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So viel billiger ist die BU-Versicherung als Nettopolice

21.3.2017 – Berufsunfähigkeits-Versicherungen, die als Honorarberatertarif ohne oder mit verringerten Vertriebskosten kalkuliert werden, sind zwischen acht und 13 Prozent billiger als die herkömmlichen Produkte der jeweiligen Anbieter. Das zeigt der Vergleich von Tarifbeispielen aus dem Map-Report 890 – Biometrie-Rating deutscher Lebensversicherer.

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Es ist der erklärte Wille der Regierungskoalition, die Honorarberatung als Alternative zur Vergütung der Vermittler durch Provisionen zu etablieren. Das wurde durch den Kabinettsbeschluss zur Umsetzung der EU-Versicherungsvertriebs-Richtlinie (IDD) in deutsches Recht unterstrichen (VersicherungsJournal 19.1.2017) und zuletzt im Bundesrat diskutiert (VersicherungsJournal 13.3.2017).

Die sogenannte Honorarberatung stößt dabei auch in der Vermittlerschaft auf zunehmendes Interesse (VersicherungsJournal 16.9.2016).

Infolgedessen bieten vor allem immer mehr Lebensversicherer Tarife an, in die keine Vermittlerprovisionen einkalkuliert sind und auch sonstige dem Vertrieb zuzurechnende Kosten größtenteils außen vor bleiben (VersicherungsJournal 17.1.2017).

Map-Report untersucht Brutto- und Nettotarife

Wie sich die kostenreduzierten Tarife von den klassisch mit Provisionen kalkulierten Policen unterscheiden, wird seit dem letzten Jahr vom Map-Report untersucht.

Beim Vergleich von Fondspolicen zeigten sich bei den Effektivkosten Unterschiede von teilweise über 50 Prozent (VersicherungsJournal 10.10.2016).

Bei Risikolebens-Versicherungen sind die Differenzen unterschiedlich groß. Honorarberatertarife sind hier zwischen zwei und 14 Prozent billiger als die herkömmlichen Pendants der jeweiligen Anbieter (VersicherungsJournal 13.2.2017).

Deutliche Unterschiede auch bei BU-Versicherungen

Auch bei Berufsunfähigkeits- (BU-) Versicherungen gibt es unterschiedlich große Differenzen. Das zeigt der Map-Report 890 – Biometrie-Rating deutscher Lebensversicherer (VersicherungsJournal 21.12.2016).

In dem Vergleich sind für neun Versicherer für drei Musterfälle Brutto- und Nettotarife abgebildet.

Einer der Musterfälle ist gerechnet für einen 40-jährigen Finanzberater, selbstständig, Firmeninhaber, drei Angestellte, 60 Prozent Außendiensttätigkeit, Nichtraucher, Eintrittsalter 40 Jahre, monatliche garantierte BU-Rente 3.000 Euro, Versicherungsbeginn: 1. Dezember 2016, Laufzeit 27 Jahre.

Bei der Ergo Lebensversicherung AG ist der Nettotarif („BUV316005Z“) mit einer kalkulierten Beitragssumme von 77.787 Euro um 6.523 Euro billiger als der Provisionstarif („BUV316001Z“). Das ist der vergleichsweise kleinste absolute Abschlag.

Die Inter und Stuttgarter ermäßigen Nettotarife am stärksten

Am größten ist die absolute Differenz bei der Inter Lebensversicherung AG („L01N151 / L01A151“). Hier liegt die Beitragssumme des Nettotarifs bei 22.385 Euro und damit neun Prozent unter der klassischen Variante.

Den größten prozentualen Abschlag von 13,2 Prozent (16.671 Euro) bietet die Stuttgarter Lebensversicherung a.G. in der Honorarberaterversion des „Tarif 91 – BUV-Plus“.

Map-Report 890 (Bild: VersicherungsJournal)

Die Interrisk Lebensversicherungs-AG Vienna Insurance Group ist von den neun Versicherern, die Brutto- und Nettotarife alternativ anbieten, in dem Beispiel in beiden Varianten am preisgünstigsten. Das ist sie auch im Vergleich mit den weiteren 28 Teilnehmern der Untersuchung.

Bei Nettobeiträgen ändert sich die Reihenfolge

Auch bei den um den Beitragsvorwegabzug aus der Überschussbeteiligung verringerten Nettobeiträgen ist bei der Interrisk die Ersparnis der Honorarberatertarife mit 3.885 Euro von 42.330 Euro (minus 9,2 Prozent) am geringsten.

