Ideal mit Krebs-Schutz bis zu 150.000 Euro

13.3.2017 – Anfang März ist die Ideal Lebensversicherung a.G. mit dem Tarif „KrebsAirbag“ auf den Markt gekommen, der finanzielle Risiken, die im Zuge einer Krebserkrankung entstehen, absichern soll. Es können Versicherungssummen zwischen 15.000 und 150.000 Euro gewählt werden. Die Wartezeit beträgt sechs Monate. Das Produkt ist interessant für Kunden, die keine vollwertige Absicherung von schweren Krankheiten abschließen wollen oder für das Thema Krebs sensibilisiert sind, meint Makler Philip Wenzel in einem Gastbeitrag.

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Ein Vermittler haftet für seine Bedarfsermittlung und für seine Empfehlung. Er haftet nicht für die Entscheidung, die der Kunde aufgrund seines subjektiven Bedürfnisses fällt.

Philip Wenzel (Bild: Köhler)
Philip Wenzel (Bild: Köhler)

Damit korrespondiert, dass Versicherer immer wieder gerne Produkte auf den Markt bringen, die von vornherein nicht darauf aus sind, den Bedarf vollumfänglich zu decken.

Sie zielen vielmehr auf ein vom Kunden empfundenes Bedürfnis ab, was durchaus fragwürdig, aber wirtschaftlich wenn nicht nachvollziehbar, so doch zumindest erklärbar ist.

Absicherung bei Krebserkrankungen

Die Absicherung der finanziellen Folgen von Krebserkrankungen spielt sich dabei immer mehr in den Vordergrund (VersicherungsJournal 1.8.2016, 27.7.2016, 9.3.2016). Diese Ausschnitt-Deckung ist am ehesten mit der Dread-Disease-Police vergleichbar.

Vertrieblich ist schon bei dieser Produktgruppe für den Kunden „Krebs“ das wichtigste Argument. Und tatsächlich ist diese Krankheit Messungen der General Reinsurance AG (Gen Re) zufolge bei Männern und Frauen für etwa 50 Prozent der Leistungsfälle verantwortlich.

Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, hat eine eigenständige Krebsversicherung durchaus eine Daseinsberechtigung. Als neuestes Produkt dieser Art hat jetzt die Ideal Lebensversicherung a.G. zum 1. März den „KrebsAirbag“ herausgebracht. Eine das Produkt flankierende, eigene Online-Infoseite zielt direkt auf den Kunden und die Ansprache seiner persönlichen Bedürfnisse.

Ein halbes Jahr Wartezeit

Die Wartezeit nach Vertragsschluss beträgt sechs Monate. Treten in dieser Zeit Krebs oder Symptome auf oder wird ein ärztlicher Verdacht auf eine Tumorerkrankung geäußert, endet die Versicherung, und die bereits gezahlten Beiträge werden zurückgezahlt.

Einigen Interpretations-Spielraum bietet hier vor allem der Begriff Symptome. Wer „Symptome bei Krebs“ in eine Suchmaschine eingibt, wird bei den Ergebnissen auch Husten, Heiserkeit, Schluckbeschwerden oder Kopfschmerzen finden.

Im Todesfall werden unabhängig von der Ursache 90 Prozent des Deckungskapitals gezahlt. Die Versicherungssumme wird fällig bei der ersten Diagnose einer Krebserkrankung oder eines gutartigen Gehirntumors.

Ausschlüsse und Leistungsauslöser

Ausgeschlossen sind alle Krebserkrankungen, die ausschließlich auf Basis molekularer oder biochemischer Verfahren nachgewiesen werden, sowie Vorstufen, Carcinoma in situ und alle nicht invasiven Tumorerkrankungen sowie Krebse des Lymphsystems des Stadiums I.

Dies gilt ebenso für Leukämie, die keine Anämie verursacht, hellen Hautkrebs und maligne Melanome der Haut mit einer Eindringtiefe bis zu zwei Millimeter, sofern keine Fernmetastasen gebildet wurden, des Weiteren für Prostata- und Schilddrüsenkrebs mit einem Durchmesser bis zu zwei Zentimeter ohne Bildung von Fernmetastasen.

Gutartige Hirntumore führen zur Leistungen, wenn sie zu neurologischen Störungen führen, die nicht mehr behebbar sind.

Die Definitionen machen deutlich, dass der Leistungsauslöser nicht gerade trivial ist. Aber er ist doch immerhin besser als die Krebsdefinition in den meisten Schwere-Krankheiten-Versicherungen, da hier oft eine Positivliste mit versicherten Krebsarten beschrieben wird.

In Laufzeit und Versicherungssumme begrenzt

Als Versicherungssumme sind in 5.000-Euro-Schritten Beträge von 15.000 Euro bis 150.000 Euro wählbar. Sie setzt sich aus der garantierten Versicherungssumme und der sogenannten Plussumme zusammen, die aus Überschüssen gespeist wird.

Die Laufzeit kann zehn, 15 oder 20 Jahre betragen. Warum die Laufzeit und die Höhe der Versicherungssumme derart begrenzt sind, erschließt sich nicht unbedingt. Es mag sein, dass das Risiko über einen längeren Zeitraum nicht kalkulierbar ist vor dem Hintergrund, dass sich die Krebs-Fallzahlen laut Gen Re seit den 1970er-Jahren verdoppelt haben. Hinzu käme, dass die Folgen möglicher gesundheitlicher Belastungen, etwa die Strahlung durch Smartphones und WLAN, noch nicht abzuschätzen sind.

Neben der Geldleistung bietet die Ideal auch Assistance-Leistungen an, die aber nicht garantiert sind und ihrem Umfang nach im Leistungsfall beim Versicherer angefragt werden müssten.

Derzeit wird die Einholung einer Zweitmeinung innerhalb von zehn Tagen angeboten. Dies erscheint vor allem bei Prostatakrebs als sinnvoll, da hier eine Operation nicht in jedem Fall als notwendig gesehen wird. Außerdem wird eine psychologische Betreuung vermittelt sowie eine bis zu dreistündige Telefonseelsorge angeboten.

Für spezielle Zielgruppen

Unterm Strich betrachtet ist der „KrebsAirbag“ vor allem vertrieblich interessant für den Fall, dass der Kunde keine vollwertige Absicherung von schweren Krankheiten abschließen möchte oder er durch Erkrankungen im familiären Umfeld für das Thema Krebs sensibilisiert ist. Eine Krebsversicherung ist immer noch besser als keine Dread-Disease-Police.

Der 37-Jährige zahlt für 20 Jahre Laufzeit und eine Versicherungssumme von 100.000 Euro (garantiert 76.923,08 Euro) als Nichtraucher 32,98 Euro im Monat. Als Raucher werden 48,40 Euro fällig und als starker Raucher mit mehr als 20 Zigaretten am Tag 63,79 Euro.

Philip Wenzel

Der Autor ist Fachwirt für Versicherungen und Finanzen (IHK) und für die Freche Versicherungsmakler GmbH & Co. KG tätig.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Assistance · Gesundheitsreform · Lebensversicherung · Zielgruppe
 
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