Autorenhonorare müssen versteuert werden

15.12.2014 – Auf erhaltene Vergütungen müssen auch nebenberufliche Autoren Steuern zahlen. Einkommensteuer wird fällig, wenn die Einnahmen die Betriebsausgaben übersteigen. Umsatzsteuer muss gezahlt werden, sofern nicht die Kleinunternehmen-Regelung in Anspruch genommen wird. Gewerbesteuer lässt sich meistens vermeiden.

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Wer in Zeitungen, Onlinediensten oder Büchern veröffentlicht, muss sich zwangsläufig auch mit den Thema Steuern befassen. Das gilt zumindest dann, wenn ein Autorenhonorar gezahlt wird. Wer für die eigene Reputation schreibt und auf eine Vergütung verzichtet, braucht an dieser Stelle nicht weiter zu lesen.

Alle anderen Autoren bekommen es mit der Einkommens-, der Gewerbe- und Umsatzsteuer zu tun. Dafür spielt es keine Rolle, ob die Tätigkeit haupt- oder nebenberuflich ausgeübt wird.

Am einfachsten ist es, wenn bereits eine freiberufliche Tätigkeit beim Finanzamt angemeldet ist. Dann gibt man dem Verlag seine Bankverbindung und Steuernummer bekannt und teilt mit, ob man vorsteuerabzugsberechtigt ist oder nicht. Die Gutschrift und die Zahlung erfolgen beim VersicherungsJournal unaufgefordert. Viele andere Verlage zahlen erst, wenn der Autor von sich aus eine Rechnung stellt.

Nebeneinkünfte über Gewerbebetrieb abrechnen

Wer noch nicht beim Finanzamt als Freiberufler angemeldet ist, aber ein Gewerbe betreibt, kann über dieses auch seine Einnahmen als Autor verbuchen.

Der Nachteil dabei ist, dass die Gewinne aus dieser Tätigkeit nicht nur der Einkommens- beziehungsweise Körperschaftssteuer unterliegen, sondern zusätzlich auch der Gewerbesteuer. Nur wenn die freiberufliche Autorentätigkeit von dem Gewerbebetrieb getrennt ist, greift die Befreiung der Freiberufler von der Gewerbesteuer.

Dennoch kann diese Lösung sinnvoll sein, etwa wenn der Gewerbesteuerfreibetrag noch nicht ausgenutzt wurde oder wenn die Gewinne als Autor zu gering sind, so dass der steuerliche Nachteil nicht ins Gewicht fällt.

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Anmeldung bei Finanzamt

Wer seine Autorentätigkeit nicht über den Gewerbetrieb abrechnen will oder als Angestellter nicht kann, kommt um die Anmeldung beim Finanzamt nicht herum. Wer das unterlässt, riskiert eine Anzeige wegen Steuerhinterziehung.

Die Finanzämter schauen sich routinemäßig stichprobenartig an, welche Zahlungen Verlage an Autoren leisten, und informieren darüber dann mittels sogenannter Kontrollmitteilungen die Wohnsitzfinanzämter der Zahlungsempfänger. Mogeln ist also äußerst riskant.

Zum Anmelden der freiberuflichen Tätigkeit wendet man sich nicht an die für Gewerbeanmeldungen zuständige Stelle der Kommune, sondern an sein Finanzamt.

Umsatzsteuer ja oder nein

Neben der Anzeige der Autorenschaft muss mit dem Finanzamt der Modus für die Umsatzsteuer geklärt werden. Normalerweise ist die schreibende Tätigkeit steuerpflichtig. Kleinunternehmer können sich aber auf Antrag von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen. Dann können sie allerdings die in ihren Betriebsausgaben enthaltenen Vorsteuern nicht absetzen.

Wer nicht von der Umsatzsteuer befreit ist, muss sie auf seine Honorarrechnung aufschlagen. Die erhaltenen Umsatzsteuern abzüglich der in Betriebsausgaben enthaltenen Vorsteuern müssen dann mit dem Finanzamt abgerechnet werden. Diese Umsatzsteuer-Voranmeldungen müssen je nach Umsatzhöhe vierteljährlich oder monatlich abgegeben werden.

Zusätzliches Formular bei der Einkommensteuer-Erklärung

Freiberufliche Einkünfte erfordern immer eine Steuererklärung. Die Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit müssen in eine Anlage „S“ eingetragen werden.

Die Höhe dieser Einkünfte wird in einem Formular „EÜR“ auf zwei Seiten dargelegt. Von der Summe der Einnahmen werden die Betriebsausgaben abgezogen und so der Gewinn ermittelt.

Betriebsausgaben können zum Beispiel Telefon-, Reise- oder Steuerberatungs-Kosten sein. Der „Papierkrieg“ sollte im Normalfall auch ohne Mithilfe eines Steuerberaters zu bewältigen sein.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Einkommensteuer · Gewerbeanmeldung · Steuern
 
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