Höherer Schadenbedarf am Anfang und am Ende der SF-Staffel

29.11.2016 – Je 1.000 Pkw hatten 2015 laut gemeinschaftlicher Kraftfahrt-Statistik von Bafin und GDV 65 (64) einen Haftpflichtschaden. Dieser Schaden kostete durchschnittlich 3.293 (3.277) Euro; also rund ein halbes Prozent mehr als im Vorjahr. Das Fahrverhalten hat sich statisch insgesamt verschlechtert – auffällig sind Veränderungen am Anfang sowie am Ende der Schadenfreiheits-(SF)-Staffel.

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Die Schadenbedarfe für die ersten sowie die letzten Stufen der Schadenfreiheits-Staffel haben sich 2015 gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht. Dies geht aus der gemeinschaftlichen Kraftfahrtstatistik vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) hervor. Ob dies statistischer Zufall oder eine strukturelle Änderung ist, ist nicht zu ersehen.

Mehr Unfälle

Die Schadenhäufigkeit nahm 2015 um 1,56 Prozent auf statistisch 65 Haftpflichtschäden je 1.000 Pkw zu. Der Durchschnittsschaden erhöhte sich um ein halbes Prozent auf 3.293 (3.277) Euro. Die gestiegene Häufigkeit und der höhere Aufwand ließen den Schadenbedarf um knapp 2,9 Prozent auf 215 (209) Euro steigen (VersicherungsJournal 23.11.2016).

Von diesen Durchschnittswerten weichen die Schadenfreiheits- (SF-) Stufen 0, 1/2, 1, 33, 34 und 35 sowie die Rückstufungsklasse M auffällig ab. Bei den unteren SF-Stufen, also den Fahranfängern, hat die Unfallhäufigkeit überdurchschnittlich stark zugenommen, bei den oberen SF-Stufen sind es bei einer durchschnittlich starken Zunahme der Unfallhäufigkeit deutlich höhere Durchschnittsschäden, die die Schadenbedarfe über dem Schnitt heben.

Die Klassen im Einzelnen: In SF 0 hat sich die Unfallhäufigkeit um 6,8 Prozent auf 141 erhöht, während der Durchschnittschaden gegen den Trend um ein halbes Prozent auf 3.876 Euro sank. Damit stieg der durchschnittliche Schadenbedarf um 6,2 Prozent auf 546 Euro.

Teurere Schäden

In SF-Klasse 1 hat mit 100 eine Zunahme der Unfallhäufigkeit um 2,6 Prozent bei gleichstarker Abnahme des Durchschnittsschadens auf 3.797 Euro stattgefunden. Damit ergab sich ein Schadenbedarf von 369 (351) Euro.

In den SF-Stufen 33, 34 und 35 sind die Schadenbedarfe überdurchschnittlich um 6,1 beziehungsweise 8,9 beziehungsweise 8,1 Prozent gestiegen. Ursächlich dafür waren höhere Durchschnittsschäden. Dabei sind die Durchschnittsschäden insgesamt mit Werten zwischen 2.972 und 3.043 Euro auf sehr niedrigem Niveau.

In der Rückstufungsklasse M, in der sich mit rund 36.000 Fahrzeugen nur vergleichsweise wenige Risiken befinden, ist die Schadenhäufigkeit um 3,8 Prozent gefallen, aber der Durchschnittsschaden um gut elf Prozent auf ohnehin überdurchschnittlich teure 4.125 Euro gestiegen. Der Schadenbedarf hat sich somit hier auf 827 (773) Euro erhöht.

Auffällig: Alte und Junge

Die meisten Pkw-Tarife fragen inzwischen auch den Nutzerkreis ab und kalkulieren dann sowohl mit dem Alter des Versicherungsnehmers als auch dem des voraussichtlich jüngsten beziehungsweise ab einem gewissen Alter ältesten Fahrers. Bei diesem Merkmal „differenziertes Nutzeralter“ zeigt sich klar eine hohe Unfallhäufigkeit bei den sehr jungen wie auch bei den sehr alten Fahrern.

Bild: Screenshot Jahresgemeinschafts-Statistik über den Schadenverlauf in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 2015
Bild: Screenshot Jahresgemeinschafts-Statistik über den Schadenverlauf in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 2015

Sind die jüngsten Fahrer bis 18 Jahre alt, liegt die Unfallhäufigkeit mit 121 (119) am höchsten. Bei den 19-Jährigen beträgt sie noch 116 (115), bei den 20-Jährigen 105 (101). Zugleich verursachen diese drei Gruppen auch etwas überdurchschnittlich hohe Schäden, so dass die Schadenbedarfe hier bei 454 (439), 447 (425) und 416 (404) Euro liegen.

Der günstigste Fahrerkreis setzt sich aus 42- bis 62-Jährigen zusammen: Hier beträgt die Unfallhäufigkeit nur 52 (51) und der Durchschnittsschaden 3.255 (3.256) Euro, was zu 170 (166) Euro Schadenbedarf führt.

Eine überdurchschnittliche Unfallhäufigkeit gibt es beim differenzierten Nutzeralter ab 73 Jahren mit 69 Unfällen je 1.000 Pkw. Die Häufigkeit nimmt bei den folgenden Altersgruppen zu – bis auf 101 (100) bei den Über-82-Jährigen, bei denen der Schadenbedarf 318 (312) erreicht.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Haftpflichtversicherung · Pkw · Versicherungsaufsicht
 
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