Diese Lebensversicherer schrieben 2016 das meiste Neugeschäft

5.10.2017 – Die deutschen Lebensversicherer haben im vergangenen Jahr einen Neuzugang (eingelöste Versicherungsscheine, Hauptversicherung) von 5,088 Millionen Policen erzielt. Das entspricht dem niedrigsten Wert in den letzten Jahren. Das größte Neugeschäft gab es bei der Allianz mit knapp 580.000 Neuverträgen, wie der Map-Report 895 zeigt. Auf Rang zwei folgt die Targo, die die Vertriebsleistung im Vergleich zum Vorjahr erneut am stärksten ausbaute. Den größten Neugeschäftsrückgang gab es bei der Generali.

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Im vergangenen Jahr ist das Neugeschäft der deutschen Lebensversicherer nach Verträgen (eingelöste Versicherungsscheine, Hauptversicherung) um über 30.000 auf nur noch rund 5,088 Millionen zurückgegangen. Dies ist dem aktuellen Map-Report 895 „Bilanzanalyse deutscher Lebensversicherer 2016“ zu entnehmen.

Neuzugang auf neuem Tiefststand

Auf Elfjahressicht entspricht dies dem absoluten Tiefststand. Über der Sechs-Millionen-Marke lag der Neuzugang zuletzt 2011, und 2006 war das Neugeschäft mit knapp acht Millionen noch in etwa um die Hälfte größer als im vergangenen Jahr.

Seit 2006 konnte die Branche nur zwei Mal einen Zuwachs erzielen – und dies war jeweils Sonderfaktoren geschuldet (VersicherungsJournal 25.9.2006, 22.2.2011, VersicherungsJournal Extrablatt 3|2011).

Bild: Wichert

Gewinner…

Auf Ebene der einzelnen Gesellschaften war die Entwicklung laut dem Mitte September veröffentlichten Map-Report 895 höchst unterschiedlich. Anders als im Jahr zuvor konnte 2016 mehr als die Hälfte (2015: rund jeder vierte) der 80 aufgeführten Lebensversicherer den Neuzugang ausbauen.

Der größte Zuwachs stand wiederum für die Targo Lebensversicherung AG zu Buche (im Vergleich 2016 zu 2015 plus knapp 49.000). Eine Steigerung um rund 35.000 erzielte die Allianz Lebensversicherungs-AG, die im Jahr zuvor noch auf das größte Minus gekommen war (VersicherungsJournal 17.10.2016).

Vergleichsweise große Steigerungen im Neugeschäft (jeweils im niedrigen fünfstelligen Bereich) gelangen auch der Alten Leipziger Lebensversicherung a.G., der Basler Lebensversicherungs-AG und der Allianz-Tochter Deutsche Lebensversicherungs-AG.

…und Verlierer beim Neuzugang

Deutlich schlechter als im Jahr zuvor fiel der Neuzugang 2016 mit einem Minus von über 70.000 Neupolicen hingegen bei der Generali Lebensversicherung AG aus, die im Zuge eines radikalen Umbaus der Generali Deutschland AG im ersten Quartal 2018 in den Run-off geschickt wird (VersicherungsJournal 28.9.2017).

Zu den „Verlierern“ gehörten auch die Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG (minus rund 44.000 Neuverträge) und die Mylife Lebensversicherung AG (minus knapp 29.000 Policen). Bei Letzterer ist der Rückgang auf die Aufgabe des Restschuldgeschäfts (VersicherungsJournal 28.4.2016), mit der die strategische Geschäftsausrichtung auf Netto-Produkte verbunden ist, zurückzuführen.

Bild: Wichert

Die Anbieter…

Von der Vertriebsleistung her das meiste Neugeschäft erzielte im vergangenen Jahr einmal mehr Marktführer Allianz – und zwar mit fast 580.000 eingelösten Versicherungsscheinen in der Hauptversicherung. Mit über 40 Prozent entfiel davon der größte Anteil auf Rentenversicherungen, knapp unter dieser Marke blieb der Anteil der Kollektivversicherungen.

Knapp 490.000 Neuverträge reichten der Targo zum zweiten Platz in der Rangliste. Die Struktur des Neuzugangs bei der Talanx-Tochter, die Lebensversicherungen ausschließlich über den Bankschalter verkauft, ist allerdings eine völlig andere als beim Marktführer. 2016 haben die Hildener rund 37.500 (Allianz: über 240.000) neue Rentenversicherungen verkauft.

In der Kategorie „Sonstige“ ist die Targo mit knapp 1.700 (Allianz fast 64.000) Neuverträgen kaum und im Kollektivgeschäft mit 20 (Allianz: rund 225.000) neuen Policen so gut wie gar nicht unterwegs. Mit über 380.000 Neuverträgen – das sind mehr als drei Viertel des Neuzugangs der Talanx-Tochter – kommen die Hildener bei den Risikoversicherungen auf über ein Drittel Marktanteil am Neuzugang der gesamten Branche.

…mit dem größten Neuzugang

Auf den Positionen drei und vier liegen mit knapp über beziehungsweise unter 300.000 eingelösten Versicherungsscheinen in der Hauptversicherung die R+V Lebensversicherung AG (Schwerpunkte: Kollektiv- beziehungsweise Rentenversicherungs-Geschäft mit jeweils rund einem Drittel Anteil im Neugeschäft) und die Aachenmünchener Lebensversicherung AG.

Letztere, die immerhin die Nummer drei der Branche nach gebuchten Bruttobeitragseinnahmen (VersicherungsJournal 15.8.2017) ist und deren Neugeschäft zu etwa drei Vierteln in den Bereich „Sonstige“ fällt (wozu vor allem Fondspolicen zählen), wird im Rahmen des oben erwähnten Konzernumbaus in die Kernmarke Generali überführt.

Dahinter folgen die Ergo Lebensversicherung AG und die Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG, für die im aktuellen Map-Report jeweils über 170.000 Neupolicen für das Jahr 2016 ausgewiesen werden. Der Neuzugang der Ergo besteht zu fast zwei Dritteln aus Kollektivversicherungen, derjenige der Bayern-Versicherung entfällt zu weit über der Hälfte auf die Kategorie „Sonstige“, wie die Datenübersichten aus dem Map-Report 895 weiter zeigen.

Bild: Wichert

Weitere Studiendetails

Der Map-Report 895 „Bilanzanalyse deutscher Lebensversicherer 2016“ enthält auf 168 Seiten Übersichten und Grafiken zu diversen Geschäftszahlen wie Verwaltungskosten- und Abschlusskostenquote, (bereinigter) Nettorendite, Beitragseinnahmen und Marktanteilen von bis zu 82 Lebensversicherern.

Weitere Hintergrund-Informationen zu der Untersuchung und auch zu den neu aufgenommenen Kennzahlen Bestand und Zuführung zur Zinszusatzreserve, APE und Sicherheitsmittelquote sind auf dieser Internetseite zu finden.

Die Studie ist lieferbar als (nicht druckbare) PDF-Datei für 85 Euro und als gedrucktes Heft für 95 Euro, jeweils einschließlich Mehrwertsteuer. Bestellt werden kann unter diesem Link. Die Konditionen für Sammelbestellungen und weitergehende Nutzungsrechte können per E-Mail oder über dieses Kontaktformular angefordert werden.

Leserbriefe zum Artikel:

Theodor Hennig - Restschuldversicherungen relativieren das Ergebnis. mehr ...

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Fondspolicen · Geschäftsbericht · Lebensversicherung · Mapreport · Rente · Runoff · Verkauf
 
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