Die (un)profitabelsten Rechtsschutzversicherer

1.12.2017 – 2016 hat die Hälfte der 28 größten Rechtsschutzversicherer eine kombinierte Schaden-Kosten-Quote von unter 100 Prozent erzielt. Am schlechtesten schnitt laut dem „Branchenmonitor: Rechtsschutz-Versicherung 2014-2016“ die Ideal ab, am besten die Bruderhilfe, gefolgt von der Allianz.

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Die Ertragslage für die deutschen Rechtsschutzversicherer hat sich 2016 wieder leicht verschlechtert. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote (nach Abwicklung; in Relation zu den verdienten Bruttobeiträgen) ist von 100,0 auf 100,2 Prozent gestiegen, nachdem es im Jahr zuvor eine Verbesserung um 2,4 Prozentpunkte gegeben hatte.

Dies ist dem „Statistischen Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2017“ zu entnehmen, das der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) im Spätsommer veröffentlicht hat (VersicherungsJournal 15.9.2017, 18.9.2017). Die Combined Ratio lag damit zum dritten Mal in Folge nicht in der Gewinnzone.

Bild: Wichert

Die profitabelsten …

Auf Ebene der einzelnen Gesellschaften hat sich die Zahl der Anbieter mit einer kombinierten Schaden-Kosten-Quote von unter 100 Prozent von 13 im Jahr zuvor auf 14 minimal erhöht. Dies zeigt der „Branchenmonitor: Rechtsschutz-Versicherung 2014-2016“ von der V.E.R.S. Leipzig GmbH und der Yougov Deutschland GmbH, in dem zahlreiche Kennzahlen der 28 größten Marktteilnehmer mit rund 95 Prozent Marktanteil dargestellt werden.

Der niedrigste Wert wird mit knapp 72 (2015: rund 90) Prozent für die Bruderhilfe Sachversicherung AG im Raum der Kirchen ausgewiesen. Dies ist vor allem auf eine deutlich gesunkene Schadenquote zurückzuführen (minus etwa 14 Prozentpunkte auf den zweitbesten Wert von 53,6 Prozent).

Bei der Gesellschaft aus Kassel gingen die Aufwendungen für Versicherungsfälle laut Geschäftsbericht um 16 Prozent auf knapp 7,5 Millionen Euro zurück. Im Gegenzug stiegen die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen – getragen von Beitragsanpassungen – um fast zehn Prozent auf über 14 Millionen Euro. Der Versicherungs-technische Gewinn hat sich 2016 auf 3,7 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Auf die zweitniedrigste Combined Ratio (knapp 89 Prozent) kam im vergangenen Jahr die Allianz Versicherungs-AG. Beide Gesellschaften hatten bereits im Jahr zuvor zu den profitabelsten Rechtsschutz-Versicherern gehört (VersicherungsJournal 11.1.2017).

… Rechtsschutz-Versicherer

Knapp oberhalb der 90-Prozent-Marke liegen die R+V Allgemeine Versicherung AG und die Mecklenburgische Versicherungs-Gesellschaft a.G. Während die Mecklenburgische sich nur um rund einen Prozentpunkt verbesserte, waren es bei der R+V über zehn Prozentpunkte.

Laut Geschäftsbericht bauten die Wiesbadener die Prämieneinnahmen durch „Beitragsanpassungen sowie innovative Produktentwicklungen und die Forcierung von standardisiertem Geschäft“ um fast acht Prozent auf fast 150 Millionen Euro aus. Auf der anderen Seite erhöhte sich der Geschäftsjahres-Schadenaufwand nur um vier Prozent auf gut 113 Millionen Euro.

Bild: Wichert

Die Gesellschaften mit den höchsten Quoten

Die mit Abstand höchste Combined Ratio hatte die Ideal Versicherung AG mit über 180 Prozent zu verzeichnen. Damit gelang den Berlinern immerhin eine Verbesserung um rund 25 Prozentpunkte. Dies ist auf neu eingeführte Tarife, weitere Beitragsanpassungen und die Sanierung von Altbeständen mit Vorschäden zurückzuführen, heißt es im Geschäftsbericht 2016 (VersicherungsJournal 27.7.2017).

Dort werden auch weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Schadensituation angekündigt, die zeitnah umgesetzt werden und schon eingeleitete Maßnahmen aus den Vorjahren (VersicherungsJournal 23.5.2016) ergänzen sollen.

Auf vergleichsweise hohe Werte kamen darüber hinaus die Huk24 AG, die Itzehoer Versicherung/Brandgilde von 1691 VVaG und die Örag Rechtsschutz-Versicherungs-AG, die zwischen gut 33 und knapp zwölf Cent Verlust pro Beitragseuro schrieben.

Bild: Wichert

Der „Branchenmonitor 2014-2016: Rechtsschutz-Versicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig Rechtsschutz sowie Daten zur Bestandskundenanalyse. Die rund 70-seitige Studie kann als PDF-Version für 493,85 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei der Studienverantwortlichen Frau Daniela Fischer per Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Bestandskunden · Geschäftsbericht · Rechtsschutz · Sachversicherung · Schaden-Kosten-Quote
 
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