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Abschied vom eigenen Arbeitsplatz

19.2.2021 – Unter ihrem neuen Vorstandschef baut sich der Gothaer-Konzern gerade um. Oliver Schoeller sprach auf einer Fachkonferenz über den Digitalisierungsschub, Homeoffice und die neue Führungskultur. Element-Chef Macht ist auf der Suche nach Kooperationspartnern.

„Büros werden als Orte der Begegnung einen neuen Stellenwert bekommen“, meint Oliver Schoeller, Vorstandschef der Gothaer Finanzholding AG. Bei der Webkonferenz Breakfast Lectures von Herbert Frommes Versicherungsmonitor referierte er am Donnerstag über den Umbau seines Konzerns. „Wir wollen uns so aufstellen, dass wir gestärkt aus der Pandemie hervorgehen.“

Deutlich weniger Mitarbeiter in den Büros der Gothaer

Oliver Schoeller (Screenshot: Lier)
Oliver Schoeller (Screenshot: Lier)

Gegenwärtig arbeiteten 78 Prozent der Gothaer-Mitarbeiter pandemiebedingt im Homeoffice. 80 Prozent seien mit dieser Lösung auch zufrieden. Dies zeigten interne Befragungen, so Schoeller. Mit dem zweiten Lockdown und dem Pandemieverlauf werde es mit der Motivation aber schwieriger.

Im Zuge der „Strategie Ambition 25“ setzt die Gruppe nun auf Arbeitsformen wie Empowerment und funktionsübergreifende Teams, die sich innerhalb von vorgegebenen Modulen und Tools selbst organisieren. Dabei werde es auch mehr Möglichkeiten geben, Arbeitszeiten im Sinne von Worklife-Balance zu gestalten.

Der Manager geht davon aus, dass die Mehrheit der Mitarbeiter nach der Pandemie nicht mehr an einen festen Arbeitsplatz in der Hauptverwaltung zurückkehren werden. „Büro heißt nicht mehr, dort hinsetzen und arbeiten, sondern es geht vor allem um einen Ort für Kollaboration.“ Dafür werde man deutlich weniger Büroplatz brauchen.

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Privatsphäre und Büro soll getrennt werden

Er rechnet mit einer Bürobelegung von 40 Prozent. „Einen eigenen Platz bekommen nur noch die, die aus ihrem Jobprofil heraus ein Büro benötigen – ansonsten gibt es flexible Plätze“, so Schoeller.

Derzeit werde mit den Gremien, auch dem Betriebsrat, über diese Veränderungen gesprochen. Er sehe für die Beschäftigten positive Möglichkeiten, aber auch „die Gefahr, wenn der PC immer an ist“. Daher müsse vereinbart werden, wie Privatsphäre und Büro getrennt werden könnten.

Bei Element werden viele gar nicht mehr ins Büro kommen

Christian Macht (Screenshot: Lier)
Christian Macht (Screenshot: Lier)

Dr. Christian Macht, Vorstandschef der Element Insurance AG, rechnet damit, dass auch die Hälfte der Beschäftigten mobil arbeiten werde. „Es wird auch viele geben, die gar nicht mehr ins Büro kommen werden.“ Schwierig werde es, Spitzenzeiten in den Büros zu handhaben.

Dass es spezielle Regelungen geben müsse, ist für den Chef des Startups kein Problem: „Dann wird der PC eben einfach zugemacht. Ich habe ja auch bisher darauf vertraut, dass die Mitarbeiter zuhause nicht nur Marathontraining machen.“

Er geht davon aus, dass das Arbeiten insgesamt „technischer“ wird, weil mehr Tools eingesetzt werden. Dazu werde es einer breiteren Ausbildung bedürfen. Element sieht sich selbst weniger als Versicherer, wofür man eine Genehmigung hat, als vielmehr als Technologieunternehmen.

Die Kooperation mit den etablierten Versicherern sieht er als Win-Win-Situation für alle Beteiligten an. Element erarbeitet auf der Datenbasis von Versicherungsunternehmen Produktlösungen.

Keine schärferen Regeln

Dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) die Anforderungen an die Kapitalausstattung der Insurtechs erhöhen will, hält Macht auch im Sinne der Kunden für nicht richtig. „Warum jetzt die Spielregeln ändern? Das würde ja bedeuten, dass die Regelungen für einen Versicherer wie wir nicht richtig sind.“

Für den Kunden müsse im Sinne des Verbraucherschutzes sichergestellt sein, dass „immer genügend Geld da ist“. Es sei für den Kunde aber auch nicht schlecht, wenn neue Ideen auf den Markt kommen. Wer neue Technologien vorantreiben wolle, dürfe nicht erwarten, dass die Investitionen in fünf Jahren schon heute finanziert seien.

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