Riester-Versicherern geht immer mehr die Puste aus

2.10.2017 – Der Bestand an Riester-Verträgen ist zwischen April und Juni nach aktuellen Zahlen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) netto um 4.000 auf 16,51 Millionen gesunken. Positiv entwickelten sich nur die Wohn-Riester-Variante und die Fondssparpläne. Die Banksparpläne lagen erneut leicht und die Versicherungen wiederum deutlich im Minus.

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Im zweiten Quartal 2017 ist die Zahl der Riester-Verträge netto – also unter Einberechnung der Kündigungen und Vertragsabgänge – um 4.000 auf 16,51 Millionen zurückgegangen, wie der jetzt vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) veröffentlichten amtlichen Statistik zu entnehmen ist.

Dies ist bereits das zweite Minus in Folge. Allerdings war der Rückgang im ersten Quartal noch sieben Mal so groß ausgefallen. Ruhend gestellte Kontrakte werden vom Ministerium nicht ausgewiesen, sondern auf einen Anteil von „gut einem Fünftel“ geschätzt.

Versicherungen bleiben tief im Minus

Für die versicherungsförmige Riester-Variante stand zwischen April und Juni ein Minus von 43.000 Policen zu Buche. Im ersten Quartal war der Rückgang nur unwesentlich niedriger ausgefallen (VersicherungsJournal 8.6.2017).

Im hohen vierstelligen Bereich verloren nach der aktuellen BMAS-Statistik auch die Riester-Banksparpläne. Riester-Fondssparpläne hatten hingegen ein Plus im niedrigen fünfstelligen Bereich zu verzeichnen, während die Eigenheimrenten ein weiteres Mal am stärksten zulegten (plus 35.000 Verträge).

Bild: Wichert

Auf Halbjahressicht ging es für die versicherungsförmige Riester-Variante um über 80.000 Police bergab. Ein Minus von 20.000 Verträgen stand für die Banksparpläne zu Buche, während Riester-Fondssparpläne in der gleichen Größenordnung zulegten. Bei den Wohn-Riester-Verträgen betrug das Plus rund 50.000.

Wohn-Riester gewinnt weiter an Marktanteil hinzu

Durch die unterschiedliche Neuzugangs-Entwicklung haben sich die Anteile der einzelnen Riester-Varianten im Gesamtbestand weiter verschoben. Die Wohn-Riester-Verträge konnten ihren Anteil weiter ausbauen. Im Vergleich zum Jahressende 2016 (VersicherungsJournal 3.4.2017) ging es von 10,3 auf den neuen Höchststand von etwas über 10,5 Prozent aufwärts.

Einen leichten Zuwachs gab es auch bei den Riester-Fondssparpläne, die nun auf gut 19,4 Prozent Marktanteil kommen. Der Anteil der Riester-Banksparpläne gab auf knapp 4,6 Prozent nach, was den niedrigsten Anteil seit 2008 darstellt. Der Anteil der versicherungsförmigen Variante beträgt aktuell nur noch 65,5 Prozent. Zum Vergleich: Ende 2006 waren es noch über 80 Prozent, Ende 2011 noch über 70 Prozent und Ende 2015 letztmals über Zwei Drittel.

Die Bundesregierung will die Riester-Vorsorge insbesondere für Geringverdiener attraktiver machen und hat im Rahmen des BRSG die Grundzulage von 154 auf 175 Euro erhöht. Zudem werden bei der Grundsicherung Freibeträge bis zu 202 Euro eingeräumt (VersicherungsJournal 2.6.2017). Darüber hinaus gibt es für zahlreiche Personengruppen Verfahrens-Verbesserungen beim Zulagenantrag (VersicherungsJournal 23.8.2017).

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