Die PKV-Anbieter mit den höchsten Verwaltungskostenquoten

13.4.2017 – Die privaten Krankenversicherer hatten im Fünfjahresschnitt (2011 bis 2015) eine Verwaltungskostenquote von 2,40 Prozent zu verzeichnen. Laut dem Map-Report 891 stand für die Huk-Coburg die niedrigste Quote zu Buche, für die Mecklenburgische hingegen der höchste Wert. Mit der Huk-Coburg, der Debeka und der Bayerischen Beamtenkrankenkasse gehören drei der zwölf Branchengrößen zur Top Acht.

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Im Schnitt der Jahre 2011 bis 2015 stand für die privaten Krankenversicherer eine Verwaltungskostenquote (Verwaltungsaufwendungen (brutto) in Prozent der verdienten Bruttobeiträge) von 2,40 Prozent zu Buche, wie dem kürzlich erschienenen Map-Report Nr. 891 „Rating Private Krankenversicherung“ (VersicherungsJournal 28.2.2017) zu entnehmen ist.

Dies liegt nur knapp über dem Branchenwert in der Lebensversicherung, der im Map-Report Nr. 889 „Klassik-Rating deutscher Lebensversicherer“ für den gleichen Zeitraum auf 2,31 Prozent beziffert wird (VersicherungsJournal 24.2.2017).

Die Gesellschaften mit den niedrigsten Verwaltungskostenquoten

Die Spannbreite zwischen den einzelnen privaten Krankenversicherern ist allerdings gewaltig. Auf den niedrigsten Wert kommt die Huk-Coburg Krankenversicherungs-AG, die als einzige Gesellschaft unter der Ein-Prozent-Marke bleibt.

Dahinter folgt ein Quintett bestehend aus Debeka Krankenversicherungs-Verein a.G., Süddeutsche Krankenversicherung a.G. (SDK), Landeskrankenhilfe V.V.a.G. (LKH), R+V Krankenversicherung AG und Alte Oldenburger Krankenversicherung AG mit Quoten von unter zwei Prozent.

Bild: Wichert

Weitere 16 Anbieter liegen zwischen zwei und unter drei Prozent, für neun private Krankenversicherer werden Quoten von über drei Prozent ausgewiesen.

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Die Anbieter mit den höchsten Werten

Am anderen Ende des Rankings findet sich die Mecklenburgische Krankenversicherungs-AG wieder, bei der die Verwaltungskostenquote im Schnitt der Jahre 2011 bis 2015 bei deutlich über vier Prozent lag.

Vergleichsweise hohe Werte (zwischen 3,7 und 3,5 Prozent) stehen auch für die Württembergische Krankenversicherung AG, die Central Krankenversicherung AG, die Concordia Krankenversicherungs-AG und die DEVK Krankenversicherungs-AG zu Buche.

Bild: Wichert

So schlugen sich die Branchengrößen

Von den zwölf größten Gesellschaften (mit mehr als einer Milliarde Euro an verdienten Bruttobeitragseinnahmen 2015 – VersicherungsJournal 8.11.2016) kamen neben der Huk-Coburg, der Debeka und der Bayerische Beamtenkrankenkasse AG (BBKK) auch die Barmenia Krankenversicherung a.G. und die Hansemerkur Krankenversicherung AG auf unterdurchschnittliche Quoten.

Knapp über dem Branchenschnitt lagen die Hallesche Krankenversicherung a.G., die Allianz Private Krankenversicherungs-AG, die Continentale Krankenversicherung a.G. sowie die DKV Deutsche Krankenversicherung AG, deutlich darüber die Signal Krankenversicherung a.G., die Axa und die Central.

Bild: Wichert

Nicht überinterpretieren

Der Map-Report-Chefredakteur Reinhard Klages warnt davor, die Verwaltungskostenquote zu überinterpretieren. Vom oberflächlichen Betrachter könne sie nämlich leicht missbraucht werden, um den vermeintlich am kostengünstigsten arbeitenden Versicherer über diese Quote zu ermitteln.

Allerdings seien in der Verwaltungskostenquote lediglich die Kosten der Abteilung Betrieb enthalten – wie viel Geld also etwa für Beitragsverbuchungen, Adressänderungen und Änderungen der Bankverbindung verbraucht werden.

Hingegen würden sich die Kosten der Kapitalanlageverwaltung in den Aufwendungen für Kapitalanlagen und auf die Nettorendite durchschlagen, während die Kosten der Schadenregulierung bei den Versicherungsleistungen und die des Vertriebs in der Abschlusskostenquote versteckt würden.

Weitere Studiendetails und Bezugshinweis

Der Map-Report Nr. 891 „Rating Private Krankenversicherung“ enthält umfangreiches Datenmaterial zu zahlreichen Kennzahlen aus den Bereichen Bilanz (wie etwa versicherungs-geschäftliche Ergebnisquote (VersicherungsJournal 16.3.2017)), Service (wie etwa Beschwerdequoten bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) und beim Ombudsmann Private Kranken- und Pflegeversicherung (PKV-Ombudsmann) (VersicherungsJournal 31.3.2017)) sowie Vertrag.

Die Studie ist lieferbar als (nicht druckbare) PDF-Datei für 85 Euro und als gedrucktes Heft für 95 Euro, jeweils einschließlich Mehrwertsteuer. Bestellt werden kann unter diesem Link.

Detaillierte Zusatzinformationen zu dem vorgenannten Rating bietet der Map-Report Nr. 888 – „Bilanzanalyse Private Krankenversicherung 2004 bis 2015“, der auf 126 Seiten ausführliche Einblicke in die Geschäftsentwicklung der Branche bietet und bei der Interpretation der verwendeten Ratingkennzahlen unterstützt.

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