Wie man als Vermittler bei Rechtsanwälten punktet

12.9.2017 – Beim Berufsstand der Rechtsanwälte sind viele unterschiedliche Aspekte in deren Versorgung zu beachten, weiß Thomas Stephan, Versicherungsvermittler in einer Ausschließlichkeits-Organisation und Autor. Er hat sich auf die Beratung von Rechtsanwälten spezialisiert und nun ein Buch über seine Zielgruppe vorgelegt.

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Freiberufler und ihre Absicherung rücken eher selten in den Fokus von Studien oder öffentlichen Debatten. Wenn es jedoch um die gesetzliche Rentenversicherung und ihre Zukunft geht, wird regelmäßig – vor allem in Wahlkampfzeiten – ihre Aufnahme in das System gefordert.

Zuletzt geschah dies zum Beispiel wieder im Wahlprogramm von Bündnis 90/Die Grünen und im Programmentwurf der Partei Die Linke zur kommenden Bundestagswahl (VersicherungsJournal 7.8.2017, 10.4.2017).

Vor Gericht wiederum geht es häufig um Freiberufler und ihre Sozialversicherungs-Pflicht (VersicherungsJournal 22.6.2017, 20.6.2017). Kompliziert wird es, wenn Freiberufler im Laufe ihres Berufslebens ihren Status ändern und zwischen einer selbstständigen und einer angestellten Tätigkeit wechseln.

Unterversichert beim Krankentagegeld…

Wichtig wird dies zum Beispiel in der Krankentagegeld-Versicherung, sagt Thomas Stephan. Der Versicherungsvermittler in einer Ausschließlichkeits-Organisation hat sich auf die Zielgruppe der Rechtsanwälte spezialisiert. Dort gelte es, zwischen angestelltem Rechtsanwalt und dem klassischen Freiberufler in der Kanzlei genau zu unterscheiden.

Thomas Stephan (Bild: privat)
Thomas Stephan (Bild: privat)

Viele Rechtsanwälte, die Stephan berät, seien im Bereich Krankentagegeld unterversichert. Ein angestellter Rechtsanwalt – als freiwilliges oder als pflichtiges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) – erhält im Krankheitsfall eine Lohnfortzahlung von seinem Arbeitgeber für die Dauer von sechs Wochen. Danach springt die Krankenkasse für weitere 72 Wochen ein und zahlt Krankengeld.

Hier droht dem Anwalt, so Stephan, bereits der erste finanzielle Engpass. Gemäß § 47 SGB V beträgt die Höhe des Krankengeldes 70 Prozent des Bruttoverdienstes, aber nicht mehr als 90 Prozent des Nettoverdienstes. Zudem darf es 100 Prozent des Monatsgehalts nicht überschreiten. Von dem niedrigeren Betrag werden dann noch die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung abgezogen.

Bei einem ledigen angestellten Juristen beispielsweise, der ein monatliches Bruttogehalt von 5.000 Euro bezieht, könne dies im Krankheitsfall eine Lücke von 600 Euro ergeben.

…und unzureichend geschützt bei Berufsunfähigkeit

Genaue Branchenkenntnisse fordert Stephan auch bei der Beratung zu biometrischen Risiken. Als Freiberufler ist der Rechtsanwalt Pflichtmitglied in einem der sechzehn öffentlich-rechtlichen Versorgungswerke für Juristen.

Sie bieten unterschiedliche Formen der sozialen Absicherung für das Alter, den Tod und Invalidität. Aufgrund der jeweiligen landesrechtlichen Satzung gelten bei jedem einzelnen Versorgungswerk auch unterschiedliche Regelungen in Bezug auf die Leistungen.

Um eine Berufsunfähigkeitsrente aus einem Versorgungswerk zu bekommen, müssen hohe Hürden überwunden werden. Die Einrichtungen handhaben die Sachlage in ihren jeweiligen Satzungen restriktiv. Das Versorgungswerk der Rechtsanwälte in Baden-Württemberg schreibt diesbezüglich etwa, „dass nur das Risiko einer absoluten Existenzvernichtung“ abgesichert ist.

In der Regel kann nur nach Abgabe der Zulassung als Rechtsanwalt eine Berufsunfähigkeitsrente aus dem Versorgungswerk erwartet werden. Das Versorgungswerk der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in der Freien und Hansestadt Hamburg zum Beispiel sieht in § 18 seiner Satzung vor: „Das Mitglied ist verpflichtet, innerhalb von sechs Monaten nach Zugang des Bewilligungsbescheides die Beendigung der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft nachzuweisen.“

Der Weg zum Rechtsanwalt

Seine Erfahrungen im Umgang mit den Tücken des Berufsstands hat Thomas jetzt in einem eigenen Buch zusammengefasst. Darin schildert er den klassischen beruflichen Werdegang und die Gehaltsentwicklung ebenso wie die verschiedenen Formen der anwaltlichen Betätigung.

In einzelnen Kapiteln werden neben Krankentagegeld und Berufsunfähigkeit weitere Schwerpunktthemen aus den Sozialversicherungen wie Krankheit und Pflege, Unfallversicherung sowie die betriebliche Altersversorgung in der Rechtsanwaltskanzlei aufgegriffen.

Hinzu kommt die Thematik Haftung, bei der es um die Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung sowie die Absicherung des Rechtsanwaltsbüros geht. Hier spielen der Kanzleieinrichtungs- wie auch der Ertragsausfallsschutz eine Rolle, aber auch Cyber-Versicherung und Datenschutz.

Der abschließende Teil des Buches beschäftigt sich mit Fragen der Kundenansprache. Thomas Stephan stellt verschiedene Wege vor, wie der Vermittler seinen Weg zum Anwalt findet, und berichtet, welche Instrumente und Formen zielführend sind.

Ein Handbuch, das unterstützen soll

Bild: VersicherungJournal Verlag
Bild: VersicherungJournal Verlag

„Mein Buch ist aus der Praxis, für die Praxis“, erklärt der Autor Stephan sein Konzept. „In Zeiten von Insurtechs ist es wichtig, sich eine Zielgruppe zu erschließen, die nicht so einfach erobert werden kann.

Die Versorgung und Absicherung eines Rechtsanwalts, seiner Kanzlei und seiner Mitarbeiter ist so komplex, dass es noch geraume Zeit dauern wird, bis digitale Gegenspieler in diesen Markt eindringen können.“

Den Einstieg in die Betreuung von Rechtsanwälten erleichtern soll das gesammelte Erfahrungswissen aus dem Beratungsalltag. Im Anhang seines Buches führt der Autor wichtige Ansprechpartner für den Akquise-Einstieg, zum Beispiel Versorgungswerke und Rechtsanwaltskammern, und deren Kontaktdaten auf.

Der Leser erfährt zudem, welche gesetzlichen und technischen Vorgaben zu beachten sind. Des Weiteren werden Praxistipps, Checklisten für das Beratungsgespräch, Hinweise zur Dokumentation und Haftung und Beratungsanlässen präsentiert.

Lesetipp

Das Buch „Zielgruppeanalyse Rechtsanwälte – Status, Bedarf und Lösungen: Chancen zur Spezialisierung“ ist neu im VersicherungsJournal-Verlag in Erstauflage erschienen.

Es hat 256 Seiten im A5-Format und kostet 29,90 Euro als Buch (ISBN 978-3-938226-60-5), 19,90 Euro als E-Book im PDF-Format (ISBN 978-3-938226-61-2) und 39,90 Euro als Kombipack E-Book plus Druckversion.

Weitere Informationen zu dem Buch sind auf dieser Internetseite zu finden, zum Bestellformular geht es unter diesem Link.

 
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