„Opti5Rente“ in drei neuen Varianten

17.3.2017 – Die Barmenia-Gruppe hat ihre Multi-Risk-Versicherung auf Unfallbasis überarbeitet. Die „Opti5Rente“ gibt es nun in drei abgestuften Versionen. Neu aufgenommen wurde eine Rente bei schweren Erkrankungen, die Pflege-Rente wurde angepasst, die Grundfähigkeits-Rente aufgewertet. Alles in allem genommen, erweist sich der neue Tarif als interessanter ergänzender Baustein in einem umfassenderen Absicherungskonzept, meint Makler Philip Wenzel in seinem Gastbeitrag.

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Es ließen sich ohne Probleme mehrere Seiten vollschreiben, um alle Leistungsauslöser der „Opti5Rente“ der Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG zu analysieren. Und der Vermittler kann diesbezüglich in der Beratung auch einiges an Zeit verlieren.

Aus Haftungsgründen erscheint es aber besser, das Produkt im Beratungsgespräch sozusagen ex negativo zu erklären und herauszuarbeiten, wann nicht geleistet wird. Denn dem fachfremden Kunden wird es sich nicht sofort erschließen, warum eine Berufsunfähigkeits-Versicherung besser sein soll, als diese Multi-Risk-Versicherung, die eine Organ-, Grundfähigkeits-, Pflege-, Krebs- und Unfallrente zahlt. Und diese Rente wird dann auch noch ein Leben lang geleistet.

Philip Wenzel (Bild: Köhler)
Philip Wenzel (Bild: Köhler)

Um hier Missverständnisse zu vermeiden, ist es besser, erst aufzuzeigen, was nicht unter den Versicherungsschutz fällt. Dann darf und sollte der Vermittler die große Anzahl an Leistungsauslösern auch gerne im vertrieblichen Sinne nutzen.

Überarbeiteter Tarif in drei Varianten

Die „Opti5Rente“ gibt es seit 2017 in drei Varianten: eine „Basis-Schutz“, eine sogenannten Top-Schutz und eine „Premium-Schutz“. Wichtigste Neuerung ist dabei die Aufwertung der Grundfähigkeits-Rente. Bisher waren 100 Punkte notwendig, um hier eine Leistung zu erhalten. Im „Top-“ und „Premium-Schutz“ sind nun nur noch 75 Punkte zu erzielen.

Das führt dazu, dass schon der Verlust von drei Grundfähigkeiten ausreichend ist, um Rentenzahlungen zu erhalten. Wer also laut Bedingungen keine zehn Minuten mehr stehen kann, ohne sich festzuhalten, sich nicht mehr knien und bücken kann und die Treppe nicht mehr hinunter kommt sondern nur hinauf, würde bereits eine Leistung erhalten.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass die Definition des Treppensteigens bei der Barmenia besonders gelungen ist: Der Versicherer definiert eine Stufenhöhe von maximal 18 cm, die zu bewältigen ist – was dem baulichen Standard entspricht. Andere Versicherer verzichten auf diese Festlegung (VersicherungsJournal 20.7.2016), was im schlimmsten Fall bei der Überprüfung des Leistungsfalles zu Problemen führen könnte.

Schwere Erkrankungen neu aufgenommen

Neu in der aktualisierten Version ist eine Rente bei schweren Erkrankungen. Sobald die versicherte Person einen Invaliditätsgrad von 50 Prozent aufgrund verschiedener schwerer Krankheiten erreicht, wird die Leistung fällig.

Es liegt nah, dass dieser Auslöser nicht im Ansatz mit eigenständigen Dread-Disease-Policen vergleichbar ist. Diese decken schließlich deutlich mehr Krankheiten ab, der Grad der Invalidität ist bei ihnen nicht entscheidend. Zugleich wird hier deutlich, dass die Multi-Risk-Versicherung eine Unfallversicherung mit Zusatzbausteinen ist.

Anpassung der Pflegerente

Ebenfalls angepasst wurde die Pflege-Rente. Die „Basis-Variante“ leistet ab Pflegegrad 3, die anderen beiden Varianten leisten bereits ab Pflegegrad 2. Schon vorher wurden die Kosten einer Pflege-Erstberatung von der Barmenia bezahlt.

