Diese Versicherer sind als Arbeitgeber erste Wahl

11.11.2019 – Bewerber finden die Versicherungsbranche durchaus attraktiv, weil sie finanzielle Vorteile bietet. Aber nur wenige träumen von einem Job in der Assekuranz. Bei der Bekanntheit der Arbeitgeber liegt die Allianz an der Spitze, gefolgt von der Ergo, der Huk-Coburg und der Axa. Schlusslichter sind hier der LVM und die Münchener Rück. Das sind die Ergebnisse einer Untersuchung des Beratungsinstituts Organomics.

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Der Kampf um Nachwuchskräfte und Talente ist in der deutschen Wirtschaft in vollem Gange. Viele Branchen haben große Probleme, gutes Personal zu finden. Auch die Versicherungswirtschaft (VersicherungsJournal Medienspiegel 31.10.2019).

Die Versicherer werden von Bewerbern nicht als Top-Arbeitgeber wahrgenommen. Der Job in diesen Unternehmen gilt bei Vielen als langweilig und somit als unattraktiv. Selbst der Branchenprimus, der Allianz-Konzern, kann nur sechs Prozent der möglichen Kandidaten von seinen Qualitäten überzeugen.

Gefragte Unternehmen

Vorne liegen nach wie vor, trotz Dieselgate und Branchenkrise, Automobilhersteller wie die Bayerischen Motoren Werke AG (BMW), die Audi AG oder die Porsche AG. Sie überzeugen den Nachwuchs wie auch die Lufthansa AG oder die Siemens AG.

Am bekanntesten bei Nachwuchs und Talenten sind in Deutschland BMW (76 Prozent), die AOK (74 Prozent) und die Deutsche Bank AG (73 Prozent).

Das zeigt die aktuelle Branchenstudie „Talents for Insurance 2019: Employer Brand und Arbeitgeber-Attraktivität deutscher Versicherungs-Unternehmen“ des Kölner Forschungs- und Beratungsinstituts Organomics GmbH.

Zur Methodik

Das Institut befragte für die Auswertung online repräsentativ rund 4.000 Personen im Alter zwischen 16 und 45 Jahren zu ihren Arbeitgeberfavoriten, zur Arbeitgeber-Attraktivität der Versicherungsbranche und zu ihren beruflichen Präferenzen und Erwartungen. Der Zeitraum der Erhebung ging von Juli bis August 2019.

Die Berater unterscheiden in den Studienunterlagen nach fünf verschiedenen Zielgruppen:

  • Schüler (Realschüler und Abiturienten),
  • Studenten (nach Fachrichtungen),
  • Akademiker mit maximal fünf Jahren Berufserfahrung,
  • Akademiker mit mehr als fünf Jahren Berufserfahrung und
  • Berufstätige mit Ausbildung oder Lehre (ohne Studium).

Vorteile: hohes Gehalt und Sicherheit

Im Kampf um Talente („War for Talents“) sei die Lage für die Versicherer nicht aussichtslos, heißt es in der Ankündigung zur Studie. Nur 16 Prozent der Schüler, Studenten und Berufstätigen lehnten die Versicherungsbranche als potenziellen Arbeitgeber kategorisch ab. 30 Prozent der befragten Talente können sich dagegen gut vorstellen, künftig für einen Versicherer zu arbeiten.

Auf die offene Frage „Welche Vorteile sehen Sie bei einem Job in der Versicherungsbranche?“ fallen die Antworten der Teilnehmer recht eindeutig aus. Das hohe Gehalt (19 Prozent) und die Arbeitsplatzsicherheit (18 Prozent), in Kombination mit der Zukunftssicherheit der Branche (16 Prozent) sind für die Befragten die größten Vorteile einer Tätigkeit in der Versicherungsbranche.

„Abwechslungsreiche Tätigkeiten“ nennen nur neun Prozent als Pluspunkt für diesen Wirtschaftszweig.

