Inter lässt bei den Prognosen Vorsicht walten

10.1.2017 – Der Tarif „MeinLeben“ der Inter Lebensversicherung solle Renditeerwartungen mit der Sicherheit einer lebenslangen Rentenzahlung kombinieren. Die Rentenversicherung ist als Zwei-Top-Hybrid konzipiert und arbeitet mit einem garantierten Rentenfaktor, der zur Fälligkeit aktuell angepasst werden kann. Auffällig ist die Ehrlichkeit, was die prognostizierte Leistung angeht, meint Makler Philip Wenzel in einem Gastbeitrag.

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Die Rentenversicherung wird im Jahr 2017 immer mehr unter dem Gesichtspunkt der Risikoabsicherung zu betrachten sein. Eine hohe Rendite ließe sich in der neuen Produktwelt zwar versprechen, aber eben nicht garantiert halten.

Philip Wenzel (Bild: Köhler)
Philip Wenzel (Bild: Köhler)

Aufrichtigkeit bei Wertprognosen und Transparenz macht für viele Kunden den Unterschied, wenn es um die Auswahl des Partners bei der Altersversorgung geht.

Ist der Vertrag dann auch noch flexibel zu gestalten, kann eine Rentenversicherung auch 2017 noch attraktiv sein.

Zwei-Topf-Hybrid der Inter

Die Rentenversicherung „MeinLeben“ der Inter Lebensversicherung AG kann hier als gelungenes Beispiel dienen. Das Produkt setzt auf Transparenz und versucht mit seiner Konzeption, Kosten zu sparen.

Für den Versicherten ist dies entscheidend: Denn wenn es keine Zinsen am Markt gibt, ist jedes gesparte Prozent an Kosten ein verdientes Prozent an Rendite.

Der „MeinLeben“-Tarif ist ein Zwei-Topf-Hybrid. Die Verteilung des angesparten Guthabens zwischen dem Sicherungsvermögen und der freien Anlage lassen sich in einer flexiblen Variante immer wieder neu vom Kunden bestimmen. Wenn der Kunde sich nicht darum kümmern möchte, geben andere vorgegebene Varianten das Verhältnis vor.

Flexible Verteilung

Die gewählte Verteilung des Guthabens bleibt nicht starr. Sie kann sich beispielsweise in der ausgewogenen Variante mit einer Schichtung von anfangs 35 Prozent im Sicherungsvermögen auf bis zu 85 Prozent beim spätesten Renteneintritt mit 85 Jahren verschieben.

Ein sogenannter Strategieassistent verteilt das Kapital jeden Monat wieder in dieses Verhältnis. Diesen Mechanismus kennt der versierte Vermittler schon aus dem sogenannten Rebalancing, das die ursprüngliche Verteilung in der ausgewählten Fondsauswahl wiederherstellt.

Der einfache dahinterliegende Gedanke ist einleuchtend: Bei volatilen Märkten ist die Wahrscheinlichkeit für einen gestiegenen Fonds, wieder zu fallen, höher als für einen Fonds, der schon gefallen ist. Was im Kleinen für die Fondsverteilung gilt, gilt auch im Größeren für die Risikoverteilung zwischen dem Sicherungsvermögen und der freien Anlage.

Die Inter nutzt sowohl das Rebalancing als auch den sogenannten Strategieassistenten.

Ehrlicher Umgang mit Entwicklungsprognosen

Die Verteilung des Kapitals auf Fonds und Sicherungsvermögen macht eine Hochrechnung über das spätere Vermögen recht kompliziert. Die meisten Mitbewerber rechnen deshalb die beispielsweise anvisierten sechs Prozent Wertentwicklung auf das gesamte Kapital hoch.

Neben der Inter gibt es keine Handvoll an Versicherern, die im Produktinformations-Blatt berücksichtigen, welcher Teil des Kapitals bei einer Wertentwicklung von sechs Prozent überhaupt in den Fonds stecken würde und an dieser Entwicklung teilhaben könnte.

Dadurch dürfte der Tarif in dem einen oder anderen Vergleich eher schlecht abschneiden. Aber dennoch wäre es wünschenswert, wenn weitere Versicherer diesem Beispiel, was das Ehrlichsein hinsichtlich der Entwicklungsprognosen betrifft, folgen würden.

Garantierter Rentenfaktor

Was ebenfalls transparent gehalten ist, ist die Darstellung des garantierten Rentenfaktors für jedes einzelne Jahr von Vertragsbeginn bis zum 85. Lebensjahr.

Dieser Rentenfaktor gilt auf das Garantieguthaben zuzüglich einer gebildeten Verwaltungskosten-Rückstellung. Ist der später gültige Rentenfaktor höher, wird dieser dann angelegt. Es gilt aber mindestens ein 70-prozentiger Rentenfaktor auf das gesamte Vertragsguthaben.

Das hört sich zunächst nicht vorteilhaft an. Aber bei diesem Produkt ist es nur bedingt relevant. Denn der Kunde muss vor dem 85. Lebensjahr nicht unbedingt in Rente gehen, sondern kann einen Auszahlplan wählen, bis er schließlich das Restkapital verrenten lassen möchte.

Ein Vorteil dabei ist, dass das Kapital weiterhin an den Märkten partizipiert. Und ein gesunder 67-Jähriger hat durchaus noch einen attraktiven Anlagehorizont. Ein weiterer Vorteil wäre, dass der Kunde auf diese Weise das Vertragsguthaben auf das Garantieguthaben abschmelzen kann. Dabei erlangt er wieder den 100-prozentigen Rentenfaktor.

Günstige Kostenstruktur

Zuzahlungen sind bei diesem Tarif unbegrenzt möglich, und auch die Rentenhöhe kann bei gleichem Rentenfaktor erhöht werden. Das kann durchaus attraktiv sein, da der Kunde theoretisch betrachtet auch im letzten Jahr vor Rentenbeginn eine hohe Zuzahlung in den Vertrag laufen lassen könnte.

Der Tarif investiert ausschließlich in ETFs, was das Produkt insgesamt sehr kostengünstig macht. Diese sind einzeln wählbar oder als gemanagte Strategie der Inter.

Kleinerer Anbieter am Markt

Ein zu erwähnender Kritikpunkt gilt eher dem Unternehmen denn dem Produkt – und könnte sich auch in sein Gegenteil verkehren. Die Inter ist nämlich nicht als erfahrener Lebensversicherer bekannt. Der Bestand gehört eher zu den kleineren am deutschen Markt.

Aber dies könnte für die Zukunft von Vorteil sein. Denn wer bisher nur wenige Lebensversicherungen im Bestand hat, hat auch kein Problem mit laufenden Verpflichtungen aus alten 4- oder 3,5-prozentigen Garantien im Bestand.

Alles in allem betrachtet ist die „Inter MeinLeben“-Rentenversicherung eine ansprechende Möglichkeit, um dem Kunden sein lebenslanges Einkommen zu sichern. Die Flexibilität der Zuzahlungen und Beitragserhöhungen sind sehr kundenfreundlich, aber auch für den Vermittler interessant, um auf Einkommensänderungen oder Ähnliches ohne großen Aufwand zu reagieren.

Philip Wenzel

Der Autor ist Fachwirt für Versicherungen und Finanzen (IHK) und für die Freche Versicherungsmakler GmbH & Co. KG tätig.

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