Mit diesen Fahrzeugen wird das Autofahren teurer

7.9.2017 – Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hat mit der Veröffentlichungen der Einstufungen in die neuen Typklassen bekannt gegeben, welche Tarifumstellungen auf die Autofahrer zukommen. In der Kfz-Haftpflichtversicherung bleibt für gut drei Viertel der Fahrzeugmodelle alles beim Alten, in der Voll- und Teilkaskoversicherung für knapp jedes zweite Modell. In der Teilkasko wurden auffallend viele Modelle schlechter eingestuft als im Vorjahr. Das liegt GDV-Angaben zufolge an einer neuen Art der Klasseneinstufung.

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Jedes Jahr im Spätsommer veröffentlicht der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) neben der neuen Regionalstatistik (VersicherungsJournal 31.8.2017) auch ein neues Typklassenverzeichnis – aktuell für rund 28.000 verschiedene Fahrzeugmodelle.

Typklassen-Einteilung

Ein unabhängiger Treuhänder überprüft jedes Jahr die Schadenverläufe der rund 28.000 Fahrzeugmodelle. Auf dieser Basis wird eine Neueinstufung in die Typklassen vorgenommen, die für die Versicherungs-Unternehmen unverbindlich ist und ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge zur Hauptfälligkeit angewendet werden kann. In der Regel ist dies der 1. Januar 2018, so der GDV.

Ein Modell wird in eine niedrigere Typklasse eingestuft, wenn mit diesem Autotyp weniger Schäden gegenüber den Vorjahren gemeldet und entschädigt wurden – und umgekehrt.

In Kasko werden darüber hinaus örtliche Besonderheiten (wie etwa Diebstahlhäufigkeit, Sturm- und Hagel- sowie Glasschäden, Fahrzeugbrände oder die Anzahl der Wildunfälle) berücksichtigt. 16 Typklassen gibt es für die Kfz-Haftpflicht-, 25 für die Vollkasko- und 24 für die Teilkaskoversicherung.

Umstufungen sind die Ausnahme

Wie bereits im vergangenen Jahr (VersicherungsJournal 7.9.2016), hat sich die Einstufung der Fahrzeuge für einen Großteil der Autobesitzer nicht verändert. „In der Kfz-Haftpflichtversicherung bleiben für fast drei Viertel der Pkw die Typklassen des Vorjahres erhalten, in den Kaskoversicherungen für jeweils rund die Hälfte“, heißt es in der GDV-Meldung zu den neuen Typklassen.

Nur wenige Modelle wurden laut GDV-Angaben um mehr als eine Klasse besser oder schlechter eingestuft. In der Kfz-Haftpflicht wurden beispielsweise der Dacia Logan Kombi 0.9 oder der Audi A4 Avant 2.0 TDI drei Klassen besser eingestuft als im vergangenen Jahr. Parallel dazu haben sich der BMW 114I und der Jeep Renegade 1.4 T um drei Klassen verschlechtert.

Verlierer (Bild: GDV)
Diese Auswahl Fahrzeuge wurde schlechter eingestuft als letztes Jahr (Bild: GDV)

„14 Prozent oder knapp 5,7 Millionen Fahrzeuge haben in der Kfz-Haftpflichtversicherung im Vergleich zum Vorjahr höhere, 13 Prozent oder rund 5,2 Millionen Fahrzeuge niedrigere Einstufungen erhalten“, teilte der GDV auf Nachfrage des VersicherungsJournals mit.

Viele Fahrzeuge in Vollkasko wurden niedriger eingestuft

Der besagte Jeep Renegade wurde in der Haftpflicht zwar schlechter eingestuft als im Vorjahr, in der Voll- und Teilkaskoversicherung konnte er sich hingegen verbessern. Der Seat Leon ST 1.8 TSI gehört zu den Gewinnern. Er wurde in der Vollkaskoversicherung drei Klassen niedriger eingestuft als 2016.

Die Check24 Vergleichsportal für Versicherungsprodukte GmbH hat für letzteres Fahrzeugmodell errechnet, dass Fahrzeughalter diesen Seat 2018 bis zu 197 Euro billiger versichern können als 2017.

In der Vollkasko wurden für das Jahr 2018 sieben Prozent der Fahrzeuge (rund 1,5 Millionen Pkw) in einer höhere und fast 40 Prozent (rund 8,6 Millionen Pkw) in eine niedrigere Klasse eingestuft, teilte der GDV mit. Diese Veränderungen sind in etwa auf Vorjahresniveau.

Gewinner (Bild: GDV)
Diese Fahrzeuge gehören zu den Gewinnern (Bild: GDV)

In der Teilkasko sind im Vergleich zum Vorjahr weitaus mehr Fahrzeugtypen von schlechterer Einstufung betroffen. 20 Prozent der Fahrzeuge könnten demnach 2018 in der Teilkasko teurer werden. Im Detail: Waren es 2016 350.000 Fahrzeuge, die höher eingestuft wurden, sind es aktuell 2,5 Millionen.

Sämtliche Teilkaskoschäden einbezogen

Dieser Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass der GDV im Gegensatz zu den Vorjahren nun sämtliche Teilkaskoschäden in die Einstufung mit einbezieht, auch für die Fahrzeuge, die vollkaskoversichert sind.

Beispiel: „Bislang war es so: Wurde ein vollkaskoversichertes Auto gestohlen, hatte das nur Einfluss auf die Vollkasko-Einstufung des entsprechenden Modells, nicht aber auf die Teilkasko-Einstufung. Damit wurde das Diebstahlrisiko des Modells in der Teilkasko-Einstufung aber nur unzureichend abgebildet. Denn das Diebstahlrisiko für ein und dasselbe Modell ist immer dasselbe – Autodiebe interessieren sich für das Modell, nicht für die Art der Versicherung.

Ebenso wenig hat die Art der Versicherung einen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit von Marderbissen oder Glasbruchschäden. Es ist daher sinnvoll, bei der Einstufung der Teilkasko-Klassen auch die Teilkaskoschäden vollkaskoversicherter Modelle zu betrachten“, erklärt der GDV auf Nachfrage.

Die Anzahl der Modelle, die in der Teilkasko besser eingestuft werden, ist in etwa auf dem Niveau von 2016. Ein Drittel der der Fahrzeuge und damit rund 4,2 Millionen Pkw (2016: 4,7 Millionen) sind 2018 in niedrigeren Typklassen als 2017.

Die Typklassen können im Internet abgefragt werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Elementarschaden · Haftpflichtversicherung · Kfz-Versicherung · Pkw
 
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