Von den Tücken des PKV-Antrags

9.1.2018 – Im PKV-Wiki wurde erneut ein Vergleich der Antragsformulare der privaten Vollversicherung veröffentlicht. Dabei zeigt sich teilweise ein Trend zu kürzeren Abfragezeiträumen, aber insgesamt ein uneinheitliches Bild. Wiki-Betreiber Marcus Dippold fordert Verbesserungen.

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Vor dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung (PKV) steht für die zukünftigen Versicherungsnehmer das Ausfüllen der Gesundheitsangaben im Antrag. Die darin gestellten Fragen unterscheiden sich bei den verschiedenen Anbietern deutlich. Das zeigt ein Ende 2017 vorgenommener Vergleich der Versicherungswiki e.K.

Ausgewertet wurden 31 Fragebögen für die Vollkostenversicherung. Die DEVK Krankenversicherungs-AG habe kein Antragsformular zur Verfügung gestellt, teilte Versicherungswiki-Inhaber Marcus Dippold mit.

Die Untersuchung ist auf einer PKV-Wiki-Seite frei zugänglich veröffentlicht, einschließlich Abbildungen der verglichenen Antragsformulare. In zwei Tabellen wird dargestellt, auf welche Zeiträume sich die Gesundheitsfragen zu den einzelnen Behandlungen, Untersuchungen und Vorerkrankungen beziehen.

Trend zu kürzeren Zeiträumen bei Ambulant- und Zahn-Fragen

Für ambulante Behandlungen verlangen die meisten Gesellschaften Angaben zu den letzten drei Jahren. Die Zahl der Versicherer, die über fünf Jahre Auskunft erwarten, hat sich gegenüber der Untersuchung von 2014 (VersicherungsJournal 15.4.2014) auf vier halbiert. Dies sind noch Central Krankenversicherung AG, Concordia Krankenversicherungs-AG, Mecklenburgische Krankenversicherungs-AG und Württembergische Krankenversicherung AG.

Die Nürnberger Krankenversicherung AG habe zwar den Abfragezeitraum auf drei Jahre verkürzt, konterkariere das aber, indem unbegrenzt nach Krankheiten oder Beschwerden gefragt wird, kommentiert Dippold.

Die LVM Krankenversicherungs-AG und die Hansemerkur Krankenversicherung AG hätten die Fragen nach Medikamenten verschärft: Waren es bei der Hansemerkur bisher nur drei Jahre, so werde nun zeitlich unbegrenzt abgefragt. Die LVM habe den Zeitraum von zuvor einem Jahr inzwischen verdreifacht.

Teilweise noch unbegrenzte Zeiträume

Zahnärztliche Untersuchungen und Behandlungen fragen 28 Anbieter für drei Jahre ab und zwei (2014: fünf) für fünf Jahre. Über stationäre Behandlungen erwarten 22 Unternehmen Auskünfte aus den letzten fünf und neun Versicherer über zehn Jahre.

Bei den Fragen zur psychotherapeutischen Behandlung variieren die Zeiträume zwischen drei Jahren und unbegrenzt. Angaben zu eingenommenen Medikamenten werden für Zeiträumen zwischen einem Jahr und unbegrenzt erwartet, zwei Anbieter verzichten auf die Frage.

Es besteht noch immer deutlicher Verbesserungsbedarf bei den Antragsformularen der privaten Krankenversicherer.

Marcus Dippold, Inhaber Versicherungswiki e.K.

Versicherungswiki sieht Verbesserungsbedarf

Als Fazit der Untersuchung formuliert Dippold: „Es besteht noch immer deutlicher Verbesserungsbedarf bei den Antragsformularen der privaten Krankenversicherer durch gezielte und klar abgrenzbare Fragen nach Erkrankungen und Diagnosen. Präzisere Fragen bringen mehr Sicherheit für alle Beteiligten – für Kunden, Vermittler und Versicherer.“

Der Betreiber des Internetportals kritisiert außerdem, dass manche PKV-Unternehmen Einzelfragen mit einer Vielzahl von weiteren Unterfragen verwendeten. Das sei der Übersicht und der Auslegung der Fragestellung hinderlich.

Lobend erwähnt Dippold Allianz Private Krankenversicherungs-AG, Central und Concordia, die sich gezielt und detailliert nach Beschwerden, Diagnosen und Krankheiten erkundigten. Dagegen formulierten Krankenversicherer wie Axa Krankenversicherung AG, Barmenia Krankenversicherung a.G., Deutsche Beamtenversicherung Krankenversicherung, Zweigniederlassung der Axa Krankenversicherung AG und Continentale Krankenversicherung a.G. die Antragsfragen bewusst unscharf, heißt es.

Wiki erneuert

Ende 2017 hat Dippold sein PKV-Wiki eigenen Angaben zufolge erneuert und präsentiert nun das Thema Krankenversicherung nach Sparten getrennt auf folgenden Domains:

Ergänzt wird das Angebot durch für Tablet-PCs optimierte Apps für Android- und Apple-Geräte. Darin werden die Sparten GKV, PKV und Pflege abgedeckt.

 
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