Pro und Kontra Beitragsanpassung

11.8.2017 – Die Serie „Testen Sie Ihr Versicherungswissen“ beschäftigt sich in Folge 98 mit einer Aufgabe aus dem Bereich der Krankenversicherung. Die Fragen zum Thema Beitragsanpassung stammen aus dem Fundus des Deutschen Industrie- und Handelskammertags und mussten von angehenden Versicherungsfachwirten in ihrer Prüfung beantwortet werden.

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(Bild: Nikolae/Fotolia.com, Pieloth)
(Bild: Nikolae/Fotolia.com, Pieloth)

Auch wer kein Spezialist im Wahlfach „Kranken- und Unfallversicherungen – Produktmanagement“ für angehende Versicherungsfachwirte ist, wird ganz sicher drei Gründe für eine Beitragsanpassung in der privaten Krankenversicherung (PKV) nennen können.

In diesem Fall, eine offizielle Prüfungsfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK), gehört es zur Beratung, den Versicherten über seine Handlungsmöglichkeiten aufzuklären.

Wer dazu noch die gesetzlichen beziehungsweise vertraglichen Grundlagen kennt, hat diese offizielle Prüfungsfrage perfekt beantwortet.

Aufgabe: Über Beitragsanpassung informieren

Die Proximus Versicherung AG hat vor drei Jahren einen neuen Krankenvoll-Versicherungstarif eingeführt.

Als Mitarbeiter des Aktuariates sind Sie für die anstehende Beitragsanpassung zum 1. Januar 2015 verantwortlich.

Sie bereiten eine Mitarbeiterschulung mit folgenden Inhalten vor:

  • a) Nennen Sie drei Gründe für eine Beitragsanpassung sowie die gesetzliche Grundlage und die vertragliche Grundlage.
  • b) Informieren Sie über zwei Fälle, bei denen die Proximus Versicherung AG selbst über eine Beitragsanpassung entscheiden kann, und nennen Sie zwei Vorteile bei Verzicht einer Anpassung und zwei Nachteile bei Durchführung einer Anpassung.
  • c) Erläutern Sie drei Möglichkeiten des Versicherungsnehmers, auf eine Beitragsanpassung zu reagieren. Nennen Sie dabei auch die gesetzlichen oder vertraglichen Grundlagen.
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Lösungshinweise

Fachwissen aus dem Handlungsbereich „Kranken- und Unfallversicherungen – Produktmanagement für Versicherungs- und Finanzprodukte“

Aufgabe

Lösung

Zu a)

Gründe sind zum Beispiel:

  • steigende Heilbehandlungskosten,
  • häufigere Inanspruchnahme medizinischer Leistungen,
  • steigende Lebenserwartung,
  • Veränderung des Rechnungszinses.

Gesetzliche Grundlage: § 203 VVG

Vertragliche Grundlage: § 8b MB/KK 2009

Zu b)

§ 8b 1.1 MB/KK 2009

Versicherungsleistungen:

  • Abweichung fünf Prozent bis zehn Prozent (Entscheidungsspielraum Proximus Versicherung AG)
  • Sterbewahrscheinlichkeit

Vorteile, zum Beispiel:

  • unternehmenspolitische Ziele – Wettbewerbsvorteil,
  • Wachstum,
  • geringere Kündigungsrate,
  • Bestandsausbau.

Nachteile, zum Beispiel:

  • Verschiebung/ Aufschiebung notwendiger Anpassungen,
  • Belastung für Bestand durch später hohe Anpassung,
  • Verlauf im Folgejahr ungewiss – Risiko steigt,
  • negative Auswirkung auf das versicherungstechnische Ergebnis.

Zu c)

Zum Beispiel:

  • Tarifwechsel gemäß § 204 VVG, §§ 1, 6 AVB,
  • Wechsel in Basis-/Standardtarif, §§ 19, 20 AVB,
  • Leistungsreduzierung (zum Beispiel Kündigung Krankenhaustagegeld und so weiter), §§ 13, 5 AVB,
  • Kündigung gemäß § 13 MB/KK 2009, §§ 205, 4 VVG.

Frühere Beiträge aus dieser Artikelserie finden sich im Archiv des VersicherungsJournals unter diesem Link.

Leserbriefe zum Artikel:

Peter Schramm - Hoher Anpassungsbedarf könnte hausgemacht sein. mehr ...

 
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