Wer eine bAV-Anwartschaft erworben hat

9.2.2017 – 57 Prozent der sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten hatten Ende 2015 nach BMAS-Daten eine Anwartschaft in der betrieblichen Altersversorgung erworben. Männer, die Altersgruppe ab 45 Jahren und auch höhergebildete und gutverdienende Personen haben überproportional häufig bAV-Anwartschaften erworben. Die größte Durchdringung gibt es in den Bereichen öffentliche Verwaltung sowie Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen einerseits und im Bereich Bergbau, Energie- und Wasserwirtschaft.

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Ende 2015 hatten hochgerechnet knapp 15,65 Millionen sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigte zwischen 25 und unter 65 Jahren eine Anwartschaft in der betrieblichen Altersversorgung erworben. Dies zeigt der kürzlich vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlichte „Endbericht Verbreitung der Altersversorgung 2015 (AV 2015)“.

Bild: BMAS, „Endbericht Verbreitung der Altersversorgung 2015 (AV 2015)“, Tabelle 1-4)
Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: BMAS, „Endbericht
Verbreitung der Altersversorgung 2015 (AV 2015)“,
Tabelle 1-4)

Die Untersuchung basiert auf einer schriftlichen Befragung von (netto) 10.992 Personen, die das Meinungsforschungs-Institut TNS Infratest Sozialforschung im Auftrag des BMAS durchgeführt hat. Mit der Studie wird laut Ministerium „ein differenziertes Bild der obligatorischen wie zusätzlichen Vorsorge der 25- bis unter 65-jährigen sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten gezeichnet“.

Insgesamt haben dem Bericht zufolge 57 (Männer: 58,2; Frauen: 55,6) Prozent der sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten eine bAV-Anwartschaft. Zum Teil noch größere Unterschiede gibt es auch bei der Betrachtung weiterer soziodemografischer Merkmale, wie etwa dem Alter:

So liegt die bAV-Verbreitungsquote bei den Befragten unter 35 Jahren bei knapp unter der Hälfte. In den Altersgruppen 45 bis unter 55 Jahre sowie 55 bis unter 65 Jahre sind es mehr als 60 Prozent. Der höchste Wert (64 Prozent) wird für die Gruppe der 55- bis unter 65-jährigen Männer ausgewiesen.

Auswirkungen soziodemografischer Merkmale

Auch die Zahl der im Haushalt lebenden minderjährigen Kinder hat Auswirkungen auf die bAV-Verbreitung. So nimmt die Durchdringung mit der Kinderzahl zu. Bei der Aufschlüsselung nach Geschlecht zeigt sich allerdings eine gegenläufige Entwicklung.

Während die Betriebsrentenansprüche bei den Männern mit zunehmender Kinderzahl stark ansteigen, gehen sie bei den Frauen fast genauso stark zurück. Dies wird in dem Bericht unter anderem auf den variierenden Erwerbsumfang zurückgeführt.

Weitere Ergebnisse: Personen mit einem Erwerbsumfang von mindestens 30 Wochenstunden erwerben deutlich häufiger bAV-Anwartschaften als Teilzeitbeschäftige. Mit der Höhe des Bruttolohns/ -gehalts steigt auch der bAV-Verbreitungsgrad – und zwar von nicht einmal einem Drittel bei den Geringverdienern (unter 1.500 pro Monat) auf über 80 Prozent in der Einkommensgruppe ab 4.500 Euro. Bei den Frauen ist die Spannbreite der Quoten etwas kleiner als bei den Männern.

Verbreitungsgrad je nach Branche unterschiedlich

In dem Bericht wird der Verbreitungsgrad von Betriebsrenten-Ansprüchen zudem nach Branchen aufgeschlüsselt. Die öffentliche Verwaltung sowie das Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen einerseits und der Bereich Bergbau, Energie- und Wasserwirtschaft andererseits kommen auf die höchsten Quoten (jeweils drei Viertel).

Für den Bereich Baugewerbe und Handwerk wird der niedrigste Wert ausgewiesen – hier besaßen nicht einmal vier von zehn Beschäftigten eine bAV-Anwartschaft. Die Versicherungswirtschaft (zusammengefasst mit Banken sowie Unternehmen-Dienstleistungen) liegt mit einem Verbreitungsgrad von 50 Prozent im Mittelfeld.

Die Studienautoren weisen in ihrem Bericht explizit darauf hin, dass bei einem Vergleich der bAV-Verbreitungsquoten nach Branchen die stark variierende Anzahl der dort sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten berücksichtigt werden muss.

Den Angaben zufolge wird die Gesamtquote insbesondere von den vier Branchen Öffentliche Verwaltung, Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen (6,6 Millionen Beschäftigte), Industrie und verarbeitendes Gewerbe, Handel, Gastgewerbe und Verkehr (jeweils 6,0 Millionen Beschäftigte) sowie Banken, Versicherungen und Unternehmens-Dienstleistungen (5,7 Millionen Beschäftigte) geprägt. In diesen Branchen seien 88 Prozent der Grundgesamtheit beschäftigt.

 
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