Diese Anpassung an die Pflegegrade trägt der letzten Gesetzesänderung Rechnung (VersicherungsJournal 23.12.2016), die ebenfalls vorgenommene Änderung der Gliedertaxe wiederum der Logik. Da der Verlust der Stimme zu einer Rentenzahlung wegen Verlust einer Grundfähigkeit führt, kann der Invaliditätsgrad bei Verlust der Stimme gefahrlos auf 100 Prozent erhöht werden.

Gefährdung des Versicherungsschutz in der Wartezeit

Es gilt eine allgemeine Wartezeit von sechs Monaten. Bei Multipler Sklerose erhöht sich diese auf zwölf Monate. Das ist grundsätzlich kein Problem und aus Sicht des Kollektivs sogar ratsam, weil sonst schnell noch der Vertrag abgeschlossen werden könnte, bevor am nächsten Tag der Arzt aufgesucht wird.

In den Bedingungen ist allerdings festgeschrieben, dass bei klinisch relevanten Krankheitssymptomen, die innerhalb der Wartezeit oder vor Versicherungsbeginn auftreten, daraus folgende Krankheiten und auch deren Folgen dauerhaft ausgeschlossen sind. Selbst dann, wenn diese Symptome zunächst als unauffällig interpretiert wurden und erst im Nachhinein umgedeutet werden.

Würde der Versicherte also während der Wartezeit zum Arzt gehen, geht er damit auch das Risiko ein, dass seine Kopfschmerzen nachträglich als Symptom einer Krebserkrankung gedeutet werden können. Und selbst, wenn er nicht beim Arzt war und bei einer späteren Untersuchung angibt, die Kopfschmerzen wären zum Beispiel schon seit Längerem immer wieder aufgetreten, würde das den Versicherungsschutz gefährden.

Um Unstimmigkeiten zu vermeiden, sollte der Vermittler den Kunden unbedingt darüber aufklären.

Kosten zur Rehabilitation werden übernommen

Anders als es die verbreitete Meinung unter den Vermittlern vermuten lässt, sind psychische Störungen und Geisteskrankheiten versichert. Allerdings müssen diese zu einer dauerhaften Betreuung oder Unterbringung führen oder einen dauerhaften Verlust der zeitlichen und räumlichen Orientierung mit sich bringen.

Was hier vielleicht zu bemängeln ist: Suizidversuche und deren Folgen sind ausgeschlossen. Wobei wahrscheinlich zu klären wäre, wie es sich verhält, wenn der Versuch in einen Zustand der Unzurechnungsfähigkeit durchgeführt wurde.

Positiv hervorzuheben sind die versicherten Serviceleistungen für ein Rehabilitations-Management. Die Barmenia übernimmt zahlreiche Kosten rund um die medizinische Beratung bis zu insgesamt 10.000 Euro.

Sinnvoller ergänzender Baustein

Unterm Strich betrachtet spielt sich die Barmenia mit dem neuen Tarif unter den Multi-Risk-Versicherungen auf Unfallbasis wieder deutlich in den Vordergrund. Besonders die „Top-Variante“ überzeugt mit kundengerechten Verbesserungen bei bezahlbaren Beiträgen.

Erklärt der Vermittler dem Kunden die Vor- und Nachteile des Tarifs, dann eignet sich das Produkt gut dafür, es als einen ergänzenden Baustein in einem Absicherungskonzept anzuwenden.

Der 37-Jährige zahlt für 1.500 Euro lebenslange Rente im Top-Schutz mit 1,5 Prozent Leistungsdynamik 660,80 Euro im Jahr. Dieser Beitrag wird nicht jährlich erhöht, aber die Barmenia behält sich das Recht vor, bei dauerhaft erhöhtem Bedarf anzupassen.

Philip Wenzel

Der Autor ist Fachwirt für Versicherungen und Finanzen (IHK) und für die Freche Versicherungsmakler GmbH & Co. KG tätig.

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Berufsunfähigkeit · Invalidität · Rente
 
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