Die (un)profitabelsten Wohngebäudeversicherer

6.11.2017 – Nur elf der 50 größten Anbieter in der verbundenen Wohngebäudeversicherung erzielten im vergangenen Jahr eine kombinierte Schaden-Kosten-Quote von über 100 Prozent, wie der jüngst erschienene Branchenmonitor 2014-2016: Wohngebäudeversicherung zeigt. Auf den besten Wert kam die WGV, auf den schlechtesten die Signal Iduna Allgemeine.

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Im vergangenen Jahr ist den im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Wohngebäudeversicherern der Turnaround gelungen: Nach zuvor 15 Jahren Versicherungs-technischer Verluste landete die Branche 2016 erstmals wieder in der Gewinnzone, was der Versichererverband auf eine sehr schadenarme zweite Jahreshälfte zurückführt (VersicherungsJournal 15.3.2017).

Die Combined Ratio (nach Abwicklung, in Relation zu den verdienten Bruttobeiträgen im inländischen Direktgeschäft) lag laut dem „Statistischen Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2017“ des GDV (VersicherungsJournal 15.9.2017) bei 96,0 Prozent und damit um rund fünf Prozentpunkte unter dem 2015er-Wert. 2007 und 2013 waren es jeweils mehr als 130 Prozent – und 2002 sogar über 140 Prozent.

Bild: Wichert

Rund vier von fünf Gesellschaften im positiven Bereich

Auf Ebene der einzelnen Gesellschaften zeigt sich laut dem jüngst veröffentlichten „Branchenmonitor 2014-2016: Wohngebäudeversicherung“ hinsichtlich der Profitabilität ein äußerst durchwachsenes Bild.

Die Studie, die von der V.E.R.S. Leipzig GmbH in Kooperation mit der Yougov Deutschland GmbH jährlich durchgeführt wird, enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 nach Beitragseinnahmen größten Anbieter in der verbundenen Wohngebäudeversicherung (VGV), die auf rund 94 Prozent Marktanteil kommen.

Insgesamt wird in dem Branchenmonitor für 39 Anbieter eine kombinierte Schaden-Kosten-Quote von unter 100 Prozent für 2016 ausgewiesen, das sind mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor (VersicherungsJournal 30.11.2016). Auf den niedrigsten Wert kommt die WGV-Versicherung AG, die als einziger Versicherer unter der 70-Prozent-Marke blieb.

Dahinter folgen die BGV-Versicherung AG, die Huk24 AG, die Lippische Landesbrand-Versicherungsanstalt, die Helvetia Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft AG Direktion für Deutschland und die Huk-Coburg Allgemeine Versicherung AG mit Werten zwischen 70 und 80 Prozent.

Bild: Wichert

Die Anbieter mit den höchsten Combined Ratios

Der höchste Wert wird mit fast 120 Prozent für die Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG ausgewiesen. Die wird im Geschäftsbericht 2016 (PDF, 3 MB) auf die im Wesentlichen wachstumsbedingt von 83,8 auf 85,4 Prozent gestiegene Bruttoschadenquote zurückgeführt.

Kombinierte Schaden-Kosten-Quoten von jeweils über 110 Prozent hatten auch die Itzehoer Versicherung/ Brandgilde von 1691 Versicherungsverein a.G. sowie die HDI Versicherung AG zu verzeichnen.

Bei der Itzehoer fiel der Bruttoschadenaufwand nach Abwicklung aufgrund eines Großschadens fast doppelt so groß wie 2015 aus, als für die Gesellschaft noch der fünftbeste Wert zu Buche stand. Der HDI führt die um 13 Prozentpunkte gesunkene Combined Ratio im Geschäftsbericht 2016 (PDF, 637 KB) auf „eine geringere Frequenzschadenbelastung infolge von Sanierungsaktivitäten und eine geringere Belastung durch Naturkatastrophen“ sowie ein verbessertes Abwicklungsergebnis zurück.

Knapp unter der 110-Prozent-Marke lagen die Continentale Sachversicherung AG und die R+V Allgemeine Versicherung AG, die auch im Vorjahr schon zu den Anbietern mit den höchsten Quoten gehört hatten. Marktführer Allianz Versicherungs-AG landete mit einer Quote von knapp 94 im Mittelfeld.

Bild: Wichert

Weitere Studiendetails

Der „Branchenmonitor 2014-2016: Wohngebäudeversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig sowie Daten zur Bestandskundenanalyse.

Die knapp 100-seitige Studie kann als PDF-Version für 743,75 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Frau Daniela Fischer per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

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