Unternehmen erhalten Nachhilfe in Cyber-Sicherheit

8.9.2017 – Im internationalen Vergleich belegt Deutschland Platz 24 in Sachen Cyber-Sicherheit. Das belegt die Studie „Global Cybersecurity Index 2017“ der Internationalen Fernmeldeunion (ITU). Um Unternehmen und deren Mitarbeiter für Cyber-Kriminalität zu sensibilisieren, bietet die Plattform Perseus Präventionsberatung an. Ab Ende des Jahres bietet der Seitenbetreiber auch Cyber-Policen an. Die VdS Schadenverhütung hat eine Notfallhotline für Versicherte eingerichtet, die schnelle Hilfe bei Cyber-Vorfällen leisten soll.

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In puncto Cyber-Sicherheit landete Deutschland in der Untersuchung „Global Cybersecurity Index 2017“ (PDF-Datei, 6,3 MB) der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) auf Platz 24. In der Studie wurden die rechtlichen und technischen Maßnahmen zur Cyber-Sicherheit von 165 Ländern untersucht und anhand von 25 Indikatoren und 157 Fragen bewertet. Untersucht wurde auch, ob es thematische Bildungs- oder Forschungseinrichtungen in den Ländern gibt.

Mit Platz 24 gehört Deutschland zu den „heranwachsenden“ Staaten der Untersuchung. Die drei führenden Länder in Sachen Cybersicherheit sind Singapur, die USA und Malaysia. Zu den 21 am besten aufgestellten Cyber-Nationen gehören unter anderem Russland, Ägypten, die Niederlande, Kanada, der Oman oder Mauritius.

Schadsoftware kommt nicht nur von außen

Das Risiko, Opfer einer Cyber-Attacke zu werden, ist allgegenwärtig. Nicht zuletzt die beiden Erpressungs-Schadprogramme Wannacry und Petya, die im vergangenen Mai und im Juni Zigtausende Server und Computer weltweit angegriffen haben, zeigen, wie schnell sich Viren und Schadsoftware verbreiten können.

Cyber-Experten wissen aber auch, dass die Gefahr, sich einen Virus einzufangen, nicht nur von außen kommt. Oftmals sind es Mitarbeiter, die durch unbedarfte Handlungen Viren oder Trojaner in Firmennetzwerke einschleusen (VersicherungsJournal 29.5.2017).

Ein Club zum Schutz vor Cyberkriminalität

Um Firmenkunden und deren Mitarbeiter für potenzielle Cyber-Gefahren zu sensibleren, startete die FL Fintech Q GmbH kürzlich die Beratungsplattform Perseus. Diese richtet sich speziell an kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) und informiert rund um das Thema Cybersicherheit, teilte der Seitenbetreiber in einer Pressemeldung mit.

Das Leistungsangebot von Perseus umfasst vor allem Tipps und Beratung zur Prävention von Cyber-Attacken. Unter anderem finden Unternehmen auf der Plattform „Online-Präventionstrainings, Lern-Videos, von Perseus durchgeführte Testabfragen der Mitarbeiter, bis hin zu schneller Hilfe durch Perseus-Experten im Falle eines Angriffs“, heißt es auf Nachfrage des VersicherungsJournals.

Um die Angebote nutzen zu können, müssen Unternehmen „Club-Mitglied“ werden. Die Mitgliedschaft ist für Unternehmen, die sich noch in diesem Jahr anmelden, in den ersten sechs Monaten kostenlos. Anschließend kostet die Mitgliedschaft Unternehmensangaben zufolge monatlich 1,99 Euro pro Mitarbeiter.

Cyber-Police geplant

Ende des Jahres will Perseus sein Angebot um eine Cyber-Police erweitern. Die Prämie für diese Versicherung wird nicht im Mitgliedsbeitrag enthalten sein. Die Versicherung wird jedoch nur im Rahmen einer Mitgliedschaft abschließbar sein, heißt es aus dem Unternehmen. Angaben zu den entstehenden Beitragskosten für den Cyberschutz konnte Perseus nicht machen. Auch wer der Versicherer hinter der Police sein wird, ist noch unklar.

„Die Versicherung soll insbesondere auf kleine und mittlere Unternehmen und deren Bedürfnisse zugeschnitten sein. Derzeit laufen noch Gespräche mit Versicherern über mögliche Kooperationen, Details können wir daher leider noch nicht nennen“, heißt es auf Nachfrage weiter.

Um die Policen an die Unternehmen zu bringen, strebt Perseus eigenen Angaben zufolge „eine Lizenz als Mehrfachagent an“. Auf der Plattform sollen dann Produkte verschiedener Anbieter zur Verfügung stehen.

VdS bietet Cyber-Assistance

Im Ernstfall eines Cyberangriffs ist es für Unternehmen wichtig, schnell Hilfe zu erhalten, findet die VdS Schadenverhütung GmbH. Auch Versicherer profitieren davon, wenn durch schnelle Hilfe Betriebsunterbrechungen verringert oder vermieden werden können.

Aus diesem Grund bietet VdS für Versicherte ihrer Kunden einen Notfalldienst mit einer 24-Stunden-Hotline an. Registriert der Versicherte eine Cyber-Attacke, wird er von seinem Versicherer an die Hotline verwiesen.

Im besten Fall könne das Problem bereits unter telefonischer Anleitung behoben werden, heißt es von VdS auf Nachfrage des VersicherungsJournals. Andernfalls fahren die Mitarbeiter der rund 100 kooperierenden IT-Systemhäuser oder IT-Berater zu den betroffenen Kunden und helfen direkt vor Ort. Der Einsatzradius der Notfallhelfer beträgt bis zu 100 Kilometer.

Bis zu 99 Prozent der BU-Kosten können gespart werden

Sollte das Cyber-Problem schnell per Telefon behoben werden können, können laut VdS-Angaben bis zu 99 Prozent der Betriebsunterbrechungs-Kosten aufseiten der Versicherer eingespart werden. Der Betroffene kann indes mit seiner Produktion schnell fortfahren und minimiert so das Risiko, Kunden zu verlieren.

„Ich bin mir sicher, dass, wenn sich Cyberpolicen erst einmal etabliert haben, es keine Police ohne derartige Assistance-Leistungen geben wird“, vermutet Markus Edel, Leiter der VdS-Abteilung Cyber-Security.

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Assistance · Insurtech · Mehrfachvertreter · Mitarbeiter · Viren
 
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