Die PKV ist auch im Alter finanzierbar

19.5.2017 – Die VersicherungsJournal-Serie „Testen Sie Ihr Versicherungswissen“ wirft in Folge 91 einen Blick auf die Krankenversicherung. Angehende Versicherungsfachwirte müssen sich in ihrer DIHK-Prüfung ebenso in der gesetzlichen wie in der privaten Absicherung auskennen.

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Sowohl die private Krankenversicherung (PKV) als auch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) haben Vor- und Nachteile.

Bild: Nikolae, Fotolia.com / VersicherungsJournal
(Bild: Nikolae, Fotolia.com / Pieloth)

So steht die PKV zum Beispiel immer wieder in der Kritik wegen hoher Prämien im Alter (VersicherungsJournal 2.12.2016, 18.11.2016).

Was Versicherte dagegen tun können, sollten nicht nur angehende Versicherungsfachwirte mit dem Wahlfach „Kranken- und Unfallversicherungen – Produktmanagement“ wissen.

Die nachfolgende Aufgabe aus dem Jahr 2014 musste in einer Abschlussprüfung vor dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK) gemeistert werden.

Aufgabe – PKV und GKV vergleichen

„Die private Krankenversicherung ist im Alter nicht finanzierbar“ titelt eine große Tageszeitung.

Als Mitarbeiter der Abteilung Produktmanagement der Proximus Versicherung AG bereiten Sie eine Gegendarstellung vor. Dabei gehen Sie auf folgende Stichpunkte ein:

a) Erläutern Sie die Finanzierung

  • der gesetzlichen Krankenversicherung und
  • der privaten Krankenversicherung.

b) Nennen Sie je zwei Vor- und zwei Nachteile beider Systeme.

c) Erläutern Sie zwei Möglichkeiten, im System der privaten Krankenversicherung Beitragssteigerungen im Alter zu minimieren oder Beiträge zu senken.

Lösungshinweise

Fachwissen zu Fragen aus dem Bereich „Kranken- und Unfallversicherungen – Produktmanagement für Versicherungs- und Finanzprodukte“

Aufgabe

Lösung

Zu a)

GKV-Umlageverfahren/ Äquivalenzprinzip:

  • Beitrag prozentual vom Bruttoeinkommen,
  • keine Rückstellungen für das Alter.

PKV-Kapitaldeckungs-Verfahren/ Solidaritätsprinzip:

  • Beitrag nach Eintrittsalter, Gesundheitszustand und Tarifleistung,
  • Bildung von Altersrückstellungen.

Zu b)

Vorteile der PKV sind zum Beispiel:

  • Rückstellungen für das Alter,
  • demografiesicherer,
  • Rückstellungen können teilweise bei Versichererwechsel übertragen werden,
  • generationengerechte Finanzierung,
  • risikogerechter Beitrag,
  • garantierte dauerhafte Leistungsversprechen.

Vorteile der GKV sind zum Beispiel:

  • soziale Gerechtigkeit (jung für alt),
  • Möglichkeit des Ausgleiches durch Steuermittel,
  • am Einkommen orientierte Beitragslast.

Nachteile der PKV sind zum Beispiel:

  • Kapitalmarkt-Abhängigkeit,
  • abhängig vom Markt (Neukunden),
  • Zwei-Klassen-Gesellschaft,
  • geringe staatliche Unterstützung (zum Beispiel Steuermittel).

Nachteile der GKV sind zum Beispiel:

  • demografischer Wandel bleibt unberücksichtigt,
  • kein Bezug zu den Leistungsausgaben,
  • Finanzierung/ Zuschüsse durch Steuerzahler erforderlich.

Zu c)

Zum Beispiel:

  • gesetzlicher Beitragszuschlag nach § 12 Abs. 4a VAG,
  • garantierte Beitragsreduzierung im Alter (Vorsorgebausteine),
  • Tarifwechselmöglichkeit nach § 204 VVG,
  • Wechselmöglichkeiten in Basistarif oder Standardtarif.

Frühere Beiträge aus dieser Artikelserie finden sich im Archiv des VersicherungsJournals unter diesem Link.

 
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