So viel geben die Bundesbürger für Versicherungspolicen aus

13.9.2017 – 2016 haben die Bundesbürger weniger für Versicherungen ausgegeben als im Jahr zuvor, wie dem jüngst vom GDV veröffentlichten „Statistischen Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2017“ zu entnehmen ist. In Leben sind sie gesunken, in Schaden/Unfall gestiegen und in der PKV stagniert. Die Versicherungs-Durchdringung war erneut rückläufig, vor allem in Leben.

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Die Bundesbürger haben 2016 pro Kopf nur noch knapp 2.350 Euro für private Versicherungen ausgegeben, das sind über 20 Euro beziehungsweise rund ein Prozent weniger als im Jahr zuvor. Dies ist dem gestern vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) veröffentlichten „Statistischen Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2017“ zu entnehmen.

Damit ist die sogenannte Versicherungsdichte (gebuchte Bruttobeiträge der im GDV organisierten Erstversicherer in Relation zu den Einwohnern) zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen.

Im Vergleich zu 2011 – wegen einer Revision der Bevölkerungsstatistik sind die Werte seitdem nicht mit denen aus früheren Jahren vergleichbar – steht aber immerhin noch eine Zunahme um 130 Euro beziehungsweise knapp sechs Prozent zu Buche.

Pro-Kopf-Ausgaben für Lebensversicherungen gesunken

Fast die Hälfte des Budgets für Versicherungen geht auf das Konto der Lebensversicherer. 2016 waren es nur noch knapp 1.100 Euro, fast 40 Euro beziehungsweise über drei Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Auch in Leben war zum zweiten Mal in Folge eine rückläufige Entwicklung zu beobachten, nachdem es zuvor drei Mal einen Zuwachs der Ausgaben gegeben hatte. Aktuell liegen die Pro-Kopf-Ausgaben damit nur geringfügig (rund zehn Euro beziehungsweise ein Prozent) über denjenigen aus 2011.

Steigerung in Schaden/Unfall, Stagnation in der PKV

Ganz anders war die Entwicklung in der Schaden-/Unfallversicherung. Für Policen aus diesem Bereich gab im vergangenen Jahr jeder Bundesbürger im Schnitt über 800 Euro aus, wie die GDV-Daten weiter zeigen.

Das sind über zehn Euro beziehungsweise knapp zwei Prozent mehr als noch 2015. Anders als in Leben ging es in Komposit in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich bergauf. 2011 lagen die Pro-Kopf-Ausgaben noch um rund 100 Euro beziehungsweise etwa ein Achtel niedriger.

In der privaten Krankenversicherung stagnierten die durchschnittlichen Ausgaben pro Bundesbürger bei 450 Euro. Im Vergleich zu 2011 beträgt die Steigerung damit unverändert knapp 20 Euro beziehungsweise rund vier Prozent.

Bild Wichert

Rückläufige Versicherungs-Durchdringung

In der GDV-Publikation werden auch Daten zur Versicherungs-Durchdringung (gebuchte Bruttobeiträge der Erstversicherer in Relation zum Bruttoinlandsprodukt) ausgewiesen. Die Durchdringung ist im vergangenen Jahr um über 0,2 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent zurückgegangen. Doppelt so groß ist das Minus auf Sechsjahressicht.

Anders als bei der Versicherungsdichte war die Versicherungs-Durchdringung in allen drei Sparten rückläufig im Vergleich zu 2015. In Leben ging es um 0,16 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent bergab. Deutlich moderater fielen die Rückgänge in der PKV (minus 0,03 Prozentpunkte auf 1,19 Prozent) und in Schaden/Unfall aus (minus 0,02 Prozentpunkte auf 2,11 Prozent) aus.

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