So stark ist staatlich geförderte Zusatzvorsorge verbreitet

17.2.2017 – 70 Prozent der sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten (25 bis unter 65 Jahre) sorgten Ende 2015 nach BMAS-Daten mit einem Riester-Vertrag und/oder einer bAV vor. Bei Frauen, der Altersgruppe zwischen 35 und unter 45 Jahren sowie kinderreichen Haushalten sind Riester-Verträge überproportional häufig vorhanden. Besonders groß sind die Anteile bei teilzeitbeschäftigten Frauen, Damen mit drei und mehr Kindern sowie Geringverdienerinnen.

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Fast jeder dritte sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigte zwischen 25 und unter 65 Jahren (Stand: Ende 2015) besitzt keine zusätzliche, staatlich geförderte Altersvorsorge (bAV-Anwartschaft oder privater Riester-Vertrag) zur gesetzlichen Rente. Dies zeigt der kürzlich vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlichte „Endbericht Verbreitung der Altersversorgung 2015 (AV 2015)“.

Die Untersuchung basiert auf einer schriftlichen Befragung von (netto) 10.992 Personen, die das Meinungsforschungs-Institut TNS Infratest Sozialforschung im Auftrag des BMAS durchgeführt hat. Mit der Studie wird laut Ministerium „ein differenziertes Bild der obligatorischen wie zusätzlichen Vorsorge der 25- bis unter 65-jährigen sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten gezeichnet“.

Ein Fünftel besitzt Riester und bAV

Insgesamt haben dem Bericht des Arbeitsministeriums zufolge 70,4 (Männer: 69,4; Frauen: 71,4) Prozent der sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten einen Riester-Vertrag abgeschlossen und/oder eine Anwartschaft auf eine betriebliche Altersversorgung (bAV) erworben.

Jeder fünfte sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigte sorgt mit Riester und bAV zusätzlich für das Alter vor. Ein gutes Drittel besitzt nur eine Betriebsrenten-Anwartschaft, aber keinen Riester-Vertrag, während ein Achtel keine bAV-Anwartschaft erworben hat, dafür aber einen Riester-Vertrag hat.

In konkreten Zahlen: Von den knapp 27,5 Millionen sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten (25 bis unter 65 Jahren) verfügen insgesamt 19,3 Millionen über eine bAV oder einen Riester-Vertrag. Rund 5,6 Millionen Personen nutzen sogar beide Vorsorgeformen.

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Wie sich das Alter auf die Verbreitung auswirkt

Betrachtet man die Verbreitung hinsichtlich verschiedener soziodemografischer Merkmale, so sind zum Teil deutlich abweichende Anteile zu beobachten. Beispiel Alter: Die Zusatzvorsorge ist in den mittleren Jahrgängen am stärksten verbreitet. In den Altersgruppen 35 bis unter 45 sowie 45 bis unter 55 Jahre liegt der Anteil bei fast drei Vierteln.

Bei den Älteren liegt der Anteil nur bei gut zwei Dritteln, was die Studienautoren im Wesentlichen auf die geringe Verbreitung von Riester-Verträgen in dieser Personengruppe zurückführen. Auch der Anteil der Personen, die mittels Riester und betrieblich für das Alter vorsorgen, ist bei den 55- bis Unter-65-Jährigen mit nur einem Siebtel am niedrigsten ausgeprägt.

Auswirkungen von Kindern und Bildung

Großen Einfluss auf die Verbreitung von staatlich geförderter Zusatzvorsorge haben auch die Zahl der Kinder unter 18 Jahre im Haushalt und das Bildungsniveau. Je mehr nichterwachsene Kinder im Haushalt leben, desto stärker ist die Verbreitung von Zusatzvorsorge.

Nach Angaben der Studienautoren machen sich hier „die großen Riester-spezifischen Unterschiede bemerkbar“ (VersicherungsJournal 14.2.2017). In der Folge ist der Anteil der Personen mit Riester und bAV bei den kinderreichen Haushalten mit einem knappen Drittel fast doppelt so groß wie bei Personen ohne Kinder.

Weitere Ergebnisse: Mehr als drei von vier Personen mit (Fach-) Hochschulabschluss sorgen mit mindestens einer der beiden Formen vor. Bei den Personen ohne Berufsabschluss ist es hingegen nicht einmal jeder Zweite. Während in letztgenannter Gruppe nur jeder Elfte in beiden Formen vorsorgt, ist der Anteil bei den (Fach-) Hochschulabsolventen mit über einem Viertel beinahe drei Mal so groß.

 
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