Als Nachteil zählen die Befragten mit 26 Prozent die Faktoren „langweilig/ eintönig/ kein Interesse am Thema“ auf. „Schlechtes Image/ Ruf/ Ansehen“ ordnen 17 Prozent der Teilnehmer Versicherern zu und elf Prozent fürchten „viel Stress/ Druck/ viel Arbeit“.

Arbeitgeberattraktivität (Bild: Organomics)
Versicherer: als Arbeitgeber attraktiv, aber selten Wunscharbeitgeber
n = 3.888; Angaben in Prozentwerten (Bild: Organomics)

Unter den Versicherern liegt Allianz an der Spitze

Betrachtet man die Versicherungsbranche im Vergleich zu anderen Unternehmen, dann liegt der Allianz-Konzern in einer gestützten Abfrage mit 71 Prozent auf der Bekanntheitsskala als Arbeitgeber an der Spitze. Es folgen die Ergo-Gruppe (63 Prozent), die Huk-Coburg-Versicherungen (62 Prozent) und der Axa-Konzern (61 Prozent).

Die Gruppe der öffentlichen Versicherer heben die Studienautoren hervor: Mit 48 Prozent würden sie zwar weniger gut abschneiden, in ihren jeweiligen Geschäftsgebieten sehe das aber anders aus. Als Beispiel nennen die Berater die Versicherungskammer Bayern (VKB), mit 61 Prozent auf der Bekanntheitsskala im Süden der Republik vertreten.

Als Schlusslichter unter den Versicherern führt das Institut die LVM-Versicherungen (27 Prozent) und die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG (26 Prozent) auf.

Top-Arbeitgeber: BMW, Audi und Porsche

Der Vergleich mit anderen Branchen zeigt, so die Studienautoren, dass Versicherer als Arbeitgeber keine Unbekannten seien, der Abstand zu den Top-Unternehmen sei nicht wirklich groß. Dennoch gelinge es auch den großen Versicherern „in den relevanten Zielgruppen nicht“, als erste Wahl bei den Bewerbern zu punkten, erklären die Studienautoren.

Bei der Frage „Welche maximal fünf Unternehmen aus dieser Liste kämen für Sie als zukünftiger Arbeitgeber in die engere Wahl?“ sieht es für die Versicherer düster aus (Mehrfachnennungen waren möglich). Hier führen die Automobilhersteller BMW (20 Prozent), Audi (17) und Porsche (16) das Ranking an.

Als erste Versicherungs-Unternehmen kommen hier die AOK und die Techniker Krankenkasse mit sieben Prozent im Ranking vor. Die Allianz holte gerade mal sechs Prozent der Nennungen.

Versicherer brauchen mehr Profil

Die Studienautoren fragten die Teilnehmer auch, was die Versicherer tun müssten, damit sie auf dem Arbeitsmarkt für Bewerber attraktiver würden. 15 Prozent meinen „ein höheres Gehalt“ würde ausreichen. 13 Prozent nennen als entscheidende Faktoren „Werbung machen und Vorteile aufzeigen“.

„Ehrlichkeit/ Zuverlässigkeit/ Seriosität“ sehen neun Prozent als Pluspunkte und ebenso viele nennen „Innovation“ beziehungsweise das „angestaubte Image loswerden“ als entscheidend.

„Zukunftsaufgabe für die Versicherungsbranche ist eine deutlich stärkere inhaltliche Profilierung als Arbeitgeber und der Aufbau einer eigenständigen Arbeitgebermarke“, sagt Dr. Thomas Bittner, Geschäftsführer der Organomics, zu den Ergebnissen. „Die Untersuchungsergebnisse zeigen unmissverständlich, mit welchen Inhalten die Versicherer bei potenziellen Talenten punkten können.“

Die 180-seitige-Branchenstudie „Talents for Insurance 2019“ kann direkt über das Institut angefragt werden.

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