25.1.2012 – Anders als es die Deklarationen für 2012 vermuten lassen, fallen die hochgerechneten Ablaufleistungen für die kapitalbildende gemischte Lebensversicherung einiger Anbieter günstiger aus, wie der aktuelle Map-Report zeigt. In Sachen Transparenz gibt es einmal mehr Kritik.
Die ersten Meldungen zur Deklaration 2012 hatten den Abwärtstrend bereits gezeigt (VersicherungsJournal 23.12.2011); der Map-Report kommt bei seiner aktuellen Untersuchung von 60 Anbietern auf einen Mittelwert der laufenden Zinsüberschüsse der kapitalbildenden gemischten Lebensversicherung von 3,91 (4,07) Prozent.
Das sei der schlechteste Deklarations-Wert der vergangenen Jahrzehnte, mindestens aber seit 1995, so Map-Report-Herausgeber Manfred Poweleit. Werden aber alle Überschussquellen betrachtet, fallen die Leistungen bei einigen Anbietern besser aus.
Die Gesellschaften erzielten aus der Komponente des eingeschlossenen Todesfallschutzes beim gegenwärtigen Trend steigender Lebenserwartungen nämlich technische Gewinne, was die Überschussbeteiligung stabilisiere.
Damit fielen die Hochrechnungen der Leistung beim Mustervertrag mit 1.200 Euro Jahresbeitrag und vorschüssiger Einzahlung für ein 30-jähriges Eintrittsalter und zwölf Jahren Laufzeit in der kapitalbildenden gemischten Lebensversicherung bei acht von 47 Gesellschaften für 2012 besser aus.
Konkret handelt es sich dabei um die Anbieter Württembergische Lebensversicherung AG, Nürnberger Lebensversicherung AG, Karlsruher Lebensversicherung AG, Continentale Lebensversicherung AG, Axa Lebensversicherung AG, InterRisk Lebensversicherung AG, VGH Versicherungen und Allianz Lebensversicherung AG.
Für die 20-jährige Laufzeit führt die Branchenanalyse sieben Anbieter mit besseren Leistungen auf, für die 30-jährige Laufzeit sogar zehn.
| Rang | Gesellschaft | Ablaufleistung in Euro (2012) | Ablaufleistung in Euro (2011) |
|---|---|---|---|
| * Vertragstyp: Mann, Eintrittsalter 30 Jahre, 100 Prozent Todesfallleistung ohne Rabatte, Laufzeit 12 Jahre, 1.200 Euro vorschüssig gezahlter Jahresbeitrag. Quelle: Map-Report 789-790 | |||
| 1 | 19.289 | k.A. | |
| 2 | 19.020 | 19.387 | |
| 3 | 18.990 | 18.880 | |
| 4 | 18.452 | 18.664 | |
| 5 | 18.399 | 17.963 | |
| 6 | 18.388 | 18.646 | |
| 7 | 18.238 | 18.554 | |
| 8 | 18.086 | 18.177 | |
| 9 | 18.030 | 17.959 | |
| 10 | 18.009 | 18.657 | |
| … |
|
|
|
| Durchschnitt |
| 17.317 | 17.563 |
| … |
|
|
|
| 47 | 16.291 | 16.464 | |
| 48 | 16.282 | 16.988 | |
| 49 | 16.264 | 16.610 | |
| 50 | 16.243 | 16.502 | |
| 51 | 16.215 | 16.812 | |
In der Risiko-Lebensversicherung haben sich die Leistungen bei 19 von 60 Anbietern erhöht – drei blieben zumindest stabil. Der Musterkunde des Map-Report erhält für 1.200 Euro Jahresbeitrag statt 579.428 Euro im Durchschnitt eine Todesfallleistung von 606.768 Euro.
Im Musterfall der Risiko-LV mit BUZ sind für 23 von 54 Angeboten die Nettopreise gesunken, so dass sich der marktdurchschnittliche Preis auf 53,41 Euro (53,66 Euro) monatlich etwas verbilligte.
Als eine „besondere Form von Blamage“ kritisiert Poweleit das Auskunftsverhalten: Während seine traditionelle Tabelle im Vorjahr noch die Deklarationssätze von 50 Gesellschaften zeigte, fielen nun vier weitere Gesellschaften aus der Tabelle, die eineinhalb Jahrzehnte Daten geliefert hätten.
So versendete die Sparkassenversicherung Sachsen nur noch die Daten der Beispielrechnungen; WWK, Provinzial Rheinland und Generali gaben keine Auskünfte. Die deutsche Lebensversicherung sei besser als ihr Ruf. Das muss sie nur noch selbst begreifen und auch offensiv umsetzen. Dazu gehört neben Transparenz auch nachdrücklicheres Eintreten für die tatsächlichen Interessen der Versicherten-Gemeinschaften, so Poweleit.
Den Map-Report Nr. 789-790 „LV-Deklarationen 2012: Krise fällt aus” können Interessierte beim Verlag Manfred Poweleit per Fax unter 0 41 39/70 19 oder per E-Mail für 75 Euro als gebundenes Heft bestellen. Als Alternative kann eine PDF-Version für 65 Euro angefordert werden.
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