LV-Zweitmarkt: Ankaufsvolumen hat kräftig angezogen

20.3.2017 – Auf dem Markt für Gebrauchtpolicen hat sich das Ankaufsvolumen im vergangenen Jahr um rund die Hälfte auf 275 Millionen Euro erhöht. Für 2017 hält der BVZL – Bundesverbands Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen sogar einen Anstieg auf etwa 500 Millionen Euro für möglich.

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2016 hat sich auf dem Zweitmarkt für Lebensversicherungen der positive Trend des Vorjahres fortgesetzt, wie dem aktuellen Newsletter des BVZL – Bundesverbands Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen e.V. aus dem März zu entnehmen ist.

Demnach ist das Ankaufsvolumen von Leben-Policen im vergangenen Jahr um rund 50 Prozent auf 275 Millionen Euro gestiegen. Dies entspricht – nach der zweiten Zunahme in Folge – dem höchsten Wert in den vergangenen acht Jahren.

Der Höchststand aus den Jahren 2006 und 2007, als das Volumen noch zum Teil deutlich über einer Milliarde Euro lag (VersicherungsJournal 24.1.2007, 20.2.2008), ist allerdings immer noch sehr weit entfernt. Der Tiefststand wurde 2009 mit einem Ankaufsvolumen von lediglich rund 100 Millionen Euro erreicht.

Ankaufvolumen (Bild: Wichert)

Höhere Ankauf-Wahrscheinlichkeit

Für Ingo Wichelhaus, Vorstand National des BVZL, ist die aktuelle Entwicklung „ein klares Indiz dafür, dass das Umfeld für den deutschen Zweitmarkt generell wieder positiv ist“. So erläutert er die Situation im aktuellen Newsletter des Bundesverbandes.

Als einen weiteren Indikator führt er an, dass das sogenannte „Policen-Ankaufbarometer“, das die Wahrscheinlichkeit beziffert, mit der BVZL-Mitglieder angebotene Policen ankaufen werden, 2016 wieder auf deutlich über 60 Prozent gestiegen sei. Vier Jahre zuvor seien es nur 33 Prozent gewesen, erläuterte Wichelhaus auf Nachfrage des VersicherungsJournals. Präzise Daten beziehungsweise Zeitreihenwerte könne man aber nicht liefern.

Kaufpreise gestiegen

Die positive Entwicklung macht der BVZL-Vorstand-National ferner daran fest, dass die Kaufpreise für Policen im Durchschnitt zuletzt wieder deutlich gestiegen seien. Die Preise hätten sich in 2016 etwa von 102 auf 105 Prozent der Rückkaufswerte erhöht, präzisierte Wichelhaus gegenüber dem VersicherungsJournal die Darstellung aus dem Newsletter.

Der Verband erwartet einen weiter anhaltenden positiven Trend. „Wir sehen sehr deutliche Aufwärtstendenzen und können uns vorstellen, dass unsere Mitglieder in 2017 ein Ankaufsvolumen von 500 Millionen Euro realisieren können“, so Wichelhaus auf Nachfrage.

Positive öffentliche Wahrnehmung soll weiter ausgebaut werden

Im Newsletter gibt er als Parole für die nächsten Monate aus, dass „die grundsätzlich positive öffentliche Wahrnehmung des Zweitmarktes mit seinen Vorteilen für alle Beteiligten“ – gemeint sind Verbraucher, Vermittler und potenzielle Investoren – weiter ausgebaut werden soll.

Auf die Frage nach konkret geplanten Aktionen antwortete das für das nationale Geschäft zuständige Vorstandsmitglied des Verbandes wie folgt: „Wir werden insbesondere den Kontakt zu den Verbraucherschützern intensivieren und ausbauen, um die Versicherten stärker als zuvor über die Alternative zum Storno aufzuklären.“

Warnung vor Pseudo-Zweitmarkt

Zudem sei es das erklärte Ziel des Verbands, Verbraucher auch weiterhin vor „schwarzen Schafen“ und dem sogenannten Pseudo-Zweitmarkt zu warnen. Die „Pseudo-Aufkäufer“ versprechen häufig deutlich überhöhte Renditen, kaufen die Policen nur gegen Gebühren und/oder bieten Kaufpreise in Ratenzahlungen an. Zudem werden die „gebrauchten“ Verträge in der Regel sofort storniert. (VersicherungsJournal 7.3.2012, 23.3.2012).

Derzeit hat der BVZL elf ordentliche Mitglieder. Die in dem Verband organisierten Lebensversicherungs-Aufkäufer führen die gekauften Policen in der Regel bis zur Endfälligkeit fort und haben sich klar definierten Standards unter anderem beim Ankauf unterworfen, die in verschiedenen Verbraucherleitfäden zusammengefasst sind.

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Lebensversicherung · Storno
 
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