Freitag, der 13. – der Tag der vielen Unglücke?

13.10.2017 – An einem Freitag, den 13. passieren entgegen dem Volks- und Aberglauben nicht mehr Unfälle oder Schadenereignisse, wie aus Schadendaten von GDV, Gothaer und Zurich hervorgeht. Seit 2006 ist der vermeintliche Unglückstag sogar auch positiv belegt – durch den Tag des Rauchmelders.

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Der Freitag, der 13. gilt laut Wikipedia „im Volksglauben als ein Tag, an dem besonders viele Unglücke passieren.“ Jedes Kalenderjahr gibt es mindestens einen und höchstens drei Freitage, die auf den 13. eines Monats fallen.

Übrigens: Wer vor diesem Tag krankhaft Angst hat, leidet unter Paraskavedekatria-Phobie. In der Medizin bezeichnet man abergläubische Angst vor der Zahl „13“ als Triskaidekaphobie.

Auch Tag des Rauchmelders

Doch seit 2006 ist jeder Freitag, der 13. der Tag des Rauchmelders und somit auch positiv belegt. Die vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) mitinitiierte „Kampagne ‚Rauchmelder retten Leben‘“ und die Feuerwehren weisen die Bürger an diesem Tag überall im Land daraufhin, dass neben der Installation auch die regelmäßige Wartung von Rauchmeldern unbedingt erforderlich ist, heißt es in einer Pressemitteilung der Kampagne.

Seit „Rauchmelder retten Leben“ im Jahr 2000 ins Leben gerufen wurde, hat sich die Zahl der Brandtoten von seinerzeit 800 mehr als halbiert, zieht der Versichererverband auf seiner Webseite Bilanz. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) gibt es derzeit in Deutschland „nur noch“ in etwa einen Todesfall in Folge eines Brandes.

Seit Jahresbeginn gilt in jedem Bundesland eine Rauchmelderpflicht – zumindest für Neu- und Umbauten. In mehreren Bundesländern gibt es Übergangsregelungen zur Nachrüstung bei bestehenden Gebäuden. In der Regel ist der Haus- oder Wohnungseigentümer für die Installation der gesetzlich vorgeschriebenen Brandmelder verantwortlich. Wie die genauen Regelungen in den einzelnen Bundesländern aussehen, kann auf dieser Internetseite nachgelesen werden.

Keine Unglückshäufung an einem Freitag, den 13.

Eine Häufung von Unglücken an diesem „Unglückstag“ ist nach Angaben der Versicherungswirtschaft allerdings nicht mit Zahlen belegbar. Der Vorsitzende der GDV-Hauptgeschäftsführung Dr. Jörg Freiherr Frank von Fürstenwerth berichtete bereits vor einiger Zeit unter Verweis auf die Verbandsstatistik in einer Web-Kolumne: „Statistisch lässt sich keine Zunahme von Unfällen feststellen. Der Freitag, der 13. birgt somit nur ein scheinbar höheres Risiko.“

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch der Gothaer-Konzern nach einer Auswertung der eigenen Schadenstatistik: „Durchschnittlich haben sich in den vergangenen beiden Jahren an Freitagen ohne die Berücksichtigung von Schäden durch Naturereignisse im Privatkundenbereich 581 Schäden ereignet“, gibt Tobias Eichholz vom Gothaer Schaden-Controlling in einer Pressemitteilung Auskunft.

Auch wenn sich an den beiden letzten „Unglückstagen“ – 13. Juni 2016 und 13. Januar 2017 – 615 beziehungsweise 583 Schäden ereignet hätten, würde es deutlich zu weit führen, von einer auffälligen Schadenhäufung an diesen Tagen zu sprechen. Im Gegensatz zu vermeintlichen Unglückstagen werde die Anzahl der Schäden maßgeblich vom Wetter beeinflusst – denn „Naturgewalten wie Stürme, Gewitter oder Hochwasser verursachen in nur wenigen Stunden eine immense Anzahl an Schäden“, so Eichholz.

Das Sturmtief „Paul“ (VersicherungsJournal 7.8.2017) etwa habe allein am 22. Juni dieses Jahres mit Orkanböen, Hagel und heftigen Gewittern in ganz Deutschland 3.295 Schäden im Privatkundenbereich verursacht. Dies ist mehr als sechs Mal so viel wie an durchschnittlichen Donnerstagen (540 Schäden), so die Gothaer.

Ein Tag wie jeder andere

Auch die Zurich Gruppe Deutschland gibt Entwarnung: Ein Freitag, der 13. ist nach der Schadenstatistik des Unternehmens ein Tag wie jeder andere. Im Schnitt passierten sogar eher wenige Schäden, so der Versicherer unter Verweis auf seine Schadenauswertung.

An allen Freitagen, die zwischen 2009 und 2016 auf einen 13. gefallen sind, wurden laut Schadenauswertung der Zurich im Schnitt nur knapp 1.900 Schäden gemeldet. Das sind rund zehn Prozent weniger als generell an einem Freitag, an dem rund 2.100 Schadenmeldungen bei der Zurich eingehen. An allen anderen Tagen werden im Schnitt in etwa 2.000 Schäden gemeldet.

Wie der Versicherer weiter mitteilte, droht auch durch die Zahl 13 kein Unglück. Den Zurich Erhebungen zufolge treten am 13. eines Monats mit durchschnittlich rund 1.700 Schadenmeldungen „erheblich weniger Schäden auf als an anderen Tagen.“

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