Die (un)profitabelsten Wohngebäudeversicherer

30.11.2016 – Nur 19 der 50 größten Anbieter in der verbundenen Wohngebäudeversicherung erzielten im vergangenen Jahr eine kombinierte Schaden-Kosten-Quote von unter 100 Prozent, wie der jüngst erschienene Branchenmonitor 2013-2015: Wohngebäudeversicherung zeigt. Auf den besten Wert kam die WGV, auf den schlechtesten die Öffentliche Braunschweig.

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Auch wenn viele Wohngebäudeversicherer seit geraumer Zeit Sanierungsmaßnahmen fahren (VersicherungsJournal 21.11.2016, 3.6.2016), so kommt der Versicherungszweig versicherungstechnisch dennoch nicht aus den roten Zahlen.

In den vergangenen zehn Jahren gelang es der Branche nach Daten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) nicht ein einziges Mal, eine Combined Ratio von unter 100 Prozent zu erzielen.

Am schlechtesten lief es in den Jahren 2007 und 2011 mit kombinierten Schaden-Kosten-Quoten von jeweils weit über 130 Prozent. Dagegen war der Verlust in den vergangenen beiden Jahren mit unter zwei Cent pro Beitrags-Euro vergleichsweise klein.

Bild: Wichert

Problemfeld Leitungswasserschäden

Dass es 2015 trotz der Sanierungsbemühungen dennoch nicht zum Turnaround gelangt hat, liegt unter anderem an dem Wintersturm Niklas (VersicherungsJournal 9.4.2015), für den die Wohngebäudeversicherer rund 750 Millionen Euro an Schadenzahlungen leisten mussten.

„Noch bedeutend problematischer“ als Niklas sind laut dem jüngst veröffentlichten „Branchenmonitor 2013-2015: Wohngebäudeversicherung“ „die Entwicklungen bei den Aufwendungen für Leitungswasserschäden. Mittlerweile sind für rund die Hälfte der Schäden und ein Drittel des Schadenaufwands in der VGV kaputte Rohrleitungen verantwortlich“, heißt es im Fazit der Untersuchung.

Die Studie, die von der V.E.R.S. Leipzig GmbH in Kooperation mit der Yougov Deutschland AG jährlich durchgeführt wird, enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 nach Beitragseinnahmen größten Anbieter in der verbundenen Wohngebäudeversicherung (VGV), die auf rund 93 Prozent Marktanteil kommen.

Nur zwei von fünf Gesellschaften im positiven Bereich

Auf Ebene der einzelnen Gesellschaften zeigt sich hinsichtlich der Profitabilität ein durchwachsenes Bild. So blieben nur 19 Anbieter unter der 100-Prozent-Marke. Die niedrigste Combined Ratio (Schaden- und Betriebsaufwendungen in Prozent der verdienten Bruttoprämien) wird für die WGV-Versicherung AG ausgewiesen, die als einziger Versicherer unter der 60-Prozent-Marke blieb.

Dahinter folgen die Bayerische Landesbrandversicherung AG und die SV Sparkassenversicherung Gebäudeversicherung AG mit Quoten von unter 80 Prozent vor der Itzehoer Versicherung/ Brandgilde von 1691 Versicherungsverein a.G., der Provinzial Rheinland Versicherung AG und der Huk24 AG mit kombinierten Schaden-Kosten-Quoten von weniger als 90 Prozent.

Bild: Wichert

Die Anbieter mit den höchsten Combined Ratios

Der höchste Wert wird mit über 140 Prozent für die Öffentliche Sachversicherung Braunschweig ausgewiesen. Dies wird im Geschäftsbericht 2015 mit „diversen naturbedingten Kumulschadenereignissen“ begründet, wodurch der Bruttoschadenaufwand um über ein Drittel gestiegen sei. Zudem habe sich der Aufwand für Großschäden über 100.000 Euro (insbesondere Blitz- und Feuerschäden) nahezu verdoppelt.

Nachdem bereits 2012 eine „anlassbezogene Einzelfallsanierung“ gestartet worden sei, „erfolgt ab dem Geschäftsjahr 2016 eine systematische Sanierung von Teilbeständen, mit dem Ziel, ganze Geschäftsbeziehungen unter Ertragsgesichtspunkten positiv zu gestalten und somit ebenfalls für positive Effekte hinsichtlich des versicherungs-technischen Ergebnisses zu sorgen“, wird im Geschäftsbericht weiter ausgeführt.

Auf vergleichsweise hohe Quoten von jeweils über 120 Prozent kamen auch die Öffentliche Feuerversicherung Sachsen-Anhalt (Ösa), die HDI Versicherung AG und die Hamburger Feuerkasse Versicherungs-AG. Dabei konnte sich der HDI im Vergleich zum Vorjahr (VersicherungsJournal 1.12.2015) immerhin um über 15 Prozent verbessern.

Die Ösa erklärt die hohe Quote im Geschäftsbericht 2015 wie folgt: „Die enorme Schadenlast der Sparte resultierte im Berichtsjahr im Wesentlichen aus den vier mittelschweren Kumulereignissen, die sich im Geschäftsgebiet der Ösa ereignet haben.“ Dadurch sei der Schadenaufwand um fast ein Drittel gestiegen. Die Hamburger Feuerkasse führt ebenfalls Sturmereignisse und Großschäden an, die sich in der ersten Jahreshälfte ereignet hätten.

Bild: Wichert

Weitere Studiendetails

Der „Branchenmonitor 2013-2015: Wohngebäudeversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zu dem Versicherungszweig sowie Daten zur Bestandskundenanalyse.

Die 71-seitige Studie kann als PDF-Version für 743,75 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Frau Daniela Fischer per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

 
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