Wie entstehen Bewertungsreserven?

17.2.2017 – Eine Frage aus dem Bereich Lebensversicherung seht im Mittelpunkt von Folge 85 der VersicherungsJournal-Serie „Testen Sie Ihr Versicherungswissen“. Dabei geht es um stille Reserven, ein Begriff, der in Zeiten von Niedrigzinsen nicht nur Finanzexperten geläufig sein sollte. Damit auskennen müssen sich zumindest angehende Versicherungsfachwirte.

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Bild: Nikolae, Fotolia.com / VersicherungsJournal
(Bild: Nikolae, Fotolia.com / Pieloth)

Seit dem Jahr 2008 regelt § 153 VVG: Ausscheidende Versicherungsnehmer müssen an den in den Kapitalanlagen steckenden stillen Reserven – auch Bewertungsreserven genannt – beteiligt werden.

Auf deren Höhe haben Aktienkurs- und Zinsveränderungen entscheidenden Einfluss.

Diesen Zusammenhang darzustellen, lautete eine leichte Aufgabe für angehende Versicherungsfachwirte mit Wahlfach „Lebensversicherungen und betriebliche Altersversorgung – Produktmanagement“ in ihrer Prüfung. Die kurzen, knappen Lösungshinweise sind auch zum Einsatz im Beratungsgespräch geeignet.

Die Aufgabe stammt aus dem Fundus der offiziellen Prüfungsfragen des Deutschen Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK).

Aufgabe – Auswirkungen von Kursentwicklungen verstehen

Von der anhaltenden Diskussion über auszuschüttende Bewertungsreserven ist auch die Proximus Lebensversicherung AG betroffen. Sie sind Mitarbeiter in einer ins Leben gerufenen Projektgruppe, die Untersuchungen hierzu vornimmt.

a) Stellen Sie dar, wie in einem Versicherungs-Unternehmen stille Reserven entstehen.

b) Erläutern Sie, welche Auswirkungen

  • ein Anstieg der Kurswerte bei Aktien,
  • ein Rückgang des Marktzinses bei festverzinslichen Wertpapieren

auf die jeweiligen stillen Reserven in einem Versicherungs-Unternehmen hat.

c) Beschreiben Sie im zeitlichen Verlauf bis zum Fälligkeitstermin die Bewertung börsennotierter festverzinslicher Wertpapiere.

Lösungshinweise

Fachwissen aus dem Handlungsbereich „Lebensversicherungen und betriebliche Altersversorgung – Produktmanagement für Versicherungs- und Finanzprodukte“

Aufgabe

Lösung

Zu a)

Stille Reserven entstehen, wenn der Marktwert einer Kapitalanlage (zum Beispiel Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Immobilien) höher ist als der zu bilanzierende Wert der Kapitalanlage. Eine derartige Abweichung ergibt sich, wenn aufgrund der Bilanzierungs-Vorschriften ein gegenüber dem Marktwert verminderter Bilanzwert anzusetzen ist (Niederstwertprinzip).

Zu b)

Wenn der Kurswert vorhandener Aktien und somit der Marktwert steigt, erhöhen sich die stillen Reserven, da der Buchwert sich nicht ändert.

Wenn am Markt neue Papiere nur mit niedrigeren Zinsen angeboten werden, steigen die Kurse von vorhandenen höher verzinsten Wertpapieren. Die stillen Reserven erhöhen sich.

Zu c)

Bei börsennotierten festverzinslichen Wertpapieren erfolgt die Anpassung an den Marktzins über den Kurswert. Sie können je nach dem Verhältnis von Festzins und gerade aktuellem Marktzins Kurse von mehr oder weniger als 100 Prozentpunkten aufweisen und somit zu stillen Reserven beziehungsweise Abschreibungen führen.

Zum Ablauf werden festverzinsliche Wertpapiere zum Nennwert zurückgezahlt, so dass sich eventuell vorhandene stille Reserven auflösen.

Frühere Beiträge aus dieser Artikelserie finden sich im Archiv des VersicherungsJournals unter diesem Link.

 
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