Radikaler Wandel bei den Sparmotiven

29.11.2016 – Der Konsum ist nach der Herbstumfrage des Verbandes der Privaten Bausparkassen zum Sparverhalten wieder das wichtigste Sparmotiv der Deutschen und hat die Altersvorsorge klar überholt. Einen regelrechten Absturz auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Untersuchungsreihe gab es für das Wohneigentum. Einen neuen Tiefstand hat auch die Kapitalanlage als Sparmotiv erreicht.

WERBUNG

Nach der aktuellen Herbstumfrage des Verbandes der Privaten Bausparkassen e.V. ist die Altersvorsorge nur noch das zweitwichtigste Motiv hinsichtlich der langfristigen Sparanstrengungen der Deutschen. Für die dreimal jährlich durchgeführte Untersuchung zum Sparverhalten lässt der Verband das Marktforschungsinstitut TNS Infratest jeweils 2.000 Bundesbürger ab 14 Jahren befragen.

Mit nicht einmal mehr 54 Prozent gibt allerdings nur noch etwas mehr als die Hälfte der Befragten aktuell an, Geld für das Sparmotiv „Altersvorsorge“ zurückzulegen. In der Sommerumfrage waren es noch über zwei Prozentpunkte mehr (VersicherungsJournal 5.7.2016).

Konsum erobert Spitzenplatz

Da im Gegenzug der Anteil derjenigen Bundesbürger, die Geld für den (aufgeschobenen) Konsum zur Seite legen, um einen guten Prozentpunkt auf über 57 Prozent zugelegt hatte, belegt dieses Sparmotiv nun mit relativ großem Abstand den Spitzenrang unter den Sparmotiven.

Nach wie vor an dritter Stelle – allerdings mit einem massiven Rückgang – liegt das Sparmotiv „Erwerb/ Renovierung von Wohneigentum“. Dahinter folgt mit einem – ebenfalls rückläufigen – Anteil von nur leicht über einem Viertel Anteil das Motiv „Kapitalanlage“. Nur eine nachgeordnete Bedeutung kommt den Sparmotiven „Notgroschen“ und „Ausbildung der Kinder“ zu.

Bild: Wichert

Nur Konsum nicht im Aufwärtstrend

Im Langfristvergleich zeigt sich nur beim Konsum kein Abwärtstrend, sondern vielmehr ein Auf-und-Ab. Allerdings lag der Höchstwert aus der Sommerumfrage vor zwei Jahren (VersicherungsJournal 10.7.2014) um rund acht Prozentpunkte höher.

Bei den übrigen drei der vier wichtigsten Sparmotive ging es hingegen mehr oder weniger deutlicher bergab. So hat sich der Anteil der „Altersvorsorge“ und der „Kapitalanlage“ bereits zum dritten Mal in Folge reduziert.

Seit der vorigen Herbstumfrage ging es jeweils um rund sechs Prozentpunkte bergab. Die Höchstwerte in den vergangenen 22 Auflagen sind satte 14 Prozentpunkte (Altersvorsorge) beziehungsweise elf Prozentpunkte (Kapitalanlage) entfernt. Bei letzterer wurde ein neuer Tiefststand erreicht.

Einen noch größeren Rückgang gab es nur beim Sparmotiv „Erwerb/ Renovierung von Wohneigentum“. Der Bestwert in der Herbstumfrage vor drei Jahren (VersicherungsJournal 21.11.2013) lag über 15 Prozentpunkte höher. Aktuell wurde mit unter 40 Prozent sogar der niedrigste Anteil seit Beginn der Untersuchung erzielt.

Bild: Wichert

Galoppierende Immobilienpreise als Bremse

Der Bausparkassenverband macht für das schlechte Abschneiden des Wohneigentums die „galoppierenden Immobilienpreise in Ballungsräumen“ verantwortlich, die sich für Normalverdiener zur immer größeren Hürde beim Eigentumserwerb entwickelten. Dadurch drohe der Traum von den eigenen vier Wänden dort für viele unerreichbar zu werden.

Als weitere Ursachen führt Andreas J. Zehnder, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Privaten Bausparkassen, mangelndes Bauland, den Wettlauf der meisten Bundesländer um immer höhere Grunderwerbsteuern und steigende Grundsteuern in vielen Kommunen an.

Zehnder zeigte sich davon überzeugt, dass die Probleme auf den angespannten Wohnungsmärkten nicht allein mit dem Bau von Mietwohnungen gelöst werden könnten. Zum Eigentumserwerb sei vielmehr die Mobilisierung privaten Kapitals unverzichtbar – „zumal jedes neu gebaute Eigenheim kaum geringere soziale Effekte ausweist als eine neu gebaute Mietwohnung“, so der Verbands-Vorstandschef.

