Neue Tools mit teils heftigen Tücken

23.9.2016 – Die Alte Oldenburger Krankenversicherung meldet eine neue App, mit der nun auch bei ihr Belege online eingereicht werden können. Eine Neuerung der Fonds Finanz soll es jetzt auch Endkunden ermöglichen, ihren Versicherungsbedarf selbstständig zu ermitteln und zu optimieren. Sie soll aber zugleich die Vertriebspartner im Wettbewerb mit Fintechs und Online-Portalen stärken. Ganz andere Zielsetzungen haben neue Online-Rechner der Verbraucherzentrale Hamburg und der Confee AG.

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Nun bietet auch die Alte Oldenburger Krankenversicherung AG ihren Kunden die Möglichkeit an, Rechnungen, Rezepte Verordnungen sowie Heil- und Kostenpläne online per App („Meine AO“) einzureichen. Als praktischer Zusatznutzen sei eine Übersicht aller eingereichten Belege integriert, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

(Bild: Screenshot Itunes.apple.com/de/app/meine-alte-oldenburger/id1137941307)
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Nutzer von Apple- und andere Smarthone-Geräten könnten die App ab sofort kostenlos aus dem Apple App-Store oder dem Google Play Store herunterladen. Nach einer einmalig notwendigen Registrierung werde auf dem Postweg das erforderliche Password kurzfristig zugestellt. Danach sei die App nach der erstmaligen Anmeldung jederzeit verwendbar.

Zeitgleich hat das Schwesterunternehmen Provinzial Krankenversicherung Hannover AG – beide sind Tochtergesellschaften der VGH Versicherungen – eine App namens „VGH Gesundheit“ mit dem gleichen Funktionsumfang, aber einem anderen Layout auf den Markt gebracht.

Auch zahlreiche andere Gesellschaften haben entsprechende und weitere Angebote, wie unter anderem die Barmenia Krankenversicherung a.G., die Central Krankenversicherung AG und die Gothaer Krankenversicherung AG (VersicherungsJournal 19.10.2015, 1.8.2016), die Hansemerkur Krankenversicherung AG (VersicherungsJournal 5.9.2011, 20.11.2014) oder auch die DKV Deutsche Krankenversicherung AG (VersicherungsJournal 17.7.2012).

Fonds Finanz öffnet „FinanzLotse 3.0“ für Endkunden

Eine neue vertriebsunterstützende Maßnahme der Fonds Finanz Maklerservice GmbH zielt ebenfalls direkt auf die Endkunden ab. Sie hat jedoch nicht die vereinfachte Abwicklung von Verwaltungsvorgängen zum Ziel, sondern soll die Suche nach dem für sie besten Versicherungsschutz erleichtern.

Das kann in Zeiten von immer mehr Online-Portalen und Fintechs im Spannungsfeld zwischen Produktanbietern, Maklern und Verbrauchern jedoch zu einer doch recht diffizilen Herausforderung werden, wie die jüngste Offerte des Maklerpools aufzeigt. Konkret geht es um den gemeinsam mit der Sotfair GmbH entwickelten „FinanzLotse 3.0“.

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Spartenübergreifende Bedarfsanalysen und Preis-Leistungs-Vergleiche

Der stand bisher nur Maklern und Gesellschaften zur Verfügung, wird in einer Pressemitteilung erinnert. Künftig solle er nun über die jeweilige Homepage der Partner des Pools auch für die Endkunden der Versicherungsmakler kostenfrei zugänglich sein.

Die könnten mit diesem Robo-Advisor dann ihren Versicherungsbedarf „vollkommen selbstständig ermitteln und den bestehenden Versicherungsschutz mit Vergleichsrechnern optimieren“, wird mitgeteilt. Spartenübergreifende Bedarfsanalysen und Preis-Leistungs-Vergleiche könnten dadurch ebenso in kürzester Zeit durchgeführt werden wie VVG-konforme Angebotserstellungen.

Ausweitung auf andere Sparten ist in Vorbereitung

Langwierige Vorabdatenabfragen und starre Beratungsstrukturen entfielen auf diesem Wege – und die Beratungsdokumentation erfolge „quasi nebenbei“. Eine vollständig automatisierte Vertragsoptimierung stehe zunächst in den Bereichen Sachversicherung und Krankenzusatz-Versicherung zur Verfügung.

In den kommenden Monaten seien die Ausweitung auf die Lebensversicherung und die Einbindung der elektronischen Unterschrift vorgesehen, wird weiter mitgeteilt. Außerdem sei eine Variante als App für Smartphones in der Entwicklung.

Ein „großer Schritt“ mit etwas Bauchschmerzen

„Diesen großen Schritt zu tun und den Finanzlotsen 3.0 auch Endkunden zu Verfügung zu stellen, fiel uns nicht leicht“. So lässt sich Fonds-Finanz-Geschäftsführer Norbert Porazik in diesem Zusammenhang zitieren.

Man habe sich dazu jedoch entschlossen, um „unseren Vertriebspartnern im Wettlauf um die beste technische Unterstützung einen entscheidenden Vorteil zu verschaffen“. Dies besonders gegenüber den Fintechs und den Online-Portalen.

Verbraucherzentrale Hamburg prescht mal wieder vor

Mit Skrupeln solcher Art dürfte sich die Verbraucherzentrale Hamburg e.V. eher nicht abplagen. Sie hat Endkunden eigenen Angaben zufolge jetzt auf ihrer Internetseite ebenfalls einen neuen Online-Rechner zur Verfügung gestellt.

Bild: Screenshot Vzhh.de
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Mit dem lässt sich laut einer Pressemitteilung „grob die Höhe des Rückabwicklungs-Anspruchs“ bei Kapitallebens- und privaten Rentenversicherungsverträgen berechnen“. Voraussetzung ist, dass diese zwischen Mitte 1994 und Ende 2007 abgeschlossen und die Kunden bei deren Abschluss fehlerhaft oder nicht ausreichend über den Vertrag informiert wurden. In diesen Fällen bestehe nämlich ein „ewiges“ Widerspruchsrecht.

Auch Riester- und Rürup-Verträge betroffen

Dies ergebe sich auf einen aufgrund eines Grundsatzurteils des Bundesgerichtshofes (BGH) vom 7. Mai 2014 (VersicherungsJournal 8.5.2014), sofern die Widerspruchsbelehrung nicht korrekt erfolgt sei oder die Versicherungs-Bedingungen und die Verbraucherinformation nicht ausgehändigt wurden. Dies trifft nach Schätzung der Verbraucherzentrale für mehr als 60 Prozent dieser Policen zu.

Betroffen seien auch Riester- und Rürup-Verträge. „Verbraucher sollten die Gunst der Stunde nutzen, um schlechte Policen ohne große Einbußen loszuwerden“, wird geraten. Denn die Versicherer dürften im Falle eines Widerspruchs nur die Kosten für den Risikoschutz einbehalten – und der Auszahlungsbetrag könne daher deutlich höher sein als bei einer regulären Kündigung.

Confee AG startet Aufklärungs-Tool zur Honorar-Beratung

Nicht ganz unproblematisch dürfte aus Vertriebssicht auch ein neues Angebot der Confee AG sein, die neben einem Sortiment an Nettoprodukten und speziellen Fondskonzepten Dienstleistungen und Software rund um die Honorarberatung anbietet. Sie stellt laut eigenen Angaben nun ein Tool zu Verfügung, das Endverbrauchern die Vorteile der honorarbasierten Finanzberatung aufzeigen soll.

Bild: Screenshot Honorarberatung.Confee.de
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So könnten sie damit beispielsweise auf einfache Weise ermitteln, „wie hoch der Mehrertrag einer Altersvorsorge auf Netto-Basis sein könne und wie gut sie gegen die Risiken des Lebens abgesichert sind“, wird in einer Pressemitteilung versprochen. Außerdem präsentierten sich dort unabhängige Finanzberater des Confee-Netzwerkes mit ihren Beratungsschwerpunkten.

 
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