Den größten absoluten Abschlag weist mit 19.027 Euro von 211.907 Euro wiederum die Inter aus. Das entspricht einer prozentualen Differenz von neun Prozent.

Map-Report 890 (Bild: VersicherungsJournal)

Bei einem umfassenden Vergleich sollten somit sowohl Brutto- als auch Nettobeiträge beachtet werden. Denn es zeigt sich an der unterschiedlichen Reihenfolge im Vergleich zu den Bruttoprämien, dass die abweichende Kalkulation der Nettopolicen sich auch auf die Gewinnbeteiligung auswirkt.

Zu berücksichtigen ist außerdem, dass sich die Nettobeiträge ändern, wenn sich die Überschussbeteiligung verbessert oder verschlechtert.

Jedes Beispiel ist anders

In anderen Konstellationen unterscheidet sich die Reihenfolge der Versicherer. Das zeigt das Beispiel einer BU-Versicherung für einen angestellten examinierten Altenpfleger im Pflegeheim, kein mobiler Pflegeservice, Anteil der körperlichen Arbeit 70 Prozent, Nichtraucher, Eintrittsalter 20 Jahre, monatliche garantierte BU-Rente 1.000 Euro, Versicherungsbeginn: 1.12.2016, Laufzeit 47 Jahre.

Map-Report 890 (Bild: VersicherungsJournal)

Hier liegt die Ersparnis des Honorarberatertarifs nach der Summe der Nettobeiträge zwischen 4.069 Euro (Ergo) und 9.013 Euro (Stuttgarter). Den billigsten Honorarberatertarif für diese Modellrechnung hat die Continentale Lebensversicherung AG mit einer Beitragssumme über die 47-jährige Laufzeit in Höhe von 38.601 Euro.

Map-Report 890 (Bild: VersicherungsJournal)

Die Tarifprämie ist nicht alles

Bereits diese beiden Beispiele verdeutlichen, dass sich die Rangfolge der Versicherer je nach Fall erheblich unterscheiden kann. Daher lassen sich die Ergebnisse keinesfalls verallgemeinern.

Ob ein Angebot „günstig“ ist, hängt zudem von hier nicht betrachteten Aspekten wie Bedarfsgerechtigkeit der angebotenen Tarife, Ausgestaltung der Versicherungs-Bedingungen, Annahmerichtlinien, Beurteilung der individuellen Gesundheitsverhältnisse, dem Service und der Stabilität des Versicherers ab.

Für den Verbraucher ist bei Nettotarifen zudem zu beachten, dass zwar die Beiträge geringer sind, aber normalerweise ein Beratungs- oder Vermittlungshonorar zu zahlen ist. Das kann niedriger, aber auch höher sein als die im Tarif ersparten Vertriebskosten.

Weitere Studiendetails

Die vollständigen Beitragstabellen für je drei Tarifbeispiele der Risikolebens- und Berufsunfähigkeits-Versicherung sind Bestandteil des Map-Reports Nummer 890 – „Biometrie-Rating deutscher Lebensversicherer“.

Die Studie enthält darüber hinaus umfangreiches Datenmaterial zu zahlreichen Bilanz-, Service- und Vertrags-Kennzahlen der Lebensversicherungs-Gesellschaften.

Der Map-Report ist lieferbar als (nicht druckbare) PDF-Datei für 77 Euro und als gedrucktes Heft für 85 Euro, jeweils einschließlich Mehrwertsteuer. Bestellt werden kann unter diesem Link.

Leserbriefe zum Artikel:

Matthias Helberg - Teuren Anbietern nutzen auch Nettotarife nichts. mehr ...

Karl Eberhardt - Die Auswertung zeigt das wirkliche Problem der privaten Absicherung. mehr ...

+Gerd Kemnitz - Beim Vergleich die Inflationsrate berücksichtigen. mehr ...

Rüdiger Falken - Gesichertes Grundeinkommen für den Vermittler. mehr ...

+Gerd Kemnitz - Beim Vergleich die Inflationsrate berücksichtigen. mehr ...

Ralf Meyer - Es werden immer wieder Honorare fällig. mehr ...

+Axel Götz - Vergleichbarkeit ist aus mehreren Gründen nicht gegeben. mehr ...

Rüdiger Falken - Honorare sind abzugsfähig. mehr ...

 
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