Vor allem Jüngere wollen künftig mehr sparen

Beim zukünftigen Sparverhalten insgesamt zeigt sich eine positive Entwicklung. So ist der Anteil derjenigen, die in Zukunft mehr sparen wollen, auf fast zehn Prozent gestiegen. „Dies deutet – zumindest in der Tendenz – darauf hin, dass die Bundesbürger ihre derzeitige wirtschaftliche Situation aktuell optimistischer einschätzen“, so der Bausparkassenverband.

Besonders stark ausgeprägt ist die Gruppe der künftigen Mehr-Sparer bei den jüngeren Bundesbürgern. So will in der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen mehr als jeder Vierte das Sparvolumen in der Zukunft erhöhen. In der Frühjahrsumfrage war es den Angaben zufolge nur etwa jeder Sechste.

Der aktuelle Anteil der Mehr-Sparer ist der höchste in den zurückliegenden drei Jahren und liegt erstmals in diesem Zeitraum nur minimal unter dem Anteil derjenigen Bundesbürger, die weniger zurücklegen wollen. Die Differenz betrug zuletzt bis zu fünf Prozentpunkte.

Künftig etwa gleichviel sparen wie bisher wollen knapp drei von vier Befragten. Hier gab es in den zurückliegenden drei Jahren nur relativ geringe Schwankungen. Der Anteil lag in einem Korridor zwischen 72 und 76 Prozent.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersvorsorge · Ausbildung · Bausparen · Immobilie · Marktforschung
 
WERBUNG
WERBUNG
Die besten Vertriebstipps für Praktiker!

Fondsverkauf einfach gemacht

Warum nicht einfach Fonds verkaufen?

Wie Sie Kunden gewinnen und erfolgreiche Verkaufsgespräche führen.

Mehr Informationen und zur Bestellung...

WERBUNG
WERBUNG
Die Termin- und Empfehlungsquote steigern

Kunden gewinnen mit Vorträgen

Kunden wollen für Themen gewonnen werden. Wie der Vermittler sie in Vorträgen zu Eigeninitiative animiert, zeigt dieses Praktikerhandbuch.

Mehr Informationen...

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
  • Youtube – Hintergründe zum Buchprogramm
Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
4.11.2016 – In den letzten Wochen wurden wieder diverse Versicherer, Vermittler, Dienstleister und (Vertriebs-) Persönlichkeiten ausgezeichnet. Die Trophäen reichen von der Versicherermarke des Jahres über Produktinnovationen bis hin zu wissenschaftlichen Abhandlungen. (Bild: Deutsche Makler Akademie) mehr ...
 
6.4.2016 – Welchen Stellenwert die Altersvorsorge unter den langfristigen Sparzielen der Bundesbürger einnimmt, wurde in einer aktuellen Untersuchung ermittelt. Die Ergebnisse dürften dem Vertrieb alles andere als Freude bereiten (Bild: Wichert) mehr ...
 
19.11.2015 – Die Altersvorsorge nimmt unter den Sparmotiven der Bundesbürger wieder größeres Gewicht ein, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt. Ermittelt wurde auch, wie sich die Sparbereitschaft ändert, wenn die Nullzinspolitik weiter andauert. (Bild: Wichert) mehr ...
 
8.4.2015 – Welchen Stellenwert die Altersvorsorge als Sparmotiv und Lebens- sowie Rentenversicherungen als Geldanlage haben, wurde in einer aktuellen Umfrage ermittelt. Die Ergebnisse dürften dem Vertrieb nur bedingt Freude bereiten. (Bild: Wichert) mehr ...
 
2.12.2014 – Welchen Stellenwert die Altersvorsorge als Sparmotiv hat, wurde in einer aktuellen Umfrage ermittelt. Die Ergebnisse bedeuten für den Vertrieb einen Hoffnungsschimmer. (Bild: Wichert) mehr ...
 
30.10.2014 – Rechtzeitig zum heutigen Weltspartag haben diverse Banken neueste Umfrageergebnisse zum Sparverhalten der Deutschen vorgelegt. Das Bild, das sich daraus ergibt, ist recht vielschichtig. (Bild: DSGV) mehr ...
 
10.7.2014 – Der Verband der Privaten Bausparkassen hat aktuelle Zahlen zum Sparverhalten der Deutschen veröffentlicht. Die Ergebnisse seiner Sommerumfrage lassen Schlimmes für die private Altersvorsorge befürchten. (Bild: Verband der Privaten Bausparkassen) mehr ...
WERBUNG
Advertisement