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Was Makler von der IDD-Umsetzung halten

7.3.2017 – Die unabhängigen Vermittler vergeben keine guten Noten für die IDD-Umsetzung in nationales Recht, wie die Asscompact Trends I/2017 zeigen. Am häufigsten wahrgenommen wurde die AfW-Stellungnahme, am besten bewertet diejenige von Invers. Insbesondere die Doppelberatungspflicht (§ 6 VVG-E) und die fehlende Definition für „bestmögliches Interesse“ sollten aus Vermittlersicht zwingend geändert werden.

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Mehr als vier von zehn unabhängigen Vermittlern schätzen ihre Umsätze im vierten Quartal 2016 als zumindest „eher besser“ ein als im Schlussquartal des Vorjahres. Einen höheren Anteil gab es zuletzt im Schlussquartal 2012. Aktuell geht nur rund jeder Fünfte von einer Verschlechterung aus, wie die aktuelle Auflage I/2017 der Asscompact Trends zeigt.

Die Studienreihe wird vierteljährlich von der BBG Betriebsberatungs GmbH und der IVV Institut für Versicherungsvertrieb Beratungsgesellschaft mbH durchgeführt und beruht jeweils auf einer Online-Umfrage unter mehreren hundert Maklern und Mehrfachvertretern. Die Nettostichprobengröße für die aktuelle Auflage wird mit 434 angegeben.

Trotz dieser im Saldo positiven Umsatzentwicklung hat die Vertriebsstimmung unter den unabhängigen Vermittlern deutlich nachgelassen. So sank der Anteil mit einer „zufriedenen“ (Antworten „trifft (voll) zu“ auf einer fünfstufigen Skala) vertrieblichen Stimmung um über drei Prozentpunkte auf nur noch 60,2 Prozent. „Motiviert“ zeigten sich nur noch 46,5 Prozent der Befragten.

Bild: Wichert

Schlechte Note für IDD-Umsetzung

Die rückläufige Stimmung hängt auch mit der derzeit anstehenden IDD-Umsetzung in deutsches Recht zusammen. Ein Beleg dafür sind die gehäuften Nennungen in den freien Kommentaren.

Auch im aktuellen Spezialthema IDD geben die unabhängigen Vermittler der Umsetzung der Versicherungsvertriebs-Richtlinie alles andere als gute Noten. So vergaben mehr als sechs von zehn Befragten auf der Schulnotenskala ein „mangelhaft“ oder „ungenügend“. Rund ein Drittel benotet die IDD-Umsetzung mit „ausreichend“ oder befriedigend“, während nur etwa jeder 25. das Urteil „gut“ oder „sehr gut“ abgab.

Zur Bewertung stand wegen des Umfragezeitpunkts der Referentenentwurf von Ende November letzten Jahres (VersicherungsJournal 22.11.2016) und nicht der Kabinettsbeschluss von Mitte Januar (VersicherungsJournal 19.1.2017).

Wahrnehmung und Beurteilung der Stellungnahmen

Ermittelt wurde im Rahmen der Studie auch, welche Pool- und Verbände-Stellungnahmen zum Referentenentwurf die Befragten wahrgenommen haben. An erster Stelle wird hier der AfW – Bundesband Finanzdienstleistung e.V. genannt (rund 45 Prozent Zustimmung).

Etwa fünf Punkte dahinter folgt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) vor dem Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK) und dem Verband Deutscher Versicherungsmakler e.V. (VDVM), die von jeweils rund jedem dritten unabhängigen Vermittler wahrgenommen wurden.

Bei der Vema Versicherungs-Makler-Genossenschaft eG lag der Anteil bei knapp einem Fünftel, bei der Interessengemeinschaft Deutscher Versicherungsmakler e.V. (IGVM) bei etwa einem Sechstel.

Befragt nach der Qualität der Stellungnahmen beziehungsweise der Positionierungen der Pools und Verbände zeigt sich eine andere Reihenfolge. Die beste Note erhielt die Invers GmbH (1,95), gefolgt von der Vema (2,11), dem AfW (2,14), der IGVM (2,24) und dem VDVM (2,26). Am Ende der Rangliste finden sich die Stellungnahmen von Verbraucherschützern und aus dem Honorarberater-Lager wieder.

Notwendige Änderungen aus Maklersicht

Befragt nach zwingend notwendigen Änderungen an der IDD-Umsetzung, so erzielten die Aussagen „Beratungspflicht des Versicherers, obwohl der Makler den Vertrag vermittelt hat (§ 6 Absatz 6 VVG; teilweise auch als Kundenabwerbungsklausel bezeichnet)“ sowie die fehlende Definition, was unter „bestmöglichem“ Kundeninteresse zu verstehen ist, die Mehrheit.

Die Makler und Mehrfachvertreter stören sich ferner mehrheitlich an der fehlenden Definition des Begriffs „Versicherungs-Anlageprodukt“. Erst an vierter Stelle folgt das Honorarverbot für Versicherungsmakler.

Die 139-seitige Studie „Asscompact Trends I/2017“ kann für 1.368,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer (Preisnachlass bei Jahres-Abonnement) bei Florian Stasch per E-Mail oder per Telefon unter 0921 7575838 bestellt werden.

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