro arbeiten möchte. Bis auf Weiteres bieten wir allen Mitarbeitenden kostenlose Schnelltests an, die sie freiwillig nutzen können“, erklärt die DEVK auf Nachfrage.

Nach dem Sommer werde die Unternehmensführung einen geordneten Übergang von der Corona-bedingten Heimarbeit in die reguläre Büroarbeit organisieren. Damit schließen sich für die Angestellten aber nicht alle Türen. „Unsere neue Betriebsvereinbarung sieht Homeoffice als gleichwertiges Arbeitsmodell vor.“

Keine Differenzierung von Geimpften, Genesenen oder Getesteten

Auch die Gothaer will nach den Sommerferien in NRW „schrittweise wieder in den Regelbetrieb zurückkehren“. So soll beispielsweise die Aufteilung der Belegschaft in mehrere Gruppen, die nur abwechselnd in Büro kommen dürfen („Splitgroups“), wieder aufgehoben werden.

Auch die normale Infrastruktur, die zum Büroalltag gehört wie eine offene Kantine und die Nutzung der Besprechungsräume, soll der Belegschaft wieder zur Verfügung stehen. „Die Details hängen natürlich auch von der neuen Corona-Schutzverordnung ab“, betont der Versicherer.

Geplant, sofern zulässig, sei eine Rückkehr aller Mitarbeiter ins Büro ab dem 17. August. Im Regelbetrieb werde nicht zwischen Geimpften, Genesenen oder Getesteten differenziert. „Eine Ausnahme könnte es bei bestimmten Präsenzveranstaltungen geben“, räumt die Gothaer ein.

16 Monate Homeoffice und die Folgen

Die bisher 16 Monate dauernde Pandemie und unfreiwillige Heimarbeit plus Homeschooling für Eltern geht an nur wenigen Angestellten spurlos vorüber. Arbeitnehmer berichten von negativen Einflüssen durch das Arbeiten zu Hause. Sie kritisieren auch die mangelhafte Unterstützung durch die Arbeitgeber, wie eine Umfrage des Versicherungs-Vermittlers Clark Germany GmbH zeigte (27.4.2021).

Bereits zum Jahresende erkannten Arbeitsnehmer erste Stress-Erscheinungen durch die Arbeit in den heimischen vier Wänden. Sie reichten von mehr Speck auf den Hüften bis zu psychischen Belastungen und Zukunftsängsten (18.12.2021).

In der Versicherungswirtschaft sind die Mitarbeiter zwar gestresst, sie schätzen aber das Krisenmanagement ihrer Chefs, wie Aussagen der Arbeitnehmervertreter als auch der Arbeitgeber bestätigen (22.3.2021). Mehr finanzielle Unterstützung für die Ausstattung des heimischen Arbeitsplatzes forderte dagegen die Neue Assekuranz Gewerkschaft e.V. (NAG) (18.12.2020).

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Coronavirus · Marktforschung · Mitarbeiter · Versicherungsvermittler
 
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