Wer einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat

14.2.2017 – Ein Drittel der sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten (25 bis unter 65 Jahre) war Ende 2015 nach BMAS-Daten im Besitz eines Riester-Vertrags. Bei Frauen, der Altersgruppe zwischen 35 und unter 45 Jahren sowie kinderreichen Haushalten sind Riester-Verträge überproportional häufig vorhanden. Besonders groß sind die Anteile bei teilzeitbeschäftigten Frauen, Damen mit drei und mehr Kindern sowie Geringverdienerinnen.

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Über ein Drittel der sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten zwischen 25 und unter 65 Jahren besaß Ende 2015 einen Riester-Vertrag. Dies zeigt der kürzlich vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlichte „Endbericht Verbreitung der Altersversorgung 2015 (AV 2015)“.

Die Untersuchung basiert auf einer schriftlichen Befragung von (netto) 10.992 Personen, die das Meinungsforschungs-Institut TNS Infratest Sozialforschung im Auftrag des BMAS durchgeführt hat. Mit der Studie wird laut Ministerium „ein differenziertes Bild der obligatorischen wie zusätzlichen Vorsorge der 25- bis unter 65-jährigen sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten gezeichnet“.

Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: BMAS, „Endbericht Verbreitung der Altersversorgun 2015 (AV 2015)“, Tabelle 1-9)
Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: BMAS, „Endbericht
Verbreitung der Altersversorgung 2015 (AV 2015)“,
Tabelle 1-9)

Insgesamt haben dem Bericht des Arbeitsministeriums zufolge 35,8 (Männer: 32,0; Frauen: 40,1) Prozent der sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten einen Riester-Vertrag abgeschlossen. Wie beim Geschlecht gibt es auch hinsichtlich weiterer soziodemografischer Merkmale zum Teil deutlich abweichende Anteile.

Auswirkungen soziodemografischer Merkmale

So sind Riester-Verträge bei den älteren Befragten (55 bis unter 65 Jahre) am seltensten vorhanden, der Anteil liegt nur bei rund einem Fünftel. Im mittleren Alter (35 bis unter 45 Jahre) ist der Anteil doppelt so groß, bei den 45- bis Unter-55-Jährigen ist es ein gutes Drittel. Auffällig ist, dass bei den Frauen zwischen 35 und unter 55 Jahren Riester-Verträge überproportional häufig vorhanden sind.

Hier zeigen sich deutliche Unterschiede im Vergleich zur Durchdringung mit Anwartschaft in der betrieblichen Altersversorgung (bAV). Dort wird der Anteil mit zunehmendem Alter geringer – und ist bei den Frauen meist leicht unterproportional ausgeprägt (VersicherungsJournal 9.2.2017).

Auch die Zahl der im Haushalt lebenden, minderjährigen Kinder hat Auswirkungen auf die Riester-Verbreitung. So nimmt die Durchdringung mit der Kinderzahl von einem guten Viertel bei den kinderlosen Haushalten auf die Hälfte bei mindestens drei Kindern zu.

Betrachtet man nur die Frauen, so ist dieser Effekt noch deutlich stärker ausgeprägt: Hier steigt der Anteil mit Riester-Vertrag von einem knappen Drittel (kinderlos) auf über zwei Drittel (drei oder mehr Kinder). Dies dürfte auf die Kinderzulagen (185 Euro für bis 2007 geborene Kinder, danach 300 Euro) zurückzuführen sein, so die Studienautoren.

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Auswirkungen verschiedener soziodemografischer Merkmale

Einfluss auf die Riester-Durchdringung hat auch der Bildungsabschluss: Während nur rund ein Sechstel der Personen ohne Abschluss über einen Riester-Vertrag verfügt, ist der Anteil bei den Personen mit (Fach-) Hochschulabschluss mit einem guten Drittel doppelt so groß.

„Bei den Frauen weisen Personen mit Lehr- beziehungsweise Berufsfachschul-Abschluss (40 Prozent) und Personen mit einem Meister- oder Technikerabschluss (41 Prozent) die höchste Verbreitung auf, ohne dass sich hierfür eine spezifische Erklärung anbietet“, wird in dem Bericht hervorgehoben.

Weitere Ergebnisse: Bei den Männern erhöht sich die Riester-Durchdringung mit Anstieg des Erwerbsumfangs. Bei den Frauen verhält es sich hingegen genau umgekehrt, besonders deutlich überproportional ausgeprägt ist der Besitz eines Riester-Vertrags hier bei den teilzeitbeschäftigten Frauen.

Betrachtet man die Höhe des Bruttolohns/ -gehalts, so zeigt sich bei den Anteilen eine u-förmige Verteilung. So sorgen Geringverdiener gleichermaßen wie Besserverdienende am häufigsten mit einem Riester-Vertrag für das Alter vor. Dies ist auf unterschiedliche Verteilungen in den beiden Geschlechtern zurückzuführen: Während Geringverdienerinnen (unter 1.500 Euro) die höchste Quote aufweisen, sind es bei den Männern die Besserverdienenden (über 4.500 Euro).

Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersversorgung · Betriebliche Altersversorgung · Rente · Riester · Sozialversicherung · Technik
 
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