Corona-Krise: Arbeiten in der Isolation

24.3.2020 – Kontaktsperren in allen Bundesländern führen dazu, dass immer mehr Arbeitgeber ihre Belegschaften zum Arbeiten nach Hause schicken. Das betrifft auch viele Versicherungsangestellte und Selbstständige. Insgesamt nehmen die Deutschen diese Maßnahme als positiv wahr. Der GDV und die gesetzliche Unfallversicherung erklären, welche speziellen Regeln hier gelten.

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Deutschland im Ausnahmezustand: Am Wochenende führten die Landesregierungen wegen Ausbreitung von Covid-19 Kontakt- und Ausgangssperren ein. Die logische Konsequenz für Arbeitgeber: Ein Großteil der Angestellten arbeitet zu Hause. Auch die Versicherungsbranche traf bereits vergangene Woche entsprechende Vorbereitungen.

„Vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung der Covid-19-Pandemie hat der Arag-Konzern seine Arbeitsaufstellung vollständig auf Homeoffice umgestellt. Dies gilt für die Hauptstandorte in Düsseldorf und München sowie alle internationalen Arag-Einheiten“, teilte der Düsseldorfer Versicherer vergangenen Freitag mit.

Die R+V Versicherungen haben zehn Corona-Erkrankte unter ihren 16.000 Mitarbeitern in Deutschland. Seit Montag sollen „mindestens 50 bis 80 Prozent der Belegschaft von zu Hause arbeiten“, so der Konzern auf Nachfrage (VersicherungsJournal 20.3.2020).

Digitalisierung wird positiv wahrgenommen

Die Option, zu Hause zu arbeiten, wird von der Bevölkerung akzeptiert. Laut einer aktuellen Umfrage des Bundesverbands Digitale Wirtschaft e.V. (BVDW) unter mehr als 1.000 Angestellten Anfang März wären 75,4 Prozent grundsätzlich bereit, während der Coronavirus-Krise im Homeoffice zu arbeiten.

24,6 Prozent können sich dies nicht vorstellen. 66,1 Prozent der Befragten erwarten von ihrem Arbeitgeber eine adäquate Lösung in dieser Situation. 54,3 Prozent der Angestellten denken, dass ihr Arbeitgeber technisch dazu in der Lage sei, ihnen die Arbeit zu Hause zu ermöglichen. 45,7 Prozent der Beschäftigten sehen ihren Betrieb noch nicht dazu bereit (17.3.2020).

Auch die Digitalisierung wird positiv wahrgenommen: Zwei Drittel der Deutschen (65 Prozent) sind der Ansicht, dass digitale Technologien dabei helfen können, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, etwa durch Homeoffice.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von mehr als 1.000 Bundesbürgern ab 16 Jahren der Bitkom Research GmbH.

Umfrage: Wo arbeiten Sie zurzeit überwiegend?

Das VersicherungsJournal hat eine Kurzumfrage zu dem Thema gestartet.

Bitte beantworten Sie die Frage „Wo arbeiten Sie zurzeit überwiegend?“ rechts neben diesem Artikel (nur in der Desktop-Version).

Alle Teilnehmer erhalten nach dem Absenden ihrer Antwort sofort den aktuellen Zwischenstand angezeigt.

Vielen Dank fürs Mitmachen!

Heimbüro: Was die gesetzliche Unfallversicherung leistet

Neben der allgemeinen Akzeptanz von Homeoffice und Digitalisierung stellen sich auch praktische Fragen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, zum Beispiel der Versicherungsschutz.

Die gesetzliche Unfallversicherung unterscheidet am Heimarbeitsplatz streng zwischen privaten und beruflichen Tätigkeiten. „Das ist konsequent – birgt aber in der Praxis immer wieder Unsicherheiten“, schreibt dazu der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) auf seinem Verbraucherportal zu diesem Thema.

Ein Beispiel: Wer sein Kind auf dem Weg zur Arbeit in einer Kita absetzt, ist gesetzlich unfallversichert. Wer dagegen auf dem Weg von der Kita zum Heimarbeitsplatz stürzt, ist es laut Bundessozialgericht nicht (7.2.2020).

Anderes Beispiel: Arbeitnehmer, die im Heimbüro arbeiten, stehen auf dem Gang von beziehungsweise zu ihrer häuslichen Toilette nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das hat das Sozialgericht München mit Urteil vom 4. Juli 2019 entschieden (7.8.2019).

Fazit: Die Abgrenzung zwischen versicherter und unversicherter Tätigkeit ist gerade im Homeoffice nicht einfach. „Die Wege zur Toilette oder zur Nahrungsaufnahme in der Küche gelten als eigenwirtschaftliche Tätigkeiten und sind damit im Homeoffice nicht versichert“, erklärt dazu die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV) und gibt Tipps auf ihrer Website.

Lesetipp „Die Grenzen der gesetzlichen Unfallversicherung“
Cover Dossier (Bild: VersicherungsJournal)

Oft entscheiden wenige Zentimeter, ob die gesetzliche Unfallversicherung bei einem Arbeitsunfall leistet. Der Gesundheitsschaden wird dann schnell zu einem Fall für die Gerichte.

Wie begrenzt der Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung ist, wird in einem VersicherungsJournal-Dossier illustriert. Hierfür wurden zahlreiche konkrete Entscheidungen aus der Sozialgerichtsbarkeit zusammengestellt (VersicherungsJournal 13.9.2018).

Berücksichtigt werden Wegeunfälle sowie Arbeitsunfälle bei betrieblichen Veranstaltungen, Toilettengängen und im Homeoffice. Zudem liefert das Dossier statistische Daten zum Unfallgeschehen in Deutschland sowie einen Überblick über den Markt der privaten Unfallversicherung.

Nähere Informationen und Bestellmöglichkeit finden sich unter diesem Link. Die Publikation steht Premium-Abonnenten des VersicherungsJournals zur persönlichen Nutzung kostenlos zur Verfügung.

Externe Mitarbeiter informieren

Auch Mitarbeiter von externen Unternehmen, zum Beispiel Handwerksbetrieben oder Reinigungsfirmen, müssen über aktuelle Maßnahmen informiert werden, die hinsichtlich des Coronavirus getroffen werden. Das erklärte die DGUV am vergangenen Freitag.

Rechtsgrundlage hierfür ist § 8 ArbSchG. Die entsprechenden Informationsketten müssten in Zusammenarbeit mit den externen Firmen in der betrieblichen Pandemieplanung berücksichtigt sein.

Warum alle auf Abstand gehen

Ein neues Schlagwort, das die Herausforderungen der Corona-Pandemie geprägt haben, lautet „Social-Distancing“: soziale Distanz, um die Ansteckungsgefahr einzudämmen. Ein Mittel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und Distanz zu realisieren, ist eben auch Homeoffice.

Social Distancing (Bild: Statista)

Eine Darstellung von Statista zeigt, wie dieser Abstand die Ausbreitung des Coronavirus aufhalten kann. Steckt eine Person nur 2,5 Personen an, kann dies 30 Tage später 406 Neuinfektionen zu Folge haben. Durch weniger soziale Kontakte, zum Beispiel durch Homeoffice, kann diese Zahl deutlich reduziert werden.

 
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