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Beschäftigung: Assekuranz bleibt tief im Keller

3.12.2019 – Die Zahl der Erwerbstätigen ist im dritten Quartal 2019 insgesamt genauso wie die der abhängig Beschäftigten erneut angestiegen. Nahezu alle Wirtschaftszweige hatten an dem Aufschwung teil. Eine der Ausnahmen stellen die Finanz- und Versicherungs-Dienstleister dar.

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Die Zahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland ist im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 356.000 Personen im Periodenschnitt auf 45,4 Millionen gestiegen (plus 0,8 Prozent).

Die Zuwachsrate fiel damit etwas niedriger aus als in den Vergleichszeiträumen der beiden Vorjahre (VersicherungsJournal 14.11.2018, 20.10.2017). Dies zeigen kürzlich vom Statistischen Bundesamt (Destatis) auf Basis von vorläufigen Berechnungen veröffentlichte Zahlen.

Beschäftigungszuwachs schwächt sich ab

Im Vergleich zum Vorquartal ist die Erwerbstätigenzahl um 151.000 gestiegen (plus 0,3 Prozent). Im Schnitt der letzten fünf Jahre jedoch ging es zwischen Juli und September um 255.000 Personen aufwärts.

Saisonbereinigt – also nach Herausrechnen der üblichen jahreszeitlich bedingten Schwankungen – ist die Zahl der Erwerbstätigen im dritten Quartal im Vergleich zur Dreimonatsperiode zuvor um 37.000 Personen gestiegen (plus 0,1 Prozent).

Erneuter Rückgang bei den Selbstständigen

Der Zuwachs geht allein auf die Entwicklung bei den abhängig Beschäftigten zurück, wie aus den vorgelegten Daten weiter hervorgeht. Hier war zwischen Juli und September im Vergleich zur Vorjahresperiode eine Steigerung um 427.000 auf über 41,2 Millionen Menschen zu beobachten.

Die Zahl der Selbstständigen (inklusive mithelfender Familienangehöriger) reduzierte sich im selben Zeitraum hingegen um 71.000 auf deutlich unter 4,2 Millionen (minus 1,7 Prozent).

Sinkende Beschäftigung in der Finanz- und Versicherungsbranche

Neben den allgemeinen Zahlen zur Erwerbstätigkeit hat Destatis die Beschäftigungsdaten auch auf verschiedene Wirtschaftszweige (nach WZ 2008) heruntergebrochen. Hier zeigt sich, dass der allgemeine Aufwärtstrend insbesondere auf die Entwicklung in der Dienstleistungsbranche zurückzuführen ist.

So erzielte der Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit“ mit plus über 200.000 (auf fast 11,287 Millionen) Personen den größten absoluten Beschäftigungszuwachs. Im Segment „Handel, Verkehr und Gastgewerbe“ ging es um 54.000 (auf 10,273 Millionen) Beschäftigte hinauf. Im Sektor „Information und Kommunikation“ betrug das Plus immerhin noch 49.000 (auf 1,374 Millionen) Menschen.

In drei Segmenten gab es zwischen Juli und September 2019 weniger Erwerbstätige als in der Vorjahresperiode. Das größte Minus stand für die Unternehmens-Dienstleister zu Buche (minus 38.000 auf 6,270 Millionen Personen).

Rückgänge im untersten fünfstelligen Bereich hatte der Bereich „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“ (auf 615.000 Personen) sowie der Dienstleistungssektor „Erbringung von Finanz- und Versicherungsleistungen“ (auf 1,099 Millionen Beschäftigte) zu verzeichnen.

Assekuranz im Abwärtstrend

Die Statistiker weisen keine Beschäftigungszahlen nur für die Versicherungsbranche aus. Aber ein Blick auf Daten des Arbeitgeberverband der Versicherungs-Unternehmen in Deutschland e.V. (AGV) zeigt ebenfalls einen deutlich rückläufigen Trend.

So verminderte sich die Gesamtbeschäftigung in der Versicherungswirtschaft im vergangenen Jahr um 1,4 Prozent auf 201.900 Personen. Besonders stark sank die Zahl der angestellten Außendienstmitarbeiter, und zwar um 5,6 Prozent auf 32.300 (25.3.2019).

Hintergrund: In einigen Bundesländern wie auch an einigen der größten Versicherungsstandorte waren zum Teil deutliche Tendenzen zu Stellenanbau zu beobachten (27.3.2019, 25.3.2019).

Keine Besserung in Sicht

Die Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) aus dem Frühjahr lässt keine Besserung erwarten. Für die Finanz- und Versicherungs-Dienstleister rechnet das Institut für das laufende Jahr mit einem Beschäftigungsrückgang im unteren fünfstelligen Bereich.

Kaum Anlass zur Hoffnung bietet die Konjunkturumfrage Herbst 2019 des Deutschen Industrie- und Handelskammertags e.V. (DIHK). Demnach überwiegt in der Versicherungsbranche insgesamt die Tendenz zum Stellenabbau.

So wollen aktuell 17 Prozent der befragten Unternehmen Personal einstellen und 18 Prozent die Belegschaft reduzieren (Saldo: minus eins). Der Saldo der Lebensversicherer von minus zehn setzt sich aus drei Prozent personalsuchenden und 13 Prozent abbauwilligen Betrieben zusammen (31.10.2019).

Beschäftigung (Bild: Wichert)

Damit hat sich die leichte Aufwärtsbewegung aus der Sommerumfrage (29.5.2019) nicht zu einem positiven Trend verdichtet. Seinerzeit waren jeweils die höchsten Werte seit der Frühjahrsumfrage vor fünf Jahren (5.2.2014) erzielt worden. Zum Vergleich: In den neun Auflagen der Jahre 2016 bis 2018 lag der Wert zwischen minus 17 und minus 24 (8.2.2019, 19.10.2018).

Schlagwörter zu diesem Artikel
Außendienst · Gesundheitsreform · Konjunktur · Mitarbeiter · Stellenabbau
 
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