Die Lebensversicherer mit dem größten Beitragsschwund

21.4.2017 – 2016 sind die Beitragseinnahmen der deutschen Lebensversicherer um fast drei Prozent gesunken. Dennoch hat fast jeder zweite Anbieter seine gebuchten Bruttobeiträge ausgebaut. Am stärksten zulegen konnte die R+V Lebensversicherung a.G., während es bei der Hansemerkur Lebensversicherung AG das größte Minus gab, wie eine Auflistung in der Ausgabe 7/2017 der Zeitschrift für Versicherungswesen zeigt.

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Die Bruttobeitragseinnahmen der im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Lebensversicherer sind 2016 um etwa 2,6 Prozent auf rund 88 Milliarden Euro (Lebensversicherung im engeren Sinne – also ohne Pensionskassen und Pensionsfonds) zurückgegangen (VersicherungsJournal 28.3.2017).

Große Unterschiede

Laut einer Auflistung in der Ausgabe 7/2017 der Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV), die explizit auf vorläufigen Angaben der Lebensversicherer beruht, hat sich das Beitragsaufkommen bei den einzelnen Gesellschaften höchst unterschiedlich entwickelt.

Knapp die Hälfte der Anbieter konnte einen Zuwachs erzielen. In konkreten Zahlen trifft dies auf 37 der knapp 80 aufgeführten Lebensversicherer zu. Andererseits hatten 41 Gesellschaften rückläufige Beitragseinnahmen zu verzeichnen.

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Bis zu fast 50 Prozent Rückgang

Das größte Minus gab es mit knapp 50 Prozent bei der Hansemerkur Lebensversicherung AG (240,8 Millionen Euro). Beitragsrückgänge zwischen gut einem Viertel und rund einem Fünftel hatten die Süddeutsche Lebensversicherung a.G. (auf 44,4 Millionen Euro), die Cosmos Lebensversicherungs-AG (auf 1.790,8 Millionen Euro) und die Neue Leben Lebensversicherung AG (auf 864,9 Millionen Euro).

Vergleichsweise große Einbußen – allesamt im zweistelligen Prozentbereich – gab es auch bei der Provinzial Nordwest Lebensversicherung AG (auf 1.964,6 Millionen Euro), der Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG (auf 3.495,6 Millionen Euro) und der Saarland Lebensversicherung AG (auf 132,0 Millionen Euro).

Bild: Wichert

Bis zu fast 100 Prozent Plus

Auf der anderen Seite konnten aber auch sieben Lebensversicherer ihre gebuchten Bruttobeiträge zweistellig ausbauen – allen voran die R+V Lebensversicherung a.G., bei der es fast eine Verdoppelung (auf 224,4 Millionen Euro) gab.

Um jeweils fast die Hälfte legten die Ideal Lebensversicherung a.G. (auf 355,2 Millionen Euro) und die Mylife Lebensversicherung AG (auf 60,8 Millionen Euro) zu, während das Plus bei der Credit Life AG in etwa ein Viertel (auf 140,9 Millionen Euro) betrug.

Bild: Wichert

Immer volatiler

Detaillierte Gründe für die zum Teil riesigen Veränderungen lassen sich meist noch nicht nennen, da die Bilanz-Saison erst kürzlich begonnen hat. Ursache dafür war – wie auch bei den Branchengrößen (VersicherungsJournal 11.4.2017) – in vielen Fällen die Strategie mit den Einmalbeiträgen.

Diese „machen das Geschäft der Lebensversicherer volatiler als je zuvor. Die Wachstumssieger vergangener Zeiten stehen mit kräftigen Einbußen im Neugeschäft da, wenn sie die Tore für die Einmalbeiträge schließen“, stellt ZfV-Chefredakteur Dr. Marc Surminski im Begleittext zu der Umfrage heraus. Dies gelte natürlich auch umgekehrt, da die Wachstumssieger alle von einem starken Einmalbeitragsgeschäft gelebt hätten.

So hatten die R+V a.G. und die Ideal bei den Einmalbeiträgen Zuwächse von fast 450 beziehungsweise fast 150 Prozent zu verzeichnen. Bei der Hansemerkur und der Süddeutschen gab es hingegen Rückgänge von 80 beziehungsweise 90 Prozent im Einmalbeitragsgeschäft.

Der vollständige Artikel mit weiteren Zahlen auch zum Neugeschäft kann in der Ausgabe 7/2017 der Zeitschrift für Versicherungswesen nachgelesen werden.

Leserbriefe zum Artikel:

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Schlagwörter zu diesem Artikel
Geschäftsbericht · Lebensversicherung · Marktforschung · Pension · Pensionsfonds · Pensionskasse · Strategie